War das nun also der lange ersehnte Befreiungsschlag für Vettel? Er selbst gibt sich bei "Sky" zurückhaltend: "Wird sich zeigen. [Es] war mit Sicherheit mal ein bisschen besser, mal länger drin zu bleiben im Qualifying und nicht so früh schon auszuscheiden."
In der modernen Formel 1 habe man als Fahrer nicht viele Gelegenheiten, das Auto mit aufgedrehtem Motor, mit frischen Reifen und wenig Sprit zu fahren, so Vettel weiter.
"Das sind nur eine Handvoll Runden pro Wochenende. Doch das scheint mir definitiv geholfen zu haben, um zu verstehen, was das Auto braucht. Oder: Wie ich das Auto fahren muss, um schneller zu sein. Und heute ging es etwas besser."
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Er wolle aber nicht von einer "Erleichterung" sprechen, betonte Vettel: "Es ändert nicht die Welt. Es ist ein bisschen besser, bringt uns für morgen in eine etwas bessere Ausgangsposition. Das ist die Hauptsache, glaube ich."

GP Portugal: Vettel hat Stroll in Portugal im Griff

Deshalb will Vettel auch keine konkrete Zielvorgabe für das Rennen ausgeben. Nur so viel: "Wir fahren ja gerade so in den Punkterängen los. Ich denke, es wird nicht einfach, da zu bleiben, aber wir sind zumindest mal ein Stück weiter vorne. Wir werden auf jeden Fall angreifen."
Letzteres hat Vettel schon im Qualifying erfolgreich getan, erstmals in dieser Saison über alle drei Teilsegmente hinweg. Schon in Q1 belegte er mit P8 eine Position in der ersten Hälfte des Feldes und nahm Teamkollege Stroll, der nur 17. wurde, über eine halbe Sekunde ab. Auch in Q2 fuhr Vettel solide, mit einem Polster von fast eineinhalb Zehnteln auf P11.
"Die Pace war ganz gut", meinte Vettel und erklärt bei "ServusTV", er sei "insgesamt ziemlich zufrieden" mit seinem Abschneiden im Qualifying. "Es läuft jetzt etwas besser. Ich war ein bisschen zufriedener mit meinem Fahren. Das Auto tut jetzt auch mehr das, was ich will."
Außerdem verweist Vettel darauf, dass er in Portimao mehr innere Ruhe verspürt habe. "Im Qualifying sollte man nicht über seine Runde nachdenken, sondern einfach nur machen", sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister. Sein Fazit: "Es fühlte sich mehr so an. Ich glaube dennoch, dass da auf meiner Seite noch mehr zu optimieren ist."

GP Portugal: Vettel kann ersten WM-Zähler holen

Doch auch Aston Martin sei noch nicht an einem Endpunkt angekommen mit dem AMR21, im Gegenteil, meint Vettel. Er erklärte: "Wir lernen noch immer über das Auto dazu. Wir sind noch immer dabei, von Session zu Session viele Dinge am Auto zu ändern, um die Limits auszuloten. Die nächsten Rennen werden sehr entscheidend, um [das] in den Griff zu kriegen."
Ob die jüngsten Updates dabei helfen können? Eben diese hatte in Portimão nur Stroll am Auto, weil Aston Martin die Politik verfolgt, sie dem in der WM besser platzierten Fahrer mit Vorrang zu geben. Und das war nach Sakhir und Imola eben Stroll, der in beiden Rennen gepunktet hatte. Vettel steht noch ohne WM-Zähler da.
Warum es für Stroll im Qualifying nicht funktioniert hat, dazu sagte Vettel nichts. Stroll aber habe sich mit den neuen Teilen am Auto "von Anfang an wohler gefühlt im Vergleich zu mir", meinte Vettel. Das sei auch "logisch", weil das Update das Auto besser mache.
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GP Portugal: Vettel verpatzt Q3

Im Qualifying in Portimão aber habe es noch ganz andere Erfolgsfaktoren gegeben als nur die Technik, sagte Vettel weiter. Er verwies auf den recht starken Wind aus Nordwesten, der bisher in allen Einheiten für zahlreiche Fahrfehler gesorgt hat.
"Es war ungeheuer windig und daher sehr schwierig, die Runden hinzukriegen", so der Deutsche. "Manchmal bist du schneller gefahren, konntest dir das aber nicht erklären. Manchmal warst du auch langsamer und konntest es dir ebenfalls nicht erklären. Man sieht halt nicht, wie stark der Wind bläst und aus welcher Richtung."
Vielleicht habe er deshalb seine Schlussrunde in Q3 nicht auf den Punkt gebracht, mutmaßte Vettel. "Wir hatten nur noch einen Reifensatz übrig. Und ich hatte noch einen kleinen Fehler in der Runde. Der Wind hatte wieder etwas zugenommen. Da habe ich mich ein bisschen vertan, aber sonst war es heute okay", meinte er.
In manchen Runden habe er "schlicht das Auto verloren", sagte Vettel. "Es fühlte sich an, als ob etwas defekt sei, aber es war wirklich nur ein Windstoß. Das war aber für alle gleich." Aston Martin habe dieses Szenario in jedem Fall weitere Fragezeichen aufgegeben: "Für uns und auch für mich gibt es mit dem Auto noch sehr viel zu lernen."

Sebastian Vettel (Aston Martin) in Portimão

Fotocredit: Imago

GP Portugal: Vettel macht Schritte nach vorne

Am Ende fehlten ihm 0,184 Sekunden auf Pierre Gasly auf P9 und jeweils noch einmal ähnlich viel auf die weiteren Fahrer davor. Ob es ohne den Fehler weiter nach vorne gegangen wäre? Davon ist Vettel überzeugt. "Etwas mehr" sei drin gewesen für ihn, aber wie viel genau, das lässt er offen.
In jedem Fall sei Aston Martin als Team noch weit weg vom "idealen Ergebnis", das es anzustreben gelte. Vettel: "Wir haben aktuell einen großen Unterschied bei den Autos, was die Qualifying-Positionen betrifft. Einfach umgekehrt wie bei den vorangegangenen Rennen. Idealerweise würden wir dichter zusammen stehen, damit wir auch im Rennen zusammenarbeiten können."
Deshalb müsse sein Rennstall einen Weg finden, mittelfristig auf eine Runde konkurrenzfähiger zu sein. "Wir wollen mit beiden Autos in Q3 fahren und noch weiter vorne stehen", sagt Vettel. "Derzeit aber dürfen wir auch nicht zu gierig sein. Wir wissen: Es gibt vieles, an dem wir arbeiten müssen."
Er nehme sich da selbst nicht aus: "Ich scheine mehr Runden zu brauchen als normal. Das verstehe ich eigentlich nicht, aber so ist es eben. Es gibt also viele Dinge, an denen ich arbeite. Da ist es gut, wenn es etwas besser läuft. Wir kämpfen noch nicht um die Positionen, die wir anstreben, aber es geht in kleinen Schritten nach vorne."

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