Günther Steiner zu Nikita Mazepin: "Deswegen hassen dich die Leute" - Doku enthüllt Ansage von Haas-Boss

Der ehemalige Haas-Pilot Nikita Mazepin hatte in der Formel 1 von Beginn an einen schweren Stand - insbesondere im eigenen Team und bei den Fans. Nach dem Grand Prix in Barcelona im vergangenen Mai fuhr Teamchef Günther Steiner den 23 Jahre alten Russen an: "Verdammte Sch****. Deswegen hassen dich die Leute!" Das wurde nun in der F1-Netflix-Dokumentation "Drive to Survive" enthüllt.

Nikita Mazepin

Fotocredit: Getty Images

Mehrfach in der Saison war Mazepin mit seinem Renningenieur aneinandergeraten. Während des Rennens in Katalonien hatte er sich über das Teamradio ein ums andere Mal über seinen abgeschlagenen Boliden beklagt - und war als Letzter über die Ziellinie gefahren.
Vor den Filmkameras fand der Italiener in einer Besprechung nach dem Rennen am Circuit de Catalunya deutliche Worte für den Rennfahrer. "Sei nicht so aggressiv, wenn du am Funk sprichst", forderte Steiner von Mazepin und stellte klar: "Damit erreichst du nichts."
Gerade für das Verhältnis mit seinen Ingenieuren sei das Verhalten schädlich gewesen, wie Steiner erklärte. "Sie haben Angst vor dir", schimpfte der 56-Jährige. "Ich sage nicht, dass du geliebt werden musst. Ich sage nur, sei neutral", so Steiner gegenüber Mazepin. Das "Oh, das ist f...ing s..t" von Mazepin helfe niemandem weiter, polterte der Haas-Boss.
Der Russe wurde wegen der Sponsorengelder seines Vaters in der Formel 1 von Beginn an kritisch gesehen und sah sich früh herber Kritik in den Sozialen Medien ausgesetzt. Auch das Verhältnis zu seinem Teamkollegen Mick Schumacher war stets unterkühlt.

Mazepin-Familie drohte mit Rückzug

Die Dokumentation "Drive to Survive" begleitet die Königsklasse des Motorsports seit der Saison 2018 hinter den Kulissen. Wie die Ausschnitte zudem zeigen, fühlte sich Mazepin während der vergangenen Saison im Vergleich zu Schumacher ungerecht behandelt.
Der Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher dominierte den Russen nach Belieben, kam in 15 der 21 Rennen vor seinem Teamkollegen ins Ziel. Für den Russen und seinen Vater Dmitry Mazepin ein Grund zur Annahme, das Team bevorzuge den Deutschen.
Der 53 Jahre alte Geschäftsmann und Eigentümer des früheren Hauptsponsors Uralkali drohte sogar mit dem Rückzug aus der Formel 1, wie aus der Netflix-Dokumentation hervorgeht.
picture

Haas trennt sich von russischem Fahrer Nikita Mazepin

Fotocredit: Getty Images

Mazepin wütend über Trennung

Nun endete das Kapitel von Mazepin bei Haas und in der Formel 1 noch vor Beginn seiner zweiten Saison. Anfang des Monats feuerte Haas den Russen wegen der Invasion Russlands in die Ukraine und ersetzte ihn durch den Dänen Kevin Magnussen. Auch von Hauptsponsor Uralkali trennte sich Haas.
"Wie die gesamte Formel 1 ist das Team geschockt und betroffen von der Invasion in der Ukraine und hofft auf ein friedliches Ende des Konflikts", verkündete der Rennstall.
Dem Bergbauunternehmen wird genauso wie der Familie Mazepin Nähe zu Russlands Staatspräsident Wladimir Putin nachgesagt. Auf dem Instagram-Profil des 23-Jährigen findet sich nach wie vor ein Bild mit dem russischen Staatsmann.
Wegen der Trennung warf Mazepin seinem früheren Teamchef Unaufrichtigkeit vor. Man habe sich zuvor auf Steiner immer "zu 110 Prozent verlassen können", erinnerte sich Mazepin. Von der Entlassung habe er aber dann über die Pressemitteilung des US-amerikanischen Rennstalls erfahren. Seither habe er keinen Kontakt mehr zu Steiner gehabt.
picture

Der F1-Saisonstart in Bahrain: Alle Fragen und Antworten

Quelle: SID

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung