Pierre Gaslys Zukunft wirft Rätsel aus: Franzose nach Pérez-Verlängerung vor Abgang von AlphaTauri?

Pierre Gaslys Wechsel zu Red Bull erwies sich in der Saison 2019 nur als kurzes Gastspiel, nach nur zwölf Rennen wurde der Franzose vom heutigen Williams-Piloten Alexander Albon ersetzt. Nach starken Leistungen im AlphaTauri war Gasly seiner zweiten Chance immer nähergerückt, die Vertragsverlängerung von Sergio Pérez nahm ihm aber jegliche Perspektive. Seine Zukunft bleibt damit ungewiss.

Pierre Gasly steht eine ungewisse Zukunft bevor

Fotocredit: Getty Images

Gasly ist enttäuscht darüber, dass Red Bull den Vertrag von Sergio Pérez bis Ende 2024 verlängert hat. Weil auch der Vertrag mit Max Verstappen bis Ende 2028 läuft, ist damit jede Aufstiegsperspektive für den 26-jährigen Franzosen dahin.
Er habe zwar Spaß daran, gemeinsam mit AlphaTauri zu arbeiten und das Team weiterzuentwickeln, "aber ich habe natürlich auch persönliche Ziele. Und meine persönlichen Ziele sind nicht, auf Dauer um den Einzug in die Top 10 zu kämpfen. Dafür reiße ich mir nicht jeden Tag den Arsch auf, sondern ich will mehr als das. Ich will vorn mitfahren."
"Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich 2021 Sechster im Qualifying war und in der Startaufstellung neben Charles stand. Es ist verrückt, wie schnell sich die Dinge ändern können. Jetzt fährt er um die WM und wir haben Schwierigkeiten damit, es in die Top 10 zu schaffen", seufzte Gasly vor dem Grand Prix von Aserbaidschan.
Immerhin erfuhr er nicht aus den Medien darüber, dass der Platz bei Red Bull an Pérez gegangen ist, sondern von Helmut Marko persönlich. Der hat Gasly bereits vor der Vertragsunterschrift, die am Freitagmorgen in Monaco erfolgt ist, angerufen und "ihm die Situation erklärt", wie der Motorsportkonsulent in einem Interview mit "Formel1.de" verriet.

Marko schließt vorzeitigen Gasly-Wechsel aus

Jetzt "müssen wir halt schauen, wie es nach 2023 mit Gasly weitergeht", sagte Marko. Bis einschließlich 2023 ist Gasly noch an die Red-Bull-Familie gebunden. Mit einem Gesuch, vorzeitig aus dem Vertrag entlassen zu werden, rechnet Marko nicht: "Es gibt für ihn, glaube ich, derzeit keine Alternative, die deutlich besser wäre als AlphaTauri."
Möglichkeiten aber schon, zumindest theoretisch. McLaren betont zwar, dass Daniel Ricciardo auch für 2023 noch Vertrag hat, doch an der Paarung wurden zuletzt Zweifel laut. Und zu Alpine würde Gasly als Franzose wunderbar passen, auch wenn dort mit Esteban Ocon schon ein "Quotenfranzose" engagiert ist.
Gasly selbst nimmt die veränderte Situation gelassen. Er werde sich jetzt mit Marko an einen Tisch setzen und diskutieren, wie es weitergeht - "so, wie wir das seit zehn Jahren machen. Sie kennen mich, seit ich ein Kind bin. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Helmut. Jetzt müssen wir halt eine Lösung finden, die für uns alle funktioniert."

Gasly blickt optimistisch in die Zukunft

Dass Red Bull sich für Pérez entschieden habe, sei "logisch", fand er: "Es war für mich keine Überraschung, denn ich schätze mich als sehr objektive Person ein. Ich weiß, was sie vom zweiten Fahrer erwarten, und Pérez erfüllt alle Voraussetzungen. Er fährt eine tolle Saison, ist schnell, bringt ein bisschen Geld mit und hat viel Erfahrung. Das passt perfekt für das Team."
Um seine eigene Karriere macht sich Gasly keine Sorgen. "Ich habe 2021 bewiesen, als unser Auto konkurrenzfähig war, was ich mit einem Mittelfeldauto erreichen kann. Nicht nur 2021, auch 2019 und 2020. Ich bin jetzt bei AlphaTauri und gebe mein Bestes, auch wenn das Auto nicht so gut ist wie erhofft. Da ist natürlich alles ein bisschen weniger aufregend", gab er zu.
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