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Kapverden erkämpfen Remis
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Publiziert 18/01/2015 um 19:51 GMT+1 Uhr
Mitfavorit Tunesien ist mit einem überraschenden 1:1 gegen Außenseiter Kapverden in den diesjährigen Afrika-Cup gestartet. Zwar brachte der Flügelstürmer Mohamed Ali Moncer (70.) die Norafrikaner in Führung. Doch nach einem unnötigen Foul im Strafraum konnte Stürmer Héldon in der 77. Minute für die Kap Verdischen Inseln ausgleichen.
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Die Lehren
"Nicht verlieren!" war die Devise im zweiten Spiel der Gruppe B. Zwar versuchten die Tunesier von Anfang an das Spiel zu machen, doch verloren sie vor dem gegnerischen Strafraum regelmäßig den Faden. Erst gegen Ende der zweiten Halbzeit, als sich der Unterschied zwischen den Mannschaften niederschlug, bekamen die Nordafrikaner Oberwasser und erarbeiteten sich Chance um Chance. Nach einem berechtigten Elfmeter gegen die "Adler Karthagos" hätten diese umso mehr kämpfen müssen, verwunderlicherweise überließen sie das Feld im Anschluss aber wieder dem Gegner. Für eine Mannschaft dieses Kalibers war das viel zu wenig.
Die "Crioulos" von den Kapverdischen Inseln hingegen wechselten zwischen defensiver Lethargie und feurigem Offensivspiel. Besonders in der ersten Halbzeit hatte man weniger Spielanteile – und gleichzeitig die besseren Chancen. Kein Feldspieler stieß aus dem Kollektiv hervor, keiner machte eine wirklich schlechte Partie. Der Elfmeter in der 77. Minute erschien da wie die Belohnung, doch auch von dieser Mannschaft muss in den nächsten Spielen mehr kommen, wenn man die Gruppenphase überstehen will.
Die Höhepunkte
13. Ahmed Akaichi nach einem schön vorgetragenen Angriff über rechts mit einer völlig verunglückten Flanke - was für eine Chance! Und wie kläglich vergeben!
31. Die Außenbahnen sind in diesem Spiel der Wermutstropfen bisher - Carlitos mit einer Halbfeldflanke, die weitestmöglich hinter dem Tor wieder herunter kommt.
38. Freistoß an der Strafraumkante für die Kapverden! Das war haarscharf kein Elfmeter, aber ein Foul! Ob diese Möglichkeit genutzt wird?
40. Aus dem ruhenden Ball entsteht einiger Tumult, die Kapverdier reklamieren Handspiel, war aber alles in Ordnung.
56. Die beste Chance des Spiels! Die Kapverden mit einem schönen Angriff, Kuca tanzt im Strafraum einen Gegenspieler aus und kommt völlig frei zum Abschluss - auf der Linie rettet Syam Ben Youssef in letzter Sekunde!
63. Chaos im Strafraum von Kapverden! Nach einem ruhenden Ball der Tunesier kommt Vozinha nicht richtig aus seinem Kasten und greift ins Leere. Der Ball landet zwar im Tor, aber Schiedsrichter Eric Otogo-Castane pfeift ab - Torwartbehinderung. Das war die beste Chance der Nordafrikaner!
67. Nächste Chance für Tunesien nach einem ruhenden Ball! Aymen Abdennour bekommt die Fußspitze ans Leder und bringt die Kugel aufs Tor. Aber hinter diesem Abschluss war nicht genug wucht, diesmal pariert Vozinha sicher!
70. TOOOR für Tunesien! Das war der erste wirklich schöne Angriff der Partie! Über links geht es ganz schnell, die flache Hereingabe findet Mohamed Ali Moncer am langen Pfosten, und dessen Abschluss aus spitzem Winkel ins obere kurze Eck ist einfach nur überragend! 1:0 für Tunesien damit!
76. Elfmeter für die Kapverden! keine Diskussion, das geht völlig in Ordnung, ein unnötiges Foul von Syam Ben Youssef an Héldon.
77. TOOOR für Kapverden! Der Gefoulte schießt einen eiskalten Elfmeter! Zwei Schritte Anlauf, linkes Kreuzeck, 1:1.
87. Geht noch was in den letzten fünf Minuten? Komischerweise scheinen sich die Tunesier mit dem 1:1 zufriedenzugeben, während die Kapverden drücken.
Der Kracher: Ebebiyín
Die kleine Stadt im äußersten Nordosten Äquatorialguineas hat aus einem eher schleppenden Fußballspiel ein wahres Fest gemacht. Während es auf dem Platz oft nicht über Kreisklassenniveau hinausreichte, war auf den Rängen über 90 Minuten Champions League angesagt. Das war Gänsehautatmosphäre und hat für Vieles entschädigt.
Im Abseits: Syam Ben Youssef
Eigentlich zeigte der Abwehrspieler der Tunesier keine schlechte Partie, aber sein Foul an Héldon war völlig unnötig und kostete seine Mannschaft letztendlich den Sieg. Da hilft es wenig, dass sich das gesamte Team vorwerfen muss, zu wenig getan zu haben.
Die Statistik: 2 zu 3
Zweimal musste Aymen Mathlouthi parieren, sein Pendant im Tor der Kapverdier (Vozinha) ganze dreimal. Dass trotzdem zwei Tore gefallen sind in dieser Partie, ist fast unglaublich.
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