Denn einen mehrjährigen Plan aufzustellen, bei dem am Ende die Weltmeisterschaft steht, das haben schon viele Teams gemacht - meistens auch mit drei bis fünf Jahren als Zielsetzung. Geschafft haben es am Ende nur die wenigsten.
Daher gibt man sich bei Aston Martin durchaus realistisch, aber selbstbewusst. "Zwei Sachen müssen passieren: Wir brauchen einen guten Plan, Weltmeister zu werden, und wir müssen ihn ausführen", sagte Szafnauer. Aktuell sei man in der Planungsphase. "Die Ausführung wird aber eine Weile dauern."
Dabei stehen die Vorzeichen mittlerweile besser. Kämpfte man unter dem Force-India-Banner meist gegen das finanzielle Aus, ist das unter Eigentümer Lawrence Stroll kein Thema mehr. Mit Aston Martin ist nun eine neue Erfolgskomponente hinzugekommen. Und das neue Reglement mit der neuen Budgetgrenze bietet allen Rennställen nun eine bessere Chance.
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Auch intern hat Aston Martin alle Hebel in Bewegung gesetzt, um größere Erfolge zu feiern. "Im vergangenen Jahr haben wir eine neue Fabrik mit neuer Infrastruktur geplant, um alle unter einem Dach zu haben", sagte Szafnauer. "Die Umsetzung hat gerade erst in Silverstone begonnen. Und Ende 2022 sollten wir in eine neue Fabrik umziehen."

Aston Martin 2021 mit zusätzlichem Druck

All das ist Teil des Plans auf dem Weg nach oben. "Dort brauchen wir dann hochmoderne Tools, die uns dabei helfen werden, ein Auto zu designen und zu entwickeln, das um die Weltmeisterschaft fahren kann", so der Teamchef, der aber auf Zeit spielt: "Das ist noch ein paar Jahre weg. Wenn ich in die Zukunft blicke, dann sollten es drei bis fünf Jahre sein."
Der Name Aston Martin bedeutet dabei zusätzlichen Druck von außen, den man unter dem Namen Racing Point vielleicht noch nicht hatte. Doch das stört Szafnauer nicht, denn als Racer und mit der Team-DNA im Hintergrund setze man sich immer selbst unter Druck, um mit seinen begrenzten Ressourcen auf dem höchsten Niveau zu fahren.
Zudem habe es schon immer Druck gegeben, wenn auch anders gelagerten: "In der Vergangenheit hatten wir anderen Druck, finanziellen, und wir konnten zeitweise kein ganzes Auto zusammensetzen, mussten aber fahren gehen und unser Bestes geben", sagte er. "Es ist einfach anderer Druck, aber wir sind daran gewöhnt."
Man müsse nur sicherstellen, dass der Druck auch hilfreich ist und das Team in die richtige Richtung treibt. "Schon ein anderer Teamchef hat gesagt: Druck kann entweder Diamanten entstehen oder Rohre brechen lassen", so Szafnauer. "Wir müssen sicherstellen, dass der Druck bei uns die Diamanten hervorruft, die wir suchen."

Sebastian Vettel (rechts) und Lance Stroll präsentieren das Auto von Aston Martin

Fotocredit: Imago

Aston Martin will mit Vettel Spitze des Mittelfeldes bilden

Für 2021 ist die Weltmeisterschaft aber natürlich noch kein Thema. In der kommenden Saison geht es für das Team von Sebastian Vettel und Lance Stroll darum, wieder die Spitze des Mittelfeldes zu bilden.
Zwar geht man optimistisch in das neue Jahr, abschreiben will Szafnauer aber niemanden: "Es wäre töricht von uns, wenn wir uns keine Sorgen um die Gegner hinter uns machen würden, sondern nur vor uns schauen", betonte er. "Wir müssen gute Arbeit leisten. Das Mittelfeld wird immer besser und schwieriger."
Denn: Der Brite geht nicht davon aus, dass Ferrari noch weitere Jahre auf Platz sechs herumhängen wird. Zudem konnte McLaren das Team im Vorjahr schlagen - wenn auch nur dank der abgezogenen Punkte. Und dann wäre da auch noch Alpine, die mit Renault einen großen Hersteller und mit Fernando Alonso einen zweimaligen Weltmeister im Hintergrund wissen.
"Es wird schwierig, die Spitze des Mittelfeldes zu bilden", sagte Szafnauer. "Gleichzeitig wollen wir aber auch näher an die Teams herankommen, die vor uns lagen: Mercedes und Red Bull. Die Aufgabe ist schwierig, aber wir nehmen die Herausforderung an."
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