Afrika-Cup-Finale: Marokko-Trainer Walid Regragui kritisiert Senegals Pape Thiaw nach Eklat scharf: "Beschämend"
VonNiklas Bien
Update 19/01/2026 um 13:35 GMT+1 Uhr
Marokko-Trainer Walid Regragui hat seinen senegalesischen Kollegen Pape Thiaw nach dem denkwürdigen Finale des Afrika-Cups scharf kritisiert. "Was Pape getan hat, ehrt Afrika nicht", sagte der 50-Jährige. Die Elf des Senegal hatte den Platz nach einer strittigen Elfmeterentscheidung in der Nachspielzeit verlassen. Brahim Díaz vergab den Elfmeter kläglich, Senegal siegte nach Verlängerung mit 1:0.
Protest-Eklat und Panenka-Fehlschuss: Senegal holt Titel nach irrem Finale
Quelle: Perform
Der Senegal eroberte am Sonntagabend zum zweiten Mal den wichtigsten Fußball-Titel des afrikanischen Kontinentes. Doch nach dem knappen 1:0-Erfolg ging es weniger um Fußball, sondern um die irre Schlussphase der regulären Spielzeit.
"Das Bild, das wir von Afrika vermittelt haben, ist beschämend", sagte Regragui und nahm vor allem Senegal-Coach Thiaw in die Pflicht: "Ein Trainer, der seine Spieler auffordert, das Spielfeld zu verlassen - was Pape getan hat, ehrt Afrika nicht."
Ein strittiger Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit hatte Thiaw völlig auf die Palme gebracht, nachdem Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala kurz zuvor einen Treffer der Senegalesen zurückgepfiffen hatte.
Streit verhindert Pressekonferenz
"Das hat Brahim nicht geholfen. Das entschuldigt nicht die Art und Weise, wie er den Elfmeter geschossen hat", sagte Regragui, der nach der Unterbrechung sah, wie der Offensivspieler den Ball lässig in die Arme von Senegal-Keeper Édouard Mendy lupfte.
"Er hat ihn so geschossen und wir müssen das akzeptieren. Wir waren eine Minute davon entfernt, Afrikameister zu werden. So ist Fußball. Er ist oft grausam", so Regragui weiter.
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Marokko-Trainer kritisiert Senegal für Final-Eklat: "Nicht stilvoll"
Quelle: Perform
Die Pressekonferenz mit Thiaw konnte im direkten Anschluss indes nicht stattfinden. Als der 44-Jährige die Bühne betrat, verließen einige marokkanische Journalisten den Raum.
Andere lieferten sich über mehrere Minuten eine Auseinandersetzung mit senegalesischen Medienvertretern - bis die Pressekonferenz für beendet erklärt wurde.
Thiaw und Mané entschuldigen sich
Bei "BeIN Sport" äußerte sich Thiaw aber doch zum Final-Eklat. "Ich möchte nicht alle Vorfälle noch einmal durchgehen. Ich entschuldige mich für den Fußball", sagte der 16-fache frühere Nationalspieler.
"Nachdem ich darüber nachgedacht hatte, habe ich sie zurückkommen lassen – man kann in der Hitze des Gefechts reagieren. Wir akzeptieren die Fehler des Schiedsrichters. Wir hätten das nicht tun sollen, aber es ist geschehen, und jetzt entschuldigen wir uns beim Fußball", so Thiaw weiter.
Auch Superstar Sadio Mané, der den Platz als einer der wenigen Senegalesen nicht verlassen hatte, entschuldigte sich für das Verhalten seiner Mannschaft.
"Ich finde es verrückt, dieses Spiel nicht zu spielen, nur weil der Schiedsrichter einen Elfmeter gegeben hat und wir das Spiel verlassen", so Mané.
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Senegal reagiert auf Final-Chaos - Mané: "Lieber Niederlage als Abbruch"
Quelle: Perform
Mané: "Wäre das Schlimmste, was passieren könnte"
"Ich denke, das wäre das Schlimmste, was passieren könnte, besonders im afrikanischen Fußball. Ich würde lieber verlieren, als dass so etwas unserem Fußball passiert", betonte der ehemalige Bayern-Profi.
Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino, der in Rabat vor Ort war, äußerte sich nach den Vorfällen klar.
Es handele sich "inakzeptable" sowie "hässliche" Szenen, die "verurteilt" werden müssen und sich "niemals wiederholen" dürfen, so Infantino: Er erwarte, "dass die zuständigen Disziplinarorgane" des afrikanischen Verbandes CAF "die entsprechenden Maßnahmen ergreifen."
Der CAF folgte der Forderung umgehend und betonte, "sämtliches Videomaterial" zu prüfen und den Fall "an zuständige Stellen" weiterzuleiten.
Der Titel gehört nach diesem denkwürdigen Abend dem Senegal - Fragen zum Verhalten kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit, wird sich vor allem Thiaw in den nächsten Tagen aber wohl noch das ein oder andere Mal stellen müssen.
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Prügelnde Journalisten sorgen für Abbruch von Senegal-PK
Quelle: Perform
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