Helmut Marko hofft in Crashgate-Affäre auf WM-Titel für Felipe Massa: "Ich würde es ihm wünschen"

Helmut Marko würde sich freuen, sollte Felipe Massa in seinem Kampf um den WM-Titel 2008 und im Zuge der Crashgate-Affäre Erfolg haben. "Wenn es neue Tatsachen gibt, kann man die Sache aufrollen. Und dann stehen die Chancen für Massa nicht so schlecht", erklärte der Red-Bull-Motorsportchef der "Krone". "Ich würde es ihm wünschen, wenn er diesen Titel zugesprochen bekommt", meinte Marko weiter.

Felipe Massa und Helmut Marko

Fotocredit: Getty Images

Allerdings mahnte der Jurist auch an: "Die Frage ist nur, wo kämen wir hin, wenn wir viele andere Rennen, wo es auch Zwischenfälle gegeben hat, neu bewerten müssten?"
Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Lewis Hamilton, der vor 15 Jahren mit einem Punkt Vorsprung auf den Brasilianer seinen ersten Weltmeistertitel eingefahren hatte, gab es dann auch.
"Es war damals fürchterlich anzusehen, wie Massa in Brasilien 20 Sekunden über den Titelgewinn gejubelt hat, und dann war plötzlich alles weg", erklärte Marko: "Der Herr Hamilton, dem Rekorde ja nicht so wichtig sind, hätte dann halt einen weniger ..."
Aus Sicht von Massa gibt es nun aber neue Beweise, die darlegen, dass man bei der FIA schon vor Saisonende von der Rennmanipulation in Singapur durch Renault gewusst hatte.

Ecclestone-Interview tritt neue Untersuchung los

2008 war Nelson Piquet jr. in Singapur mit seinem Renault in die Mauer gekracht, das Safety Car rückte aus, in den folgenden Wirren fiel Massa im Ferrari vom ersten Platz weit zurück. Marko erinnerte sich daran: "Schon die Wahl der Runde für den Stopp (von Piquets Teamkollege Fernando Alonso, Anm. d. Red.) war suspekt. Danach war es ein offenes Geheimnis. Mich hat nur gewundert, warum es so lange gedauert hat, bis diese Affäre aufgedeckt wurde."
Denn erst zwölf Monate später packte Massas Landsmann Piquet jr. aus, und "Crashgate" war geboren: Ein "Vorschlag" sei ihm kurz vor Rennbeginn "unterbreitet" worden, von Teamchef Flavio Briatore. Ein absichtlicher Unfall könne seinem Teamkollegen Fernando Alonso zum Sieg verhelfen. So kam es dann auch, Renaults Plan ging auf - Massas Unglück und die Auswirkungen waren dabei eher ein Begleitschaden.
Im Frühjahr 2023 sorgte Bernie Ecclestone mit einem neuen Interview für Schlagzeilen. Der damalige Formel-1-Boss und auch der Weltverband FIA hätten recht bald schon von dem Betrug erfahren, aber nichts unternommen, sagte der 92-Jährige im März bei "F1-Insider": "Wir wollten den Sport schützen und vor einem Riesenskandal bewahren."
Eigentlich aber "hätten wir das Rennen in Singapur unter diesen Bedingungen annullieren müssen. Für die WM-Wertung hätte es nie stattgefunden, dann wäre Felipe Massa Weltmeister geworden." Aus Sicht von Massa ändert das alles. Der 42-Jährige will die Saisonwertung anfechten, seine Anwälte fordern von FIA und Formel 1 bis Mitte Oktober eine Stellungnahme. Auch Vertreter des damaligen Renault-Teams wurden kontaktiert.
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(mit SID)
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Quelle: SNTV

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