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Tunesien beendet das Madagaskar-Märchen

Tunesien beendet das Madagaskar-Märchen

11/07/2019 um 23:17Aktualisiert 14/07/2019 um 23:42

Tunesien hat das Märchen von Madagaskar beim Afrika-Cup beendet. Im Viertelfinale siegte das Team von Trainer Alain Giresse ungefährdet mit 3:0 (0:0). Ferjani Sassi (52.) traf kurz nach Wiederanpfiff, Youssef Msakni erhöhte nur kurze Zeit später (60.). Naim Sliti (90.+3) stellte quasi mit dem Schlusspfiff den Endstand her. Im Halbfinale wartet auf Tunesien nun der Senegal.

So lief das Spiel:

Auch Madagaskar gegen Tunesien bot in der ersten Hälfte das, was bisher schon so viele Spiele beim diesjährigen Afrika Cup gezeigt haben: wenig bis gar nichts. Ein Freistoß von Wahbi Khazri (32. Minute) war alles, was in den ersten 45 Minuten Gefahr ausstrahlte. Aus dem Spiel heraus war Tunesien zu behäbig, der Drang zum Tor fehlte. Bei den Madagassen sah das etwas anders aus, doch die waren nur ohne Ball schnell.

Alles änderte sich jedoch mit dem Anpfiff zur zweiten Hälfte. Fast direkt nach Wiederanpfiff machte Khazri das vermeintliche 1:0, stand dabei aber knapp im Abseits. Auch auf der anderen Seite ging plötzlich was. Nach einer Flanke von Jerome Mombris verpasste Kapitän Faneva Andriatsima in der Mitte eine halbhohe Flanke nur um Haaresbreite (50.). Stattdessen klingelte es dann im madagassischen Tor. Mit viel Platz und genauso viel Glück machte Ferjani Sassi das 1:0 von der Strafraumkante. Mindestens gleich groß ist der Anteil von Verteidiger Thomas Fontaine, der in der Schusslinie stand und unhaltbar für den Madagassen-Keeper Melvin Adrien, der einen guten Job machte, abfälschte (52.).

Danach versuchte sich Madagaskar gezwungenermaßen in der Offensive, doch die Räume, die sich den Tunesiern damit boten, machten es ihnen einfach. So war es abermals Khazri, der seinen Platz für einen Distanzschuss nutzte, den Adrien zwar zunächst abwehren konnte, beim Nachsetzen von Youssef Msnaki dann aber auf verlorenem Posten stand (60.).

Tunesien schaltete einen Gang zurück, Madagaskar warf alles nach vorne und musste in der Nachspielzeit nach einer eigenen Ecke und einem Konter der Tunesier noch das 3:0 durch Naim Sliti hinnehmen. Zu diesem Zeitpunkt war die Messe allerdings bereits gelesen und das madagassische Sommermärchen beendet.

Das fiel auf: Spielerisch limitiert

Lange Zeit spielte Madagaskar gut mit – bis zum Rückstand. Dann mussten die Madagassen, die bisher den Fokus auf eine sichere Defensive legten, selber das Spiel machen. Und das können sie nicht, da ist die Mannschaft doch klar limitiert. Lange Bälle reichen nicht, um die afrikanischen Spitzenteams in Bedrängnis zu bringen. Sobald die Insel-Kicker aufrücken mussten, war die Ordnung dahin, was die routinierten Tunesier ausnutzten.

Der Tweet des Spiels:

Interessanter Vergleich …

Die Statistik: 1 aus 5

Tunesien steht im Halbfinale – und das mit erst einem Sieg. Zumindest nach der regulären Spielzeit. In der Gruppenphase gab es drei Unentschieden für die Adler von Karthago, im Achtelfinale dann zwar den Sieg, aber erst im Elfmeterschießen. Auch deshalb vergleicht man die Tunesier derzeit auch gerne mit den Portugiesen bei der EM 2016, die im Halbfinale erstmals nach 90 Minuten siegen konnten und am Ende den Titel holten.

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