Benjamin Köhler trifft in einem Testspiel für Union Berlin per Elfmeter bei Comeback

Ein Strafstoß in einem Testspiel ist selten eine Erwähnung wert, doch dieser Schuss aus elf Metern auf dem Sportplatz 2 des Hotels Oliva Nova an der spanischen Costa del Azahar war etwas ganz Besonderes. Benjamin Köhler schob den Ball sicher mit links zum 3:0 ins Tor und verschwand anschließend unter einer Traube von Gratulanten.

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Fotocredit: Eurosport

"Das war ein sehr emotionaler Moment. Dass wir dann noch einen Elfmeter bekommen, passt irgendwie. Die Jungs haben mich dann gefordert, das habe ich natürlich dankend angenommen", sagte Köhler nach dem 4:0-Sieg der Unioner gegen eine Auswahl vertragsloser spanischer Fußballer am Sonntag. Nach 81 Minuten nahm Trainer Sascha Lewandowski den glücklichen, aber auch müden Rückkehrer vom Platz. "Geplant waren nur 60 Minuten", verriet Köhler, "aber jede Minute mehr ist gut für die Fitness."
Der 35-Jährige weiß: Von seiner früheren Topform ist er noch sehr weit entfernt, vielleicht wird er sie auch nie mehr erreichen. Doch das ist gar nicht mehr das Wichtigste.
sagte Köhler der Berliner Morgenpost.
Der unbedingte Wille, es noch einmal zurück auf den Platz zu schaffen, half ihm über die schlimme Zeit hinweg. Am 4. Februar suchte Köhler wegen anhaltender Bauchschmerzen den Arzt auf, die Diagnose stellte sein Leben komplett auf den Kopf: Krebs. Ein bösartiger Tumor des Lymphsystems im Bauch (Hodgkin-Lymphom). Chemotherapie. Bangen um das eigene Leben.

Bewegender Moment an der Alten Försterei

Der Fall löste eine Welle der Solidarität aus. Union Berlin verlängerte den im Sommer 2015 auslaufenden Vertrag um ein Jahr, Köhlers Mitspieler sorgten im ersten Heimspiel nach der Diagnose für einen Gänsehaut-Moment im Stadion der Alten Försterei.
Nach einem in der siebten Minute herbeigeführten Ausball versammelten sich Unions Spieler und Reservisten auf dem Rasen vor Köhlers Tribünenplatz, drehten sich in übergestreiften T-Shirts mit seiner Rückennummer 7 sowie der Aufschrift "Gemeinsam kämpfen" zu ihrem Kollegen um und stärkten den Allrounder mit einem "Eisern bleiben, Benny"-Banner.

Die Zukunft bleibt offen

Köhler blieb eisern, er hat sich auf den Rasen zurückgekämpft. "Ich kann nur hoffen, dass es so weitergeht. Jede Minute, die ich spielen darf, hilft mir. Ich bin einfach nur glücklich", sagt der langjährige Bundesligaprofi von Eintracht Frankfurt.
Sein Vertrag läuft im Sommer aus, ein Gnadenbrot will der Mittelfeldrenner vom Verein nicht. An ein Karriereende in einem halben Jahr will er aber auch nicht denken.
sagt Köhler.
Mit diesem Kampfgeist hat Köhler schon den Krebs besiegt.
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