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Atlético - FC Bayern: So gut ist Madrid vor dem Bayern-Spiel drauf
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Publiziert 24/04/2016 um 11:57 GMT+2 Uhr
Atlético Madrid vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Bayern München: Kein schöner Fußball beim 1:0 über den FC Malaga in der Primera Division, dafür läuft's klassisch ab beim Arbeiterverein mit Arbeitssieg. Bemerkenswert jedoch, dass Atlético erst stärker wird, nachdem Trainer Diego Simeone auf der Tribüne landet - und dass Antoine Griezmann schlecht spielt.
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Alle Klischees, die Atlético Madrid und deren Trainer Diego Simeone vorauseilen, wurden beim 1:0 (0:0) über den FC Málaga nicht erfüllt. Sie wurden übererfüllt.
Es war keine schöne Partie, mit viel Rasse und durchaus wenig Klasse, speziell vor der Pause. Die "Rojiblancos" konzentrierten sich aufs Zerstören, diese Kunst beherrschen sie ja vorzüglich, ein gewinnbringender Moment reichte dann zu einem im Meisterrennen eminent wichtigen Sieg, den Simeone vom Logensitz beobachtete: dicht gedrängt auf der Tribüne.
Als Simeone flog, wurde Atlético stärker
Die Nachspielzeit der ersten Hälfte sagt wohl einiges aus über Atlético, das oft an der Grenze zur Unsportlichkeit balanciert. Und manchmal darüber. Als Málaga konterte, warf Simeone einen zweiten Ball aufs Feld, eine derb-unfaire Aktion. Sah der Schiedsrichter genauso und verwies den wie gewohnt pechschwarz gekleideten Simeone aus dem Innenraum.
Was der FC Bayern München aus dem Vorkommnis ziehen kann, ist die Lehre, dass sich Atlético von dieser Art Rückschlag nicht beirren ließ.
Des Trainers Platzverweis markierte keinen Bruch in einer ohnehin holprigen Darbietung, sondern wirkte wie ein Impuls, gerne genommen, als Symbol für die missionarische Willenskraft dieses Teams. Atlético ist eine zähe Truppe. Für sich, für andere.
Nächste Woche gastiert Bayern zum Champions-League-Halbfinale im Estadio Vicente Calderón, das Pep Guardiola als Hort der "besten Stimmung Europas" ausgemacht hat. Auch das bestätigte sich in diesem flauen Duell der Primera Division: Obwohl Atléticos Spielaufbau knirschte, war die Unterstützung von den Rängen frenetisch. Das wird sich mittwochs (ab 20:45 Uhr im Liveticker auf Eurospot.de) noch potenzieren.
Torres agil, Griezmann mies
Sportlich ist Madrids Formbarometer schwer in einen Satz zu packen. Nach Simenoes Suspendierung war Atlético präsenter und prägnanter, Angel Correa traf per leicht abgefälschtem Weitschuss (62.). Das reichte gegen Málagas Mittelklassemannschaft, weil es den Andalusiern an Mut und Qualität mangelte, etwaige Schwächen auszunutzen.
Bemerkenswert, dass sich wunde Punkte dabei vornehmlich auf Atléticos Offensive bezogen. Griezmann (20 Saisontore) blieb blass wie selten, viel länger als eine Stunde dauerte sein Arbeitstag nicht. Schonung für Bayern? Möglich. Dennoch war die Vorstellung diskret, deutlich unscheinbarer als beim agilen Fernando Torres, der sich auf den Flügeln rieb, während Griezmann exakt einmal auffiel: Als er einen Quasi-Elfmeter neben das Tor setzte (14.).
"Sie haben einen anderen Spielstil, darauf muss man sich einstellen", meinte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer nach der Auslosung. "Es ist sehr kompliziert gegen sie", ächzte Guardiola, der weiß, was Atlético charakterisiert: Disziplin, Physis, Ausdauer, eine Defensive von militärischer Konsequenz. "Die können einem die Freude am Fußball nehmen", betonte FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.
Ex-Bayer Santa Cruz kann berichten
Die Tabelle der spanischen Liga erzählt eigentlich die ganze Geschichte. 35 Spiele, 16 Gegentreffer. Spannend wird, wie die Rot-Weißen den Ausfall von Abwehrchef Diego Godin kompensieren. Málaga war bei weitem zu harmlos, um die Kette mit Ersatz Lucas Hernández (20) zu testen. Versuche aus der Distanz, mehr gestattete Atlético nicht, und wenn Málaga mal abzog, gab's noch Keeper Jan Oblak.
Atlético Madrid überzeugte kaum und gewann doch ungefährdet, mit seiner Auffassung von Fußball. Ziemlich ideal- und stereotypisch, aber Arjen Robben versucht ja auch ständig dasselbe (von rechts nach innen kurven, mit links schießen) und ist damit unsagbar erfolgreich. Jeder weiß es, fast keiner kann's verhindern, so ähnlich ist das mit Atlético.
Nach 77 Minuten wurde bei Málaga übrigens Roque Santa Cruz eingewechselt, von 1999 bis 2007 ein Münchner, 34 inzwischen. Falls es Infos aus erster Hand braucht, hat sich eine weitere Quelle angeboten.
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