Die Ingolstädter, die bereits 2019 und 2020 gegen Wehen Wiesbaden und den 1. FC Nürnberg in der Relegation den Kürzeren gezogen hatten, vergeudeten keine Zeit, es dieses Mal gegen den VfL Osnabrück besser zu machen.
Bereits in der zweiten Minute verlängerte Robin Krauße eine Ecke von Marc Stendera per Kopf auf Tobias Schröck, der den Fuß hinhielt und den Ball aus wenigen Metern zur frühen Führung für die Hausherren über die Linie drückte (2.). Der Blitzstart war perfekt, der Nackenschlag für den VfL ebenfalls.
Die Schanzer schienen beflügelt durch das zeitige Erfolgserlebnis und wollten folglich das zweite Tor. Erst verpasste FCI-Kapitän Stefan Kutschke nach Querpass von Filip Bilbija knapp (11.), dann ließ Fatih Kaya VfL-Kapitän Maurice Trapp nach einem langen Ball mit feiner Technik stehen und verfehlte das Tor aus 20 Metern nur ganz knapp (19.). Zuvor hatte Kevin Wolze den ersten Schuss des VfL aus linker Strafraumposition ans Außennetz gesetzt (13.).
Relegation 2. Bundesliga
Trotz drei Gegentoren in Osnabrück: Ingolstadt aufgestiegen
30/05/2021 AM 13:25
Besonders mit dem quirligen Kaya hatten die Niedersachsen Probleme. Nach einer guten halben Stunde blockte Ulrich Tattershofer zwar noch den nächsten Versuch des 21-jährigen Deutsch-Türken (28.), sieben Minute später durfte Kaya dann aber doch jubeln: Der Mittelstürmer lauerte im Zentrum auf einen Querpass von Bilbija. Kaya entwischte Gegenspieler Bashkim Ajdini und drückte den Ball zum 2:0 für die Schanzer aus drei Metern über die Torlinie (35.).
Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Kaya gar das 3:0 auf dem Fuß, nachdem ein Klärungsversuch von Wolze am Bein von Kaya landete, welcher von dort in Richtung Tor sprang (42.). VfL-Schlussmann Philipp Kühn packte aber zu und bewahrte seine Mannschaft so vor einem höheren Rückstand zur Pause.
Torschütze und Heißsporn Kaya, der in der ersten Hälfte bereits mit Gelb verwarnt wurde, wurde acht Minuten nach Wiederanpfiff und wiederholtem Foulspiel von Thomas Oral vom Feld genommen. Dennis Eckert Ayensa ersetzte ihn (53.). Der Ingolstädter Joker sollte knapp zehn Minuten vor Ende noch die Blicke auf sich ziehen.
Vorerst zeigte der VfL Osnabrück aber, warum man die Saison auf Platz 16 beendete: Kaum Ideen, kaum Zug nach vorne. Dafür lief man defensiv oft hinterher: Bashkim Ajdini (56.) und Timo Beermann (59.) holten sich Gelbe Karten ab, fielen aber sonst kaum auf.
Ingolstadt wollte dagegen das dritte Tor. Besonders Dominik Franke drehte auf und schaltete sich immer wieder nach vorne mit ein. In der 72. setzte er dann einen Schuss gegen den Querbalken. Das Tor hätte vermutlich aber nicht gezählt, da zuvor Etienne Amenyido - noch bester Mann beim VfL - beim Ballgewinn gefoult wurde (72.).
Knappe zehn Minuten nach dieser Szene hatte dann Eckert Ayensa seinen großen Moment: Nach einem Ballgewinn von Franke in der eigenen Hälfte schaltete Stendera blitzschnell und schickte den Joker mit einem langen Ball ins Laufduell gegen Beermann, der sich viel zu leicht ausspielen ließ. Eckert Ayensa hatte nur noch Kühn vor sich und überlistete den Keeper mit einem gefühlvollen Heber - 3:0 für den FCI. Dabei blieb es, da auch in den Schlussminuten ein Aufbäumen des VfL ausblieb.

Die Stimmen zum Spiel:

Ulrich Taffertshofer (VfL Osnabrück): "Wenn man so auftritt wie heute, hat man es nicht verdient etwas mitzunehmen. Ein Auswärtstor wäre immens wichtig gewesen, aber insgesamt haben wir zu viele Fehler gemacht. Defensiv waren wir nicht stabil und offensiv hat uns über 90 Minuten die Durchschlagskraft gefehlt. Wer aber glaubt, dass es vorbei ist, der täuscht sich gewaltig. Selbst wenn es nur 2000 Fans an der Bremer Brücke sind – da geht noch was. Am Sonnatg müssen wir alles in die Waagschale werfen, ein frühes Tor machen und die Zuschauer mitnehmen."
Tobias Schröck (FC Ingolstadt): "Wir waren von Beginn an giftig und präsent und sind mit dem Tor super gestartet. So ein Treffer am Anfang gibt einem immer Sicherheit. Danach waren wir super drin im Spiel und haben es auch super weitergespielt. Das Rückspiel gehen wir an, als ob es 0:0 stehen würde. Wir müssen hellwach sein und wissen auf Erfahrung, wie so eine Relegation laufen kann. Es ist schön, dass wir 3:0 gewonnen haben aber das heißt noch nichts."

Der Tweet zum Spiel:

Erschreckend schwach präsentierte sich der Zweitligist in Ingolstadt – die mangelhafte Leistung sorgte auch im Netz für kollektives Kopfschütteln.

Das fiel auf: Der VfL hat den Ball aber keine Ideen

Osnabrück hatte wesentlich mehr Ballbesitzanteile im ersten Durchgang. Trotz eines Ballbesitzes von 62 Prozent zur Pause konnte der VfL nach vorne kaum Gefahr erzeugen. Das Team von Markus Feldhoff spielte viel zu verschnörkelt und war zudem defensiv zu anfällig. Besonders Innenverteidiger Beermann wirkte wenig souverän und ließ Eckert Ayensa beim 3:0 in der zweiten Hälfte viel zu leicht passieren.
Osnabrück hatte keinen Plan B und setzte auch nach dem 0:3 noch auf Kombinationsspiel, anstatt es mit der Brechstange zu versuchen. Die Abwehrkette der Ingolstädter um Paulsen und Schröck stand sicher, davor räumte Krauße alles ab und gewann wiederholt zweite Bälle. Auch Franke drückte der zweiten Hälfte mit einer Leistungssteigerung seinen Stempel auf. Zudem bewies FCI-Coach Oral mit der Einwechselung von Eckert Ayensa ein goldenes Händchen. Von der VfL Bank kamen dagegen keine Impulse mehr, was auch daran lag, das Feldhoff – trotz der Leistung – bis zur 79. Minute erst einmal gewechselt hatte.

Die Statistik: 1

Lediglich einen Abschluss aus dem Strafraum heraus brachte der Zweitligist in 90 Minuten zu Stande (13.) - viel zu wenig, um die Klasse zu halten. Nach dem 0:3 in Ingolstadt kann der VfL nun wohl für die dritte Liga planen.
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