So lief das Spiel:

Über das gesamte Turnier gesehen ist Algerien wahrscheinlich der verdiente Sieger, weil sich das Team im Verlauf am konstantesten präsentierte und auch den Vergleich in der Gruppenphase gegen den Senegal mit 1:0 gewinnen konnte. Das Finale selbst war aber der dürftigste Auftritt im Turnier.
Vielleicht waren fünf Tage Pause zwischen Halbfinale und Finale auch zu viel. Es fehlte beiden Mannschaften komplett der Rhythmus, aber auch die Idee. So war das Tor in der zweiten Minute, abgefälscht vom Schalker Salif Sané, auch schon alles, was Algerien offensiv zu bieten hatte. Riyad Mahrez war überhaupt nicht zu sehen, Soufiane Feghouli ebenfalls nicht.
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18/07/2019 AM 14:01
Die Passivität der Algerier nahm mit zunehmender Spieldauer ebenfalls zu. Entlastung war aber auch nicht notwendig, weil der Senegal um Sadio Mané offensiv genauso wenig zustande bekam. Die Senegalesen versuchten es zwar, schafften es aber nicht hinter die letzte Abwehrreihe der Nordafrikaner. Und so war ein Schuss aus der zweiten Reihe von Mbaye Niang (38.) der einzig nennenswerte Abschluss bis zur Pause.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spiel nichts – nur die Gangart wurde noch rauer. 32 Fouls durch Algerien, 18 durch den Senegal sprechen Bände. Der fehlende Spielfluss kam den Algeriern aber zugute - und weil der Schiedsrichter mit seiner laxen Regelauslegung wenig dagegen tat, wurde es auch nicht besser.
Trotzdem war ein Beinahe-Elfmeter für Senegal einer der größten Aufreger im Spiel (60.), doch nach Begutachtung des Videobeweises nahm der Schiedsrichter seine bereits gefällte Elfmeter-Entscheidung richtigerweise zurück. Der angeschossene Adlene Guedioura konnte seinen bereits angelegten Arm in dieser Szene nicht noch weiter wegziehen.
Weil es die Senegalesen aber auch in der Folge kaum mit dem Ball am Fuß in die Box schafften, blieb es beim 1:0-Sieg für Algerien. Der Senegal um Liverpool-Star Sadio Mané muss deshalb weiter auf den ersten Titel warten.

Das fiel auf: Unterirdische Standards

Hoch gelobt waren die Standards der Senegalesen vor dem Spiel. Als bestes Mittel, die aus dem Spiel sattelfeste algerische Abwehr zu bezwingen. Nun, der Senegal hatte mehr als zehn Freistöße in aussichtsreichen Positionen, dazu eine handvoll Ecken. Gefährlich wurde es danach jedoch so gut wie nie. Nicht mal, weil die Abwehr alles souverän rausköpfte, sondern weil die Bälle so schwach getreten waren, dass sie oftmals gar nicht in den Strafraum kamen.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 1

Ein Schuss aufs Tor reichte den Algeriern im Finale zum Titelgewinn. Der entscheidende Abschluss stammte aus der zweiten Minute und war abgefälscht. Danach schoss das Team nicht mehr aufs Tor, kreierte nicht mal Strafraumsituationen. Aber immerhin lässt sich sagen: Die Effektivität ist nicht zu überbieten.
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