Der Brite, selbst durchaus geübt im Sticheln, hatte die Ausführungen des Motorsportchefs vom Hauptrivalen Mercedes bei der Pressekonferenz der Rennstall-Bosse noch äußerlich gelassen hingenommen. Direkt danach aber war es vorbei mit Horners Contenance. Wie auf der Strecke schenken sich die beiden erfolgreichsten Formel-1-Teams des vergangenen Jahrzehnts auch auf Führungsebene nichts.
Zumal es nicht nur um die Gegenwart geht. Red Bull hatte Anfang der Woche bekannt gegeben, den langjährigen Mercedes-Mann Ben Hodgkinson als Technischen Direktor für die neu geschaffene Abteilung für Antriebsstränge zu verpflichten. Kein feiner Zug, in der Formel 1 aber auch nicht ungewöhnlich. Wolff allerdings glaubt, dass "es vielleicht noch ein paar andere geben wird, die sich dieser aufregenden Reise anschließen werden."
Man könne eine "Strategie erkennen. Sie sind nicht dumm", erklärte der Österreicher. Wolff ist sich sicher, dass Red Bull in seinen Planungen zweigleisig fährt: "Auf der einen Seite sind sie scharf darauf, ihre eigene Power Unit herzustellen. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass die Volkswagen-Gruppe mit zwei Marken auf die Formel 1 schielt und dies auch Teil der Gespräche war."
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Bald auch Audi und Porsche in der Formel 1?

Konkret meint Wolff Audi beziehungsweise Porsche, über deren Einstieg seit Jahren spekuliert wird. Von VW-Seite heißt es mantramäßig, dass man die relevanten Rennserien genau beobachte. Was im Klartext bedeutet: Interesse ist da - wenn der Rahmen stimmt.
Zur Saison 2025 könnte dies der Fall sein, ab dann sollen nach dem Wunsch nicht zuletzt der Formel-1-Führung die Motoren preisgünstiger und technologisch weniger komplex sein. Das soll neue Hersteller anlocken.
Von Red-Bull-Seite wurde bislang nur kommuniziert, dass man mit dem Ausstieg des bisherigen Motorenpartners Honda zum Jahresende die Power Units der Japaner übernimmt und diese dann - technologisch eingefroren - bis zum Ablauf des derzeit gültigen Motorenreglements 2024 nutzt.

Red Bull verteidigt Personalabwerbungen von Mercedes

Danach könne man sich gut vorstellen, Aggregate in der eigenen Motoren-Fabrik zu bauen, die gerade in Milton Keynes errichtet wird. Das wäre ein höchst bemerkenswerter Schritt für ein Team, das beim Formel-1-Einstieg 2005 noch als "fahrende Dose" verspottet wurde.
Wolff rechnete aber etwas anderes vor. "Der Volkswagen-Konzern hat eine historische Verbindung mit Red Bull über alle Plattformen hinweg." Es wäre "logisch", dass sie sich eine Zusammenarbeit anschauen und prüfen, ob sie das Honda-Wissen nutzen könnten.
Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bemerkte zu den Ausführungen seines Intimfeindes Wolff bei "Sky" süffisant:
Nachdem einige Leute von der Motorenabteilung zu uns wechseln, ist die Stimmung etwas angespannt. Aber wir haben die Leute nicht gezwungen, sie sind ja freiwillig gekommen."
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(SID)

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