Boateng im Interview

Alles schien nach Plan zu laufen. Bis zu seinem folgenschweren Missverständnis mit Manuel Neuer lieferte Jerome Boateng ein starkes Bundesliga-Debüt für Bayern München ab. Im Interview erklärt der Nationalspieler, warum am Ende doch alles anders kam und gibt Entwarnung in Sachen Verletzung.

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Aus der Allianz Arena berichtet Tobias Hlusiak
Als Jerome Boateng in der 55. Minute des ersten Saisonspiels seines neuen Klubs FC Bayern München nach einem Luftduell gegen Igor de Camargo am Boden liegen blieb, stockte den Fans der Atem. Auch den Verantwortlichen auf der Tribüne wird es wohl kurz etwas unwohl geworden sein. Immerhin 13,5 Millionen Euro hatten die Bayern-Bosse vor der Saison an Manchester City überwiesen, um ihren Wunschspieler an die Isar zu lotsen.
Trainer Jupp Heynckes beförderte den Nationalspieler umgehend zum Abwehrchef. Eine Rolle, die Boateng bei der Startniederlage des Rekordmeisters gegen Mönchengladbach über weite Strecken auch ordentlich ausfüllte. Sein folgenschweres Missverständnis mit Manuel Neuer wird allerdings in Erinnerung bleiben. Die beiden Neu-Bayern ermöglichten Borussen-Stürmer de Camargo den schließlich entscheidenden Treffer.
Nach dem Spiel erklärte Boateng gegenüber den folgenschweren Doppel-Fauxpas, gab Entwarnung in Sachen Verletzung und schickte eine Kampfansage in Richtung des Meisters.
Herr Boateng, zunächst die Frage nach ihrer Gesundheit. Wie schlimm ist die Verletzung?
Jerome Boateng: Es ist nur eine leichte Zerrung am Sprunggelenk im rechten Knöchel. Das ist natürlich blöd, aber zum Glück nicht ganz so schlimm.
Im ersten Moment sah es doch etwas schwerwiegender aus. Sie mussten lange behandelt werden…
Boateng: Das stimmt. Ich hatte solche Verletzungen auch schon öfter. Im ersten Moment dachte ich: 'Hoffentlich ist nichts kaputt'. Das hat sich bestätigt und macht mich sehr froh.
Also steht der Reise zur Nationalmannschaft in dieser Woche nichts im Wege?
Boateng: Davon gehe ich aus. Ich fahre wie geplant zum Treffpunkt. Dann wird man sehen, was dort passiert.
Zum Spiel: Ein Start nach Maß sieht sicherlich anders aus. 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach. Auch Sie hatten sich den Saisonauftakt doch sicherlich anders vorgestellt, oder?
Boateng: Ja natürlich. Aber ich denke, dass wir über 90 Minuten ganz klar die bessere Mannschaft waren. Es war insgesamt ein Spiel auf ein Tor. Mönchengladbach hatte einen Torschuss und entscheidet das Spiel dann durch so ein blödes Tor.
Was muss der FC Bayern besser machen?
Boateng: Wir müssen uns einfach noch mehr Torchancen erarbeiten. Das Zusammenspiel muss insgesamt noch besser werden. Diese Niederlage ist natürlich sehr ärgerlich, denn wir wollten mit einem Sieg starten, um direkt ganz oben dran zu sein. Jetzt müssen wir am nächsten Spieltag in Wolfsburg auf jeden Fall drei Punkte holen.
Wie sind Sie mit Ihrer ganz persönlichen Leistung zufrieden?
Boateng: Ich fand, dass ich insgesamt schon ganz ordentlich gespielt habe. Wir standen als Verbund schon sehr gut. Beim Tor sehen Manuel (Neuer, Anm. d. Red.) und ich natürlich eher unglücklich aus.
Igor de Camargo nutzte ein Missverständnis zwischen Ihnen und Ihrem Torwart zum einzigen Tor des Spiels. Muss Neuer in der Situation einfach wegbleiben?
Boateng: Ich habe die Szene noch nicht im Fernsehen gesehen, deswegen will ich nichts Falsches sagen. Aber ich denke, dass ich an den Ball herangekommen wäre. Ich war vor dem Stürmer da. Weil Manuel dann ‚Torwart‘ rief, bin ich weggeblieben. In der Kabine hat Manuel mir erklärt, dass er sich verschätzt habe. Er dachte, der Ball würde in den Strafraum hereinfliegen. Das war aber nicht der Fall, deswegen konnte er nicht voll durchziehen. Es ist natürlich blöd, dass wir durch solch ein Tor verloren haben. Denn ich denke, dass wir diese Niederlage nicht verdient hatten. Aber: Wir müssen eben vorne Tore machen, denn in der Defensive kann immer etwas passieren.
Auf den Deutschen Meister Borussia Dortmund haben Sie nun gleich wieder drei Punkte Rückstand. Ist der BVB der Hauptkonkurrent um den Titel, gerade nach der Leistung am Freitag?
Boateng: Dortmund hat gut gespielt, keine Frage. Allerdings war das auch erst der erste Spieltag. Klar hat der BVB eine gute Mannschaft und spielt schönen Fußball. Aber unser Team ist genauso gut. Wenn wir unsere Qualitäten ausspielen, dann sind wir auch stärker als Dortmund. Wir müssen das aber auch auf dem Platz zeigen und nicht nur in den Medien davon reden.
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