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Nächster Paukenschlag in der F1: Traditionsteam vor Verkauf

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Williams-Pilot George Russell im 2020er-Auto

Fotocredit: Imago

VonMotorsport-Total.com
29/05/2020 Am 09:57 | Update 29/05/2020 Am 10:32

In der Formel 1 folgt während der Coronakrise weiterhin ein Paukenschlag nach dem anderen: Am Freitagmorgen hat die in Frankfurt börsennotierte Williams Grand Prix Holdings PLC (WGPH) bekannt gegeben, dass das Unternehmen nicht zuletzt aufgrund schwerer finanzieller Verluste im Geschäftsjahr 2019 zum Verkauf angeboten wird. Williams fährt seit 1977 in der Formel 1.

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Konkret heißt es in einer Presseaussendung zu den Geschäftszahlen des Jahres 2019, dass derzeit eine "Evaluierung aller strategischen Optionen" stattfindet. Diese Optionen beinhalten ausdrücklich eine Kapitalerhöhung, einen Verkauf eines Minderheitsanteils oder aber auch den Komplettverkauf des ursprünglich von Frank Williams gegründeten Unternehmens.

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Aus der Aussendung geht auch hervor, dass das Williams-Formel-1-Team den Vertrag mit Hauptsponsor ROKiT gekündigt hat. Die Hintergründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben, sind nicht bekannt. Es kann derzeit nur darüber spekuliert werden, dass ROKiT möglicherweise Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen ist.

Das Ende der Zusammenarbeit zwischen Williams und ROKiT kommt insofern überraschend, als der Sponsoringvertrag erst im Juli 2019 vorzeitig neu aufgesetzt wurde. Der ursprünglich vereinbarte Dreijahresvertrag wurde damals auf fünf Jahre, bis Ende 2023, verlängert.

Williams fährt in der Formel 1 hinterher

Der WGPH-Umsatz ist 2019 um 16,3 Millionen Pfund auf 160,2 Millionen eingebrochen. Nach einem Gewinn von 12,9 Millionen Pfund im Geschäftsjahr 2018 ergibt das unterm Strich für 2019 einen Verlust von 13,0 Millionen Pfund (umgerechnet 14,5 Millionen Euro). Dafür verantwortlich gemacht werden "die schlechten Ergebnisse des Formel-1-Teams auf der Rennstrecke".

Während der Umsatz bei der WGPH-Tochter Williams Advanced Engineering 2019 sogar von 44,8 auf 63,7 Millionen Pfund gestiegen ist, ist jener des Formel-1-Teams von 130,7 auf 95,4 Millionen Pfund eingebrochen. Das ergibt nach einem Gewinn von 16,0 Millionen Pfund 2018 für das Jahr 2019 einen Verlust von 10,1 Millionen Pfund (umgerechnet 11,2 Millionen Euro).

"Nach vier Jahren mit sehr soliden Ergebnissen [...], in denen wir in der Konstrukteurs-WM zwei dritte und zwei fünfte Plätze erreicht haben, haben wir zuletzt einige sehr schwierige Saisons erlebt", räumt WGPH-CEO Mike O'Driscoll ein. Dazu kommt die Coronakrise mit all ihren Auswirkungen auf die Saison 2020: "Das wird einen Einfluss auf unsere Einnahmen vom Seiten des Rechteinhabers haben."

Williams in Gesprächen mit Interessenten

Williams bestätigt in der Aussendung ferner, dass derzeit kein konkretes Übernahmeangebot von potenziellen Investoren vorliegt. Man habe aber "erste Gespräche" mit einigen wenigen Interessenten über ein mögliches Investment ins Unternehmen geführt. Wer diese Interessenten sind, wird nicht verraten.

Williams sei derzeit noch liquide und freue sich auf den Beginn der Formel-1-Saison, heißt es weiter. Und: "Der WGPH-Vorstand glaubt, dass die strategische Evaluierung und der Verkaufsprozess ein richtiger und besonnener Schritt sind, um Zeit zum Nachdenken zu nehmen und eine Reihe an Optionen in Erwägung ziehen zu können."

Das Williams-Team wurde 1977 von Frank Williams und Patrick Head gegründet, nachdem Williams' vorheriger Versuch, sich mit einem eigenen Rennstall in der Formel 1 zu etablieren (als Frank Williams Racing Cars und Wolf-Williams Racing), gescheitert war. Ein Verkauf des bis heute familiengeführten Teams würde das Ende einer Ära bedeuten.

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