Red Bull nach Verstappen-Aus in Australien in Kritik - Marc Surer: "Da wurde einfach nur geschlampt"

Nach dem erneuten Aus von Titelverteidiger Max Verstappen bleibt Red Bull in der neuen Formel-1-Saison weiter hinter den eigenen Erwartungen zurück. Der ehemalige Rennfahrer Marc Surer nimmt den österreichischen Rennstall in die Pflicht und macht die ein oder andere Ungenauigkeit in der Vorbereitung aus. Unter den Umständen leide letztlich auch die Souveränität von Superstar Verstappen.

Max Verstappen

Fotocredit: Getty Images

Schnell ist der Red Bull RB18, aber zuverlässig ist er nicht: In bisher drei Rennen in der Formel-1-Saison 2022 haben Verstappen und Sergio Perez insgesamt drei Mal nicht die komplette Distanz geschafft.
In der Gesamtwertung ist man damit vorerst weit hinter die eigenen Erwartungen zurückgefallen. Denn dort ist Ferrari bereits enteilt und selbst Mercedes hat besser gepunktet als Red Bull.
Aber ist die WM für Verstappen bei aktuell 46 Punkten Rückstand nach drei Rennen schon gelaufen? Im Interview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de verneint Formel-1-Experte Marc Surer und meint: "Bei 23 Rennen ist das eigentlich nicht so viel."
"Es klingt nach viel, es macht einen schlechten Eindruck, aber auf der anderen Seite müssen wir sagen, er hat ein Rennen gewonnen. Das heißt, er ist siegfähig, und ich glaube, das ist das Wichtigste, was man daraus lernen kann."

Kein Verständnis für Red Bulls Technik-Probleme

Grundsätzlich habe das Team mit dem neuen RB18 ein starkes Auto gebaut. "Red Bull weiß auch, wie man ein Auto schnell macht. Die wissen auch schon, wo ihre Schwächen sind. Also ich mache mir da eigentlich nicht Sorgen, dass die den Anschluss früher oder später wieder hundertprozentig finden", so der frühere Formel-1-Fahrer weiter.
Unverständnis äußert Surer aber mit Blick auf die vielen technischen Fehler bei Red Bull. Das sei etwas, "was man wirklich nicht verstehen kann", meint er.
"Was jetzt passiert ist in Melbourne, dass eine Leitung bricht, also entweder haben sie da einen Schwachpunkt drin oder es ist schlecht montiert worden. Also das darf eigentlich nicht passieren."
Surer vermutet zum bereits zweiten Ausfall von Verstappen in diesem Jahr: "Entweder war das Teil einfach zu schwach oder nicht richtig konstruiert, oder was ich eher glaube, weil ja ein Auto durchgekommen ist, dass wahrscheinlich einfach geschlampt wurde beim Montieren."

Verliert Verstappen seine Geduld?

All das könne auch dazu beitragen, dass Verstappen als Formel-1-Weltmeister nicht so souverän auftrete, wie es vor Saisonbeginn erwartet worden war. Vor allem am Funk fällt auf: Verstappen meckert viel und geht auf Konfrontation mit seinem Team.
Das hat auch Surer bemerkt. "Beim Testen habe ich [noch] gedacht, der ist angekommen, der wirkt unheimlich ruhig und relaxt. Aber jetzt in den Rennen [...] ist er ungeduldig. Und ich glaube, das hängt auch damit zusammen, dass er eben nicht das überlegene Auto hat, auf das er gehofft hat."
Laut Surer könnte das ein Grund sein, weshalb Perez bei Red Bull in diesem Jahr deutlich besser dasteht als noch in der Saison 2021. Seine These: "Verstappen probiert sehr viel aus [und] riskiert mehr, während Perez einfach das macht, was das Team ihm vorgibt, und er hat dazugelernt."
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Quelle: Perform

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