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Sebastian Vettel meldet sich nach Heucheleivorwürfen wegen Aramco zu Wort: "Ich bin kein Vorbild"
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Publiziert 11/02/2022 um 11:54 GMT+1 Uhr
Auf Social Media wird Vettel spätestens seit er sich geoutet hat, die Grünen zu wählen, von vielen Fans als Heuchler bezeichnet. Dabei streitet Vettel das Argument gar nicht ab, sondern er gibt im Interview mit "RTL" ganz offen zu: "Das, was ich mache, ist nicht sehr umweltbewusst und nicht nachhaltig. Also bin ich in der Hinsicht kein Vorbild - und kann unmöglich eins sein."
Sieht sich nicht als Vorbild: Sebastian Vettel
Fotocredit: Getty Images
Sebastian Vettel, das weiß man, liegt die Umwelt am Herzen. 2021 hat er sein Engagement für gesellschaftsrelevante Themen mehr als in der Vergangenheit in den öffentlichen Fokus gerückt. In Österreich hat er gemeinsam mit Schulkindern ein Bienenhotel errichtet, in Silverstone selbst Müll aufgesammelt, in Ungarn ein Regenbogenshirt als Zeichen für mehr Toleranz getragen, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Jetzt ist plötzlich Aramco Titelsponsor seines Arbeitgebers Aston Martin, und das passt auf den ersten Blick nicht so toll zu Vettels Bestreben, die Welt mit kleinen Dingen ein bisschen besser zu machen. Aramco ist der drittgrößte Ölkonzern der Welt, börsennotiert, aus Saudi-Arabien. Also zumindest auf den ersten Blick ganz weit weg von Umweltschutz und Menschenrechten.
Auf Social Media wird Vettel spätestens seit er sich geoutet hat, die Grünen zu wählen, von vielen Fans als Heuchler bezeichnet. Die Angriffsflächen sind vielfältig: Einer, der um die Welt jettet und bei Autorennen mit Verbrennungsmotoren sinnlos im Kreis fährt, damit Millionen verdient, die er teilweise nicht mal in Deutschland versteuert (weil er in der Schweiz wohnt), der soll doch bitte dem deutschen Otto Normalverbraucher nicht erklären, was er zu wählen hat, lautet ein oft genanntes Argument.
Jetzt also auch noch Aramco als Geldgeber - da reißt manchen Formel-1-Fans auf Facebook & Co. endgültig die Hutschnur! Dabei streitet Vettel das Heuchlereiargument gar nicht ab, sondern er gibt im Interview mit "RTL" ganz offen zu: "Das, was ich mache, ist nicht sehr umweltbewusst und nicht nachhaltig. Also bin ich in der Hinsicht kein Vorbild - und kann unmöglich eins sein."
Vettel: Umweltbewusstes Handeln im Rahmen seiner Möglichkeiten
Allerdings betont er, dass ihm das voll bewusst sei und er im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht, "das zu machen, was ich kann". Darüber, was er selbst konkret unternimmt, um die Umwelt und das Klima zu schützen, spricht Vettel nicht so gern, denn: "Sehr schnell verwechselt man das dann damit, dass sich Leute angesprochen fühlen und sagen: 'Nur, weil er das macht, denkt er, dass das jetzt okay ist.'"
Nein, das ist überhaupt nicht der Fall!", stellt er klar. "Ich glaube, jeder von uns muss für sich entscheiden, was er tun kann. Und hinterfragen, ob das gut ist oder nicht. Es gibt kleine als auch große Dinge. Der Verzicht auf Plastik, das Hinterfragen der eigenen Ernährung. Wo kommen die Sachen her, die ich zu mir nehme? Wie bewege ich mich fort?"
Ein konkretes Beispiel aus seinem Alltag: "Muss ich immer das Flugzeug nehmen oder kann ich aufs umsteigen? Kann ich den Zug nehmen? Kann ich mit dem Fahrrad fahren? Da gibt's viele Themen und Verhalten, die wir ganz leicht für uns selbst anpassen können. Wer ist der Stromanbieter, wo beziehe ich meinen Strom? Wie gestalte ich mein Zuhause? Lass ich das Wasser laufen oder drehe ich es in der Zwischenzeit ab, wenn ich's nicht brauche?"
Doch der 34-Jährige betont: "Ich möchte die Leute nicht bekehren und belehren. Sondern mir ist das Thema sehr wichtig, weil es uns alle angeht und es keine Alternativen gibt. Und das Ganze sehr dringlich ist. Die Zeit drängt, die Fakten sind klar. Zahlen sind hie und da langweilig. Aber wenn man versteht, was auf dem Spiel steht, bekommt man sehr schnell auch mal Angst."
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Quelle: Eurosport
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