Trainer Alexander Schmidt streifte sich stolz das Aufstiegshemd über, die Spieler tanzten ausgelassen am Mittelkreis, und mittendrin jubelte Sport-Geschäftsführer Ralf Becker: Dynamo Dresden hat nach einem ungefährdeten 4:0 (2:0)-Sieg über Türkgücü München die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga perfekt gemacht und nach einem turbulenten Jahr für ein Happy End gesorgt.
Christoph Daferner (15.), Ransford Königsdörffer (27.), Heinz Mörschel (62.) und Panagiotis Vlachodimos (90.+1) schossen den Sieg des achtmaligen DDR-Meisters heraus.
Mit 72 Punkten führt Dresden die Tabelle vor Hansa Rostock (70) an und kann nicht mehr von den ersten beiden Plätzen verdrängt werden. Am Samstag kann sich Dresden beim SV Wehen Wiesbaden (13:30 Uhr) noch zum Meister krönen.
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"Mir gehts gut, ich bin sehr erleichtert", sagte Schmidt im "MDR". Direkt nach Abpfiff gab er den Startschuss zum Feiern: "Wenn ich das reglementieren würde, hätte ich das Herz an der falschen Stelle", sagte der Coach. Alles sieht danach aus, dass Schmidt auch in der 2. Liga Trainer bleibt: "Ich finde es sehr cool hier, geile Stadt, überragende Fans. Wir sind in Gesprächen."

Dresden-Trainer Alexander Schmidt feiert gegen seinen Ex-Klub den Aufstieg

Hinter den Dresdnern liegt ein aufregendes Jahr. Wie schon in der Vorsaison mussten die Sachsen nach mehreren Coronafällen Mitte April in Quarantäne, zwei Spiele wurden neu angesetzt. Die Mannschaft fand nicht mehr zu ihrem Rhythmus, am 25. April entließ der Verein Trainer Markus Kauczinski.
Nachfolger wurde Schmidt, der voll einschlug und die Dresdner wieder auf Aufstiegskurs brachte. In sechs Spielen gab es fünf Siege und ein Unentschieden, die Mannschaft kassierte nicht ein Gegentor - eine imponierende Bilanz.
Kurios: Bis Februar war Schmidt noch als Trainer von Türkgücü München tätig und schied dort im Unfrieden. Nun feierte er ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub den Einzug in die 2. Liga.
"Der Aufstieg war absolut verdient. Wir haben in dieser Saison alles mitgenommen, was ging. Corona, schwere Verletzungen. Wir haben es trotzdem durchgezogen, der Teamgeist hat es möglich gemacht", sagte Kapitän Yannick Stark: "Jetzt freue ich mich auf die 2.Liga."

Ausschreitungen in Dresden nach dem Spiel

Mehrere tausend Dynamo-Fans hielten sich während des Spiels rund um den Großen Graben im Zentrum der Stadt auf. Verein und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatten im Vorfeld dazu aufgerufen, nicht zum Stadion zu kommen. Im Stadion war gut zu hören, dass immer wieder Feuerwerkskörper entzündet wurden.
Die Polizei war auf einen möglichen Massenandrang eingerichtet und hatte das Stadion mit einem Großaufgebot abgesperrt. Nach dem Spiel kam es offenbar dennoch zu Ausschreitungen, bei denen laut "MDR" mehrere Menschen, darunter ein Polizeibeamter, verletzt wurden.
Wie die Polizei berichtete, sei Reizgas eingesetzt worden, Flaschen und Pyrotechnik wurden geworfen. Auch ein Wasserwerfer soll zum Einsatz gekommen sein.
Die Partie war kurzfristig von Samstag auf Sonntag verlegt worden. Grund sei laut Angaben der Behörden die "bestehende Veranstaltungslage in Dresden und die damit einhergehenden Einsatzmaßnahmen der Sicherheitskräfte vor Ort" gewesen.

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