Red Bull wirft Christian Horner raus: Verstappen-Rennstall zieht Konsequenzen - Vertrag wird vorzeitig aufgelöst

Paukenschlag in der Formel 1: Red Bull Racing hat Teamchef Christian Horner mit sofortiger Wirkung entlassen. Der Vertrag des 51-Jährigen Briten lief eigentlich noch bis 2030. Gründe für den Paukenschlag sind die sportliche Krise des österreichischen Rennstalls und der drohende Abschied von Weltmeister Max Verstappen. Der Nachfolger von Horner wurde bereits vorgestellt und kommt vom Schwesterteam.

14 WM-Titel in 20 Jahren: Red Bull setzt Horner vor die Tür

Quelle: Perform

Horner wechselte 2005 von der Formel 3000 in die Königsklasse und begleitete den Aufstieg von Red Bull in der Formel 1 von Anfang an.
In seine Zeit als Teamchef fielen die WM-Titel von Sebastian Vettel (2010 bis 2013) und Max Verstappen (2021 bis 2024). Insgesamt feierte der Rennstall sechs Konstrukteursweltmeisterschaften.
"Wir möchten Christian Horner für seine außergewöhnliche Arbeit in den letzten 20 Jahren danken", wurde Oliver Mintzlaff, Sport-Boss im Red-Bull-Kosmos, in einer offiziellen Pressemitteilung zitiert. "Mit seinem unermüdlichen Engagement, seiner Erfahrung, seinem Fachwissen und seinem innovativen Denken hat er maßgeblich dazu beigetragen, Red Bull Racing als eines der erfolgreichsten und attraktivsten Teams in der Formel 1 zu etablieren."
Sein Nachfolger steht bereits fest. An die Position von Horner rückt Laurent Mekies, der bisherige Teamchef bei Schwesterteam Racing Bulls. Der 48-jährige Franzose wird wiederum von Alan Permane ersetzt.

Horner-Rauswurf für Verstappen-Verbleib?

Mekies steht vor einer schwierigen Aufgabe. Seit Anfang 2024 kämpft Red Bull nämlich mit einer großen Unruhe innerhalb des Teams.
Schwere Anschuldigungen einer ehemaligen Mitarbeiterin gegen Horner - "unangemessenes Verhalten" wurde ihm vorgeworfen - sorgten vor eineinhalb Jahren für Risse. Von der Konzernspitze erhielt Horner zwar Rückendeckung, die Fassade begann aber zu bröckeln.
Star-Designer Adrian Newey verließ Red Bull im Verlauf der Saison 2024, das Verhältnis zu Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko - einem großen Förderer und Vertrauten von Max Verstappen - war ebenfalls belastet. Und Verstappens Vater Jos forderte im vergangenen Jahr die Trennung von Horner, sonst werde "das Team explodieren".
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Helmut Marko, Christian Horner und Adrian Newey während der Saison 2023 (v.l.n.r.)

Fotocredit: Getty Images

Die Entlassung von Horner ist gewiss ein Zugeständnis in Richtung des offenkundig frustrierten Serienweltmeisters, der aufgrund der ausbleibenden Leistungen seit geraumer Zeit mit einem Wechsel zu Rivale Mercedes in Verbindung gebracht wird.
In diesem Jahr läuft nämlich fast nichts mehr zusammen: Red Bull Racing ist nur Vierter der Team-WM, hat bei Saisonhalbzeit nicht mal halb so viele Punkte erobert wie Spitzenreiter McLaren.

Holt Red Bull jetzt auch Vettel?

Verstappen, der als Jahrhundertfahrer gilt, verabschiedete sich zuletzt schon von seinem fünften Titel in Serie: "Wir kämpfen sowieso nicht um die Meisterschaft", sagte er Ende Juni beim Red-Bull-Heimspiel in Österreich.
Red Bull Racing hat nun die Chance, sich neu zu sortieren: Verstappen wird von Mercedes umworben, der 27-Jährige gilt aber als loyal und hat einen hochdotierten Vertrag bei Red Bull bis Ende 2028. Unwahrscheinlicher dürfte sein Verbleib durch die Horner-Entlassung nicht geworden sein.
Und: Der 82-jährige Österreicher Marko liebäugelt immer offensiver mit einem Rückzug. Ausgerechnet Vettel (38), der zweite prägende Fahrer der Red-Bull-Geschichte, ist hartnäckig als Nachfolgekandidat im Gespräch. Bei Ferrari arbeitete er - noch als Pilot - bereits eng mit Mekies zusammen.
(mit SID)
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Quelle: Perform


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