Schon vor Saisonbeginn in der zweiten Bundesliga brodelt es beim Hamburger SV. Nach dem Pokal-Aus bei Bynamo Dresden und dem Ausraster von Toni Leistner erhöhte nun Felix Magath den Druck auf die Hanseaten.

"Der HSV muss aufsteigen. Er hätte in diesem Sommer wie auch schon 2019 aufsteigen müssen", sagte Magath der "Sport Bild" und legte damit verbal den Finger tief in die große Hamburger Wunde, die mindestens noch ein drittes Jahr klaffen wird: "So ein Verein hätte 2018 auch niemals absteigen dürfen."

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Das berühmte A-Wort - natürlich sehnt sich der gefallenen Traditionsklub nach der Rückkehr auf die große Bühne. Doch nach zwei gescheiterten Anläufen vermeiden es die Verantwortlichen, das Ziel so offensiv zu formulieren. "Ein gewisses Maß an Demut ist angebracht. Wenn man über Ziele spricht, dann erreicht man sie nicht nur über das Reden", hatte Neu-Trainer Daniel Thioune zuletzt gesagt: "Man kann noch so viel wollen, am Ende muss man es tun."

Neue Bescheidenheit beim HSV

Nach dem sportlichen Versagen in Dresden (1:4) ist Thioune, aus dem beschaulichen Osnabrück zum einst großen HSV gekommen, nun sofort als Krisenmanager gefordert. Zumal mit Leistner einer seiner neuen "Säulenspieler" (O-Ton Sportvorstand Jonas Boldt) in Dresden, nun ja, nicht seinen besten Tag hatte. Nur ein Sieg gegen Düsseldorf dürfte die Lage in Hamburg wohl wieder ein bisschen entspannen.

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Denn auch wenn beim HSV eine neue Bescheidenheit beschworen wird, die Ansprüche bleiben bei dem Traditionsklub hoch. Wer wüsste das besser als Dieter Hecking, der in der Vorsaison am HSV gescheitert war. "Man wird beim HSV nicht drum herumkommen, dass der Aufstieg zum Thema gemacht wird", sagte der neue Sportvorstand vom Ligakonkurrenten 1. FC Nürnberg der Sport Bild: "Das ist in der Stadt so vorgegeben. Auch für mich zählt der HSV zum Favoriten-Kreis."

Und Magath meinte noch: "Wer soll außer Hamburg, Hannover, Nürnberg und Düsseldorf aufsteigen? Ich kenne keinen. Diese Klubs sind aufgrund der Bedingungen, der Stadien, des Images und des Budgets die Top-Favoriten."

Thioune wird versuchen, sich von all diesen Nebengeräuschen frei zu machen. Schon bei seinem Amtsantritt predigte der 46-Jährige: Malochen statt Reden schwingen. "Ich möchte keine Parolen heraushauen. Ich bin mir bewusst, dass alle hier in Hamburg Wünsche und Träume haben. Es liegt an uns, diese zu realisieren und ihnen nahezukommen", sagte er: "Dabei geht es in erster Linie um harte Arbeit. Denn nochmal: Es geht ums Machen, nicht ums Reden." Nur so kommt der HSV wieder schnell aus seinem Krisenmodus.

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(SID)

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