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Kimi Räikkönenes ungewöhnlicher Aufstieg bei Sauber: Beat Zehnder preist "schnellsten Sauber-Fahrer"
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Publiziert 12/08/2022 um 12:49 GMT+2 Uhr
Kimi Räikkönen zählt zu den Legenden der Formel 1. Zwischen 2001 und 2021 machte sich der wortkarge Finne in der Königsklasse des Motorsports einen Namen. Alfa-Romeo-Teammanager Beat Zehnder war einer der Förderer des Weltmeisters von 2007. Geht es nach dem Schweizer, sticht Räikkönen unter den zahlreichen Sauber-Legenden heraus - trotz seines ungewöhnlichen Starts in der Formel 1.
Kimi Räikkönen sammelte bei Sauber die ersten Erfahrungen in der Formel 1
Fotocredit: Getty Images
Heinz-Harald Frentzen, Nick Heidfeld, Jacques Villeneuve, Felipe Massa, Robert Kubica oder Charles Leclerc: Das Sauber-Team hat in seiner mittlerweile schon 30-jährigen Formel-1-Zeit eine Menge guter Fahrer gesehen.
Einer, der jeden einzelnen davon miterlebt hat, ist Teammanager Zehnder, der bei jedem Rennen des Schweizer Rennstalls seit 1993 dabei war.
Auf die Frage nach dem schnellsten Fahrer, der je für Sauber in der Formel 1 gefahren ist, hat er eine klare Antwort: "Es war Kimi. Vom reinen Talent her ist es definitiv Kimi", sagte Zehnder im Podcast "Beyond the Grid" und ist der Meinung, dass Räikkönen ohne Technikpech in den Jahren 2003 und 2005 heute dreimaliger Weltmeister sein müsste.
Räikkönen hatte seine Karriere 2001 bei Sauber begonnen, was für viele damals überraschend kam - auch für Zehnder selbst. Denn der Finne war damals ein unbeschriebenes Blatt und hatte vor seinem Formel-1-Debüt gerade einmal 23 Autorennen in seiner Karriere absolviert.
Aus dem Nichts: Räikkönen darf sich beweisen
Peter Sauber hatte Räikkönen damals im September 2000 eine Testchance in Mugello gegeben und laut Zehnder gibt es auch heute noch keine Erklärung dafür. Das Team wusste aber, dass Landsmann Mika Salo das Team für 2001 in Richtung des neuen Toyota-Projektes verlassen würde und man einen Nachfolger brauchen würde.
Und dann war plötzlich Räikkönen da, der auf Zehnder nicht gerade den besten Eindruck machte. Wie beeindruckend Räikkönen damals gewesen ist? "Nicht sonderlich", so Zehnder.
Vor allem physisch wies der Finne deutliche Defizite auf: "Aber was erwartet man auch von einem Fahrer aus der Formel Renault?", erklärte Zehnder weiter und erzählte, wie schwierig der Test damals war: "Wir sind drei oder vier Runden gefahren, und dann brauchte er eine Pause von 15 bis 20 Minuten."
Nur mit Hilfe von Teamphysiotherapeut Josef Leberer kam Räikkönen damals über die beiden Tage.
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Kimi Räikkönen beim Kanada-GP 2001
Fotocredit: Getty Images
Schneller als der Stammfahrer: Räikkönen empfiehlt sich
Aber: In Sachen Geschwindigkeit wusste Räikkönen durchaus zu glänzen und war sogar schneller als Stammfahrer Pedro Diniz. Und wortkarg, wie Räikkönen schon damals war, habe er nur gesagt: "Ich kann es besser."
"Er war außergewöhnlich", erinnerte sich Zehnder. "Und wie er dich angesehen hat: Du hattest das Gefühl, wenn du ihm eine Chance gibst, ergreift er sie und macht das Beste daraus."
Sauber gab Räikkönen tatsächlich das Cockpit für 2001 und die FIA dem Finnen eine Superlizenz unter Vorbehalt. Doch der Finne enttäuschte nicht: Schon beim ersten Rennen in Melbourne holte er als Sechster seinen ersten Punkt und fuhr im weiteren Jahresverlauf noch drei weitere Male unter die Top 5.
Zusammen mit seinem Teamkollegen Nick Heidfeld hievte Räikkönen Sauber auf den starken vierten Gesamtrang.
Kimi setzte Sauber die Pistole auf die Brust
Doch der Erfolg machte auch die Konkurrenz aufmerksam. McLaren wollte den Finnen nach nur einer Saison als Nachfolger des zurücktretenden Doppelweltmeisters Mika Häkkinen abwerben - sehr zum Ärger von Heidfeld, der zuvor Testfahrer von McLaren gewesen war und auch in der Gesamtwertung vor Räikkönen lag.
Das Problem: Räikkönen hatte laut Zehnder einen "wasserdichten Dreijahresvertrag" bei Sauber unterschrieben. Doch der Teammanager sagt, dass Sauber keine andere Wahl hatte, als seinen Piloten gehen zu lassen. "Er hat klargestellt, dass er lieber aufhören als weitermachen würde. Entweder geht er zu McLaren oder er hört auf. Das hat er deutlich gemacht."
Zumindest wurde Sauber von McLaren finanziell für den Verlust entschädigt. "Und mit der finanziellen Entschädigung haben wir unseren Windkanal gebaut", sagt er. Der galt lange Zeit als State-of-the-Art und gehört auch heute noch zu den besten Modellen.
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