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FC St. Pauli schießt den HSV im Hamburger Derby ab und beendet Negativ-Lauf von sieben sieglosen Spielen
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Publiziert 14/10/2022 um 20:27 GMT+2 Uhr
Der FC St. Pauli hat das Hamburger Stadtderby gegen den HSV am 12. Spieltag 3:0 (0:0) gewonnen und damit einen Negativ-Lauf von sieben sieglosen Spielen in der 2. Bundesliga gestoppt. Da Hamburgs Kapitän Sebastian Schonlau früh die Rote Karte sah (28.) gewannen die Hausherren immer mehr die Oberhand und belohnten sich durch Eric Smith (61.), Marcel Hartel (74.) und David Otto (89.).
FC St. Pauli
Fotocredit: Getty Images
Traum-Serie beim HSV, Horror-Lauf des FC St. Pauli – trotzdem entschieden sich beide Trainer für je zwei Wechsel in der Startelf. Ins Tor kehrte Daniel Heuer Fernandes zurück und schickte somit Matheo Raab, der vor einer Woche gegen seinen Ex-Klub Kaiserslautern (1:1) zwischen den Pfosten stand, auf die Bank. Außerdem durfte Ransford-Yeboah Königsdörffer von Beginn an ran, Dauerbrenner Sonny Kittel musste weichen.
Auf Seiten der Kiezkicker ersetzte Adam Dzwigala verletzungsbedingt David Nemeth, während Leart Paqarada nach zwei Spielen sein Comeback feierte. Lars Ritzka schlüpfte in die Rolle des potenziellen Jokers. Wechsel waren jedoch nicht notwendig, weil der FCSP trotz der verschiedenen Tabellensituationen mutig agierte und sich ebenfalls Chancen herausspielte.
Nach einer halben Stunde auf Augenhöhe, in der es zwar zwischenzeitlich danach aussah, als würde der HSV langsam seiner Favoritenrolle gerecht werden, kam es zu einer entscheidenden Szene: Pauli-Torwart Nikola Vasilj führte einen langen Abstoß aus und bediente auf diese Weise Etienne Amenyido. Rothosen-Kapitän Sebastian Schonlau konnte seinen Gegenspieler nur per Schubser stoppen und sah dafür zu Recht die Rote Karte (28.).
Statt auf den Platzverweis mit einem Wechsel zu reagieren, ließ HSV-Trainer Tim Walter die Verteidiger auf dem Feld fortan als Dreierkette agieren. Auf diese Weise kamen die Gäste zwar weiterhin ab und zu vor das gegnerische Tor, doch entsprechend viele Räume boten sich dadurch dem FC St. Pauli.
Das wurde den Rothosen kurz vor dem Pausenpfiff fast zum Verhängnis, als Igor Matanovic den Ball per Kopf an den Pfosten verlängerte (44.). Nach Wiederanpfiff rissen die Kiezkicker das gesamte Offensivgeschehen an sich und ließen den ideenlosen HSV nur sporadisch bis vor den eigenen Strafraum vordringen.
Schließlich folgte auf die Dominanz auch Zählbares auf der Anzeigetafel: Mit einem präzisen Kopfball aus wenigen Metern sorgte Eric Smith nach einem Eckball für die verdiente Führung (61.). Vorlagengeber Marcel Hartel durfte eine knappe Viertelstunde später selbst jubeln. Der 26 Jahre alte Mittelfeld-Akteur vollendete ein Zusammenspiel von Manolis Saliakas und Jackson Irvine mit einem trockenen Abschluss ins linke untere Eck zum 2:0 (74.).
Am Millerntor feierten die Fans der Kiezkicker schon den vierten Derby-Heimsieg ihrer Mannschaft in Folge, als der Joker namens David Otto stach und eine butterweiche Flanke von Lars Ritzka per Kopf ins 3:0 ummünzte (89.). Auf das beflügelte St. Pauli sowie den enttäuschten HSV warten unter der Woche große Herausforderungen im DFB-Pokal.
Die Stimmen zum Spiel:
Jackson Irvine (FC St. Pauli): "Wir haben unseren Plan umgesetzt und den Fans eine Show geboten. Wir haben taktisch etwas umgestellt und wirklich gut performt."
Eric Smith (FC St. Pauli): "Das war das Spiel, das wir gebraucht haben. Wir hatten einen guten Start mit der Roten Karte. Wir haben dafür gekämpft und uns belohnt."
Jonas Meffert (Hamburger SV): "Wir sind richtig enttäuscht und frustriert. Mehr Worte kann ich dazu nicht finden. Im bisher wichtigsten Spiel der Saison haben wir nicht geliefert, das tut weh."
Tim Walter (Trainer Hamburger SV): "Wir haben ein rassiges Spiel gesehen, das wir nach dem Platzverweis im Griff hatten. Das 0:1 nach einer Ecke darf uns so nicht passieren. Trotzdem wollten wir weiter nach vorn spielen und wurden dann ausgekontert."
Der Tweet zum Spiel:
Die Freude bei den St.-Pauli-Fans ist entsprechend groß, doch die Bilder von Polizeieinsätzen rund um die Partie trüben das Ergebnis. Den Beamten wird Gewalt gegen die Anhänger vorgeworfen, bereits vor dem Spiel forderten die Kiezkicker auf ihrem offiziellen Twitter-Konto Aufklärung.
Das fiel auf: Irvine wirbelt vorne mächtig umher
Noch lange bevor es zum ersten Mal im HSV-Kasten klingelte, fiel auf, dass Jackson Irvine in der Offensive fast allgegenwärtig war. Der 29-jährige Australier war mit seinen Flanken an unzähligen Aktionen seiner Mannschaft beteiligt. Hätte Igor Matanovic nicht so einen Pechtag erwischt und die eine oder andere Chance in einen Treffer umgewandelt, würde sich die Ausbeute Irvines möglicherweise noch beeindruckender darstellen. Letztlich blieb es bei einem Assist zum 2:0, als der ehemalige Spieler von Hull City präzise zurücklegte.
Die Statistik: 4
Es kam wohl für viele überraschend, aber der FC St. Pauli siegte auch im 108. Hamburger Stadtderby und baute auf diese Weise eine Serie auf vier Heimsiege gegen den HSV in Folge aus. Das letzte Mal holten die Rothosen im März 2019 einen Dreier am Millerntor.
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Quelle: Perform
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