Max Verstappen und Red Bull mit Zweifeln an neuem Mercedes-Motor: Wo kommt die Überlegenheit her?

Die WM-Führung hat Red Bull mit Max Verstappen in Istanbul zurückerobert, trotzdem läuten bei den Bullen die Alarmglocken. Es geht um den Motor von Mercedes, der seit Silverstone signifikant schneller geworden sein soll. Das wurde vor allem in Istanbul deutlich - beim Topspeed war Verstappen der langsamste aller Fahrer. Ein Krisenmeeting soll jetzt dringend Abhilfe schaffen.

Max Verstappen - Red Bull Racing

Fotocredit: Getty Images

Red Bull spricht von "15 bis 20 km/h", die Lewis Hamilton auf den Geraden schneller gewesen sein soll. "Das ist mehr als bei offenem DRS", merkt Teamchef Christian Horner an.
Die Gründe dafür sind Red Bull schleierhaft. "Vielleicht sind sie mit einer anderen Downforce-Konfiguration gefahren", rätselt Horner. Doch der Trend hält schon seit einigen Rennen an. "Das geht schon seit Silverstone so, und die Motorenüberlegenheit nimmt immer mehr zu", sagt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko bei "Sky". "Wir müssen uns etwas einfallen lassen."
Red Bull muss sich da aber auch an die eigene Nase fassen. Denn Max Verstappen war in der Türkei nur mit 297,1 km/h "geblitzt" worden - als Langsamster aller Fahrer! Zum Vergleich: Hamiltons Topspeed lag bei 310,7 km/h.
Red Bull hat für die kommende Woche ein Krisenmeeting in Milton Keynes angesetzt. Dort will man schauen, was man noch tun kann, um die Situation zu verbessern. "Ich weiß nicht, ob unsere Honda-Leute da ein Gegenmittel haben", sagt Marko. "Wir müssen einfach unser Chassis noch mehr optimieren, damit wir das zumindest ansatzweise ausgleichen können."
Denn sonst fürchtet man, dass es mit der WM richtig eng werden könnte. Als nächstes steht das Rennen in den USA auf dem Programm. "Und Austin ist Hamilton-Land", weiß Horner. "Wir müssen wirklich unsere beste Leistung bringen."

Red Bull hakt bei FIA nach

Gleichzeitig hat Red Bull aber auch die FIA ins Boot geholt und erwartet sich Antworten über den Mercedes-Motor, auch wenn Horner betont: "Wir haben keinen Protest eingelegt!" Man habe nur einige Fragen aufgeworfen, was laut ihm "alle Teams tun".
"Es war nicht nur Red Bull, auch andere Hersteller haben Fragen aufgeworfen und tun dies immer noch", stellt er klar. "Es liegt an der FIA, sich das anzuschauen und zu überwachen. Aber wenn man einen Speed hat, der höher als mit offenem DRS ist, dann ist das schon ziemlich beeindruckend", merkt er an.
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