So lief das Spiel:

Ghana gegen Tunesien, das nominell stärkste Achtelfinale mit zwei Titelanwärtern, versprach viel und hielt dieses Versprechen am Ende auch. Auch wenn die Fußballfans lange darauf warten mussten. Besonders Tunesien enttäuschte in der ersten Halbzeit komplett und hatte Glück, dass erst ein Pfostentreffer von Kasim Adams (15.) und später ein zu Unrecht aberkannter Treffer durch Andre Ayew (43.) nicht für einen Rückstand der Adler von Karthago sorgten.
Auch nach dem Seitenwechsel passierte lange nichts. Ghana wie in Halbzeit eins zwar feldüberlegen, doch große Chancen bleiben Mangelware. Doch Tunesien agierte ab der 68. Minute wie ausgewechselt. Mit Wahbi Khazri kam der angeschlagene Superstar des Teams ins Spiel. Zwei Großchancen, an denen Khazri jeweils beteiligt war, und vier Minuten später klingelte es. Taha Khenissi setzte sich im Zentrum durch und sorgte für die Führung (73.).
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Tunesien wie im Rausch, doch Ghana stemmte sich mit aller Kraft gegen die Niederlage. Um den Ausgleich zu erzielen, bedurfte es aber doch noch fremder Hilfe. Einen Freistoß aus 35 Metern brachte Wakaso als Bogenlampe hoch in den Sechzehner und der eingewechselte Rami Bedoui köpfte den Ball ins eigene Netz.
Damit hatte sich das Momentum für die Verlängerung wieder auf die Seite Ghanas geschoben, doch die Blackstars vermochten es nicht zu nutzen. Die dickste Chance hatte kurz vor Schluss dann noch Jordan Ayew, der aber freistehend verzog. Und so ging es ins Elfmeterschießen.
Für das wechselte Tunesiens Trainer Alain Giresse extra noch Torhüter Farouk Ben Mustapha ein - und Hassen Mouez, der sein Team mit einer guten Leistung erst dorthin geführt hatte, aus.
Besodners pikant: Ben Mustapha als eigentliche Nummer 1 wurde im ersten Spiel der Tunesier beim Afrika-Cup nach einem schweren Patzer ausgewechselt, seitdem stand sein Konkurrent im Tor.
Schließlich aber sollte sich der Wechsel lohnen, denn Ben Mustapha sollte den einen entscheidenden Elfmeter halten, den Caleb Ekuban als einziger aller Schützen in einem starken Elfmeterschießen nur halbherzig getreten hatte.
Für Tunesien steht damit am Donnerstag das Viertelfinale gegen Außenseiter und Überraschungsteam Madagaskar an.

Das fiel auf: Viele Unterbrechungen

Schon früh im Spiel gab es die ersten Gelben Karten, wodurch Schiedsrichter Victor Gomes etwas Härte aus der Partie nahm. Trotzdem standen Spielunterbrechungen durch Fouls an der Tagesordnung, sodass kaum Spielfluss aufkam. Wenn es gefährlich wurde, dann meistens doch durch Standards. Vom Platz flog aber niemand.

Der Tweet des Spiels:

Ob Ferjani Sassi seinen letzten und entscheidenden Elfmeter wirklich so geplant hatte, ist unklar. Er wirkte selbst erstmal geschockt, als er ihn knapp neben den stehen bleibenden Keeper Ofori gekullert hat.

Die Statistik: 1

Im Nachhinein kann er vielleicht darüber lachen. Rami Bedoui wurde in der 90. Minute eingewechselt. Seinen ersten und einzigen Kontakt in der regulären Spielzeit hatte er, als er seinen eigenen Torwart zum späten Ausgleich überwand.
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