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Sebastian Vettel vor ungewisser Zukunft: Aston Martin, McLaren oder Karriereende? Das sind die Optionen
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Publiziert 16/07/2022 um 13:02 GMT+2 Uhr
Sebastian Vettel steht in der Formel 1 vor einer unsicheren Zukunft. Der viermalige Weltmeister ist bis zum Ende der Saison 2022 an Aston Martin gebunden, doch eine Vertragsverlängerung lässt weiterhin auf sich warten. Während der britische Rennstall um eine gemeinsame Zukunft kämpft, steht sogar ein Karriereende des 35-Jährigen im Raum. Das sind Vettels Optionen.
Sebastian Vettel blickt in eine ungewisse Zukunft
Fotocredit: Getty Images
Zwischen 2010 und 2013 kannte die Formel 1 nur einen Namen: Sebastian Vettel. Das deutsche Wunderkind stellte gegen Champions wie Fernando Alonso, Kimi Raikkönen oder Lewis Hamilton sein Können unter Beweis, schwang sich zum jüngsten Weltmeister der Geschichte auf. Vettels Zeit bei Red Bull gilt als eine der schillerndsten und dominantesten Perioden der letzten Jahrzehnte und hielt an ihrem Ende Vettels persönlichen Wunsch parat - einen Vertrag bei Ferrari.
Doch sein Traum vom Weltmeistertitel im Boliden der ehrwürdigen Scuderia entwickelte sich über sechs Jahre hinweg zum feuerroten Albtraum. Sein Engagement bei Ferrari fand nach zahlreichen Rückschlägen und zerschmetterten Titelhoffnungen ein unrühmliches Ende.
Nachdem das Rampenlicht auf den talentierten und aufstrebenden Charles Leclerc fiel, entschied sich ein gebrochener Vettel für eine neue Herausforderung.
Bei Aston Martin, das sich aus Racing Point herausentwickelte, rechnete man sich eine erfolgreiche Zukunft aus. Mit der Erfahrung und dem unbestrittenen Talent des Ex-Weltmeisters aus Heppenheim wollte man spätestens 2022 zum ganz großen Wurf ausholen.
Aston Martin strauchelt: Vettel-Abschied möglich
Doch der Sprung nach vorne blieb aus. Die Erfolge, die man sich von den Reglement-Änderungen zum Anbruch der Saison 2022 erhoffte, rückten in weite Ferne. Aston Martin erwischte einen denkbar schlechten Start, erst im vierten Rennen fuhr man die ersten Punkte ein. Für Vettel, dem ein konkurrenzfähiges Auto versprochen wurde, viel zu wenig.
Angesichts seines Ende 2022 auslaufenden Vertrages und der Unzufriedenheit mit seiner momentanen Situation, wurden Gerüchte über einen möglichen Abgang des deutschen Piloten immer lauter.
"Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber ich werde in den nächsten Wochen darüber nachdenken", wich Vettel jüngst gegenüber "F1-Insider.com" einer Frage nach seiner Zukunft bei Aston Martin aus. "Natürlich hängt es auch davon ab, wie sich das Auto entwickelt und wie viel Potenzial ich im Team sehe. Ich habe schon mehrfach betont, dass ich um Punkte, aber auch um Siege kämpfen will. Sonst geht der Spaß verloren", unterstrich er seinen Hunger nach Erfolgen.
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Die bisherige Saison verlief nicht nach dem Geschmack von Sebastian Vettel
Fotocredit: Getty Images
Steht Vettel vor dem Karriereende?
Doch wie geht es mit Vettel weiter, wenn die gewünschte Entwicklung ausbleibt? Immer wieder wurde spekuliert, dass ein Vettel-Abgang bei Aston Martin gleichbedeutend mit dem Karriereende des 53-maligen Grand-Prix-Siegers sei.
Eine Spekulation, welche Vettel selbst nicht weiter befeuern will - aber auch nicht gänzlich beiseiteschiebt. Ein baldiges Karriereende spiele in seinen Gedanken angeblich noch keine Rolle, zu groß sei der Fokus auf seine Arbeit bei Aston Martin.
"Daran denke ich im Moment nicht. Aston Martin ist meine erste Anlaufstelle und das Projekt, das ich vorantreiben möchte", erläuterte er den Stand der Dinge. "Ich muss herausfinden, wie realistisch meine Ziele sind und wie viel Energie ich noch in mir spüre, um gemeinsam mit dem Team weiter zu wachsen", ließ er seine Zukunft offen.
Vettel und McLaren: Ein Backup für Daniel Ricciardo?
Während sich Vettels Ära bei Aston Martin aufgrund mangelnder Erfolge dem Ende neigt, könnte sich zur selben Zeit ein rettendes Hintertürchen öffnen. Dabei spielt ihm der tragische Niedergang eines ehemaligen Teamkollegen in die Karten, der Vettel einst im Red Bull abgelöst hatte.
Daniel Ricciardo befindet sich seit rund vier Jahren auf einer persönlichen Odyssee, versucht - ähnlich wie Vettel - an die Spitze der Nahrungskette zurückzukehren. Dieses Vorhaben blieb bislang jedoch ungekrönt, der WM-Dritte von 2014 und 2016 hinkt den großen Erwartungen, die man bei McLaren hinsichtlich seines Talents hat, hinterher.
Im Raum steht sogar ein frühzeitiges Ende seines Engagements beim Traditionsteam (Vertrag bis 2023). Und hier kommt Vettel ins Spiel. Wie die "BBC" zuletzt berichtete, soll sich der Heppenheimer unter den möglichen Nachfolgern Ricciardos befinden.
Für Vettel, der in dieser Saison erst 18 Punkte einstrich, wäre dies ein Licht am Ende des Tunnels - und ein erster Schritt in die richtige Richtung. Immerhin befindet sich McLaren nach einem horrenden Start ins Jahr im Gegensatz zu Aston Martin auf dem Weg nach oben. Ein Wechsel des 35-Jährigen in das Cockpit von McLaren wäre wohl die letzte große Möglichkeit für Vettel, noch einmal auf das (oberste) Treppchen des Podiums zurückzukehren. Doch wie realistisch ist dieses Szenario?
Ricciardo macht deutliche Ansage - McLaren denkt nicht nur an Vettel
Um der brodelnden Gerüchteküche etwas Wind aus den Segeln zu nehmen: Ricciardo selbst denkt nicht an einen vorzeitigen Abschied von McLaren. "Ich bin McLaren bis Ende nächsten Jahres verpflichtet und werde den Sport nicht verlassen", schrieb der achtmalige Grand-Prix-Sieger am Mittwoch bei Twitter. Auch McLaren-Boss Zak Brown dementierte die Gerüchte bezüglich seines Schützlings und verwies auf den bis 2023 datierten Vertrag.
Doch selbst wenn sich die Wege von Ricciardo und McLaren zum Ende dieser Saison trennen würden, wäre Vettels Nachrücken noch lange nicht beschlossene Sache.
Neben dem Ex-Champion stehen nämlich auch die vielversprechenden Talente Oscar Piastri und Colton Herta auf der Liste des britischen Traditionsteams.
Da Piastri aber möglicherweise auf Nicholas Latifi im Williams folgen könnte und sich Herta erst als Testfahrer an die Köngisklasse des Motorsports herantasten muss, darf sich Vettel weiterhin Hoffnungen machen. Damit sich diese aber auch alsbald in die Realität umsetzen lassen, muss der berüchtigte erste Stein im Fahrerkarussell fallen - und der lässt noch auf sich warten.
Vettel spricht über Zeit nach seiner Karriere
Bevor sich in den höheren Gefilden der Formel 1 hinsichtlich der Fahrerbesetzung nichts bewegt, bleibt Vettel der Sprung nach ganz oben also verwehrt. Ohnehin scheinen Red Bull (Max Verstappen und Sergio Perez), Mercedes (Lewis Hamilton und George Russell) und Ferrari (Charles Leclerc und Carlos Sainz) langfristig mit ihren Paarungen zu planen. Was passiert also, wenn sich das Karussell nicht bewegt und Aston Martin keinen zeitnahen Erfolg in Aussicht stellt?
Im Falle eines Abschieds aus der Formel 1 würden sich Vettel zahlreiche Wege eröffnen - einen davon beschreitet der 35-Jährige bereits jetzt. In den vergangenen Monaten und Jahren nutzte Vettel regelmäßig seine Reichweite, um auf die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu verweisen.
Eine Zukunft in diesem Bereich sei aber noch nicht vorherbestimmt. "Ich setze mich nicht unter Druck, um morgen die perfekte Folgekarriere zu schaffen", sagte Vettel. "Ich will keine Erwartungen wecken, das Perfekte zu finden. Ich habe in der Formel 1 etwas gefunden, in dem ich sehr gut bin. Etwas, bei dem ich mich mit den Besten der Welt messen kann. Was danach kommt, wird die Zeit zeigen", führte er weiter aus. "Ich denke nicht jeden Tag über das Leben danach nach."
Egal ob Vettel noch die Motivation für ein weiteres Jahr bei Aston Martin findet, sich in der kommenden Saison einem anderen Team anschließt oder sich tatsächlich nach 15 Jahren in der Formel 1 von der großen Bühne verabschiedet - die Karriere einer der prägendsten Figuren der Formel-1-Geschichte neigt sich dem Ende zu. Wann dieser Tag aber anbricht, "wird die Zeit zeigen". Laut Vettel könnte dies bereits in den kommenden Wochen der Fall sein.
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Quelle: Perform
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