Eurosport
Red-Bull-Sportdirektor Jonathan Wheatley sieht Ferrari als "große Bedrohung" und lobt Fahrerpaarung
Von
Publiziert 02/02/2022 um 23:08 GMT+1 Uhr
Angesichts der neuen Regeln lässt sich das neue Kräfteverhältnis nur schwer vorhersagen. Eine große Bedrohung könnte nach Ansicht von Jonathan Wheatley, Sportdirektor bei Red Bull, aber von Ferrari ausgehen. Das prognostizierte der britische Funktionär in einer YouTube-Show. Insbesondere die Power-Unit und die Fahrerpaarung aus Charles Leclerc und Carlos Sainz lobte 54 Jahre alte Wheatley.
Ferrari-Pilot Carlos Sainz vor Red-Bull-Fahrer Sergio Pérez
Fotocredit: Getty Images
Zwar gab Wheatley in der YouTube-Show von Jack Threlfall zu: "Ich denke, dass es zu diesem Zeitpunkt sehr schwierig ist, Vorhersagen zu treffen. Man hat nur seine eigenen Referenzen im Vergleich zum letztjährigen Auto."
"Man kann zwar Informationsschnipsel von anderen Teams aufschnappen, aber man weiß nicht, ob sie einem die Wahrheit sagen oder nur versuchen, einen zu verunsichern."
Trotzdem hat der Red-Bull-Sportdirektor vor allem Ferrari auf der Rechnung: "Vor allem die Power-Unit schien am Ende des Jahres sehr stark zu sein. Sie waren eindeutig das drittschnellste Team. Sie haben auch ein tolles Fahreraufgebot."
Erst sei er sich nicht sicher gewesen, ob Charles Leclerc und Carlos Sainz zusammenpassen würden, verrät Wheatley. "Aber das scheint ihnen sehr gut gelungen zu sein", sagte er weiter und legt sich fest: "Ich denke, dass Ferrari in diesem Jahr die große Unbekannte oder möglicherweise die große Bedrohung sein wird."
Ferrari mit starkem Comeback nach 2020
Nach einer schwierigen Saison 2020, die auf einem enttäuschenden sechsten Platz in der Herstellerwertung endete, kämpfte sich Ferrari im vergangenen Jahr mit neuer Fahrerpaarung und einem Motor-Update in der zweiten Saisonhälfte zurück auf Platz drei.
Wenn es für die Roten - oder auch andere Konkurrenten - in der neuen Saison weiter nach vorne ginge, hätte Wheatley kein Problem damit. "Meine Vorstellung von der perfekten Weltmeisterschaft ist, dass wir gewinnen - natürlich. Aber ich hätte gerne einen Boxkampf mit bloßen Fäusten vom ersten bis zum letzten Rennen."
"Ich hätte gerne jedes Wochenende einen Kampf. Ich würde gerne sechs oder acht Fahrer sehen, die ein Rennen gewinnen können, und am Ende kommt es darauf an, wer über die Dauer von 23 Rennen in der Meisterschaft am besten abschneidet."
"Wer macht die wenigsten Fehler? Wer hat an den meisten Wochenenden das konkurrenzfähigste Auto? Wer kann aus strategischen Entscheidungen Kapital schlagen?"
Wheatley will enge Meisterschaft
Der Red-Bull-Mann betonte: "Verstehen Sie mich nicht falsch, es wäre toll, 23 Rennen im Jahr zu dominieren und zu gewinnen! Aber meine ideale Meisterschaft ist eine, bei der man am Ende des Jahres erschöpft ist, aber etwas Außergewöhnliches erreicht hat."
Das ist Red Bull mit Max Verstappen 2021 zweifellos gelungen, auch wenn der Titelgewinn von der Kontroverse um die Ereignisse beim Grand Prix von Abu Dhabi begleitet wurde. Die durch die FIA eingeleitete Untersuchung befürwortet Wheatley und erhofft sich für die Zukunft mehr Konstanz bei den Entscheidungen.
"Es ist wirklich wichtig, dass die FIA ihre Untersuchung durchführt, mit den Teams zusammenarbeitet und wir alle dem Ergebnis dieser Untersuchung folgen", betonte er.
Dabei ist sich Wheatley bewusst: "Es ist eine sehr, sehr schwierige Rolle, die der Rennleiter und die Stewards haben. Es geht vor allem um die Konsistenz der Entscheidungen, und zwar auf allen Ebenen. Das ist wie beim Fußball: Man möchte logische Entscheidungen des Schiedsrichters sehen, und das ist nicht immer der Fall."
Red-Bull-Sportdirektor fordert mehr Klarheit
Der Red-Bull-Sportdirektor sieht in dem Zusammenhang auch eine gewisse Diskrepanz zwischen der "großartigen, übergreifenden Philosophie des 'Let them race'", die aber eben nur eine Rennphilosophie sei, und den "Regeln in Schwarz-Weiß".
"Sie schreiben oft sehr genau vor, welche Strafe verhängt werden soll. Da gibt es überhaupt keinen Spielraum", wusste Wheatley. "Ich denke, diese Aspekte des Sports müssen auf höchster Ebene entschieden werden. Der Motorsport-Weltrat muss sagen: 'Das sind die Grundsätze, nach denen wir Rennen fahren.'"
"Dann liegt es an der FIA und den Teams zusammenzuarbeiten, um ein einheitliches sportliches Regelwerk zu gewährleisten", hielt Wheatley abschließend fest.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Abnabelung von Vater Jos: Marko erklärt Verstappens Reifeprozess
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/12/16/3272619-66969648-2560-1440.jpg)
Verstappen äußert sich nach WM-Triumph: "Alles, was nun kommt, ist ein Bonus"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung