Butscher im Interview

Kapitän Heiko Butscher spricht im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de über die schwache Rückrunde, das nächste Bundesliga-Spiel in Kaiserslautern und seinen Trainer Robin Dutt. Mit dem SC Freiburg will der 30-Jährige die Trendwende schaffen und die magische 40-Punkte-Marke knacken.

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Der SC Freiburg steckt in einer seltsamen Situation. Würden Sie zustimmen, wenn man sagt: Freiburg steht auf Platz acht und ist trotzdem unzufrieden?
Heiko Butscher: Wir sind natürlich nicht zufrieden mit unser Leistung in der Rückrunde. Wir haben zwei Mal verloren und dann kommen noch die Schiedsrichterentscheidungen hinzu. Wenn wir da ein paar mehr Punkte geholt hätten, würde es etwas anders aussehen. Natürlich sieht man die Chance vorne dran zu bleiben. Aber vorrangig liegt es an uns, weil wir es einfach besser können. Da wollen wir wieder hinkommen.
In den vergangenen fünf Spielen gab’s nur vier Punkte. Wie groß ist die Unzufriedenheit?
Butscher: Die ist natürlich groß, denn die Punktausbeute war nicht so toll. Wir haben jetzt wieder ein sehr schweres Spiel vor der Brust und wollen versuchen, in Kaiserslautern zu punkten. Wir sind aktuell nur drei Punkte schlechter als in der Vorrunde. Deshalb ist die Punktausbeute in der Rückrunde insgesamt in Ordnung, aber unsere Leistungen sind einfach noch nicht so, wie wir uns das vorstellen. Daran gilt es zu arbeiten.
Warum tut sich Freiburg momentan so schwer, zu jener Leichtigkeit zurückzufinden, mit der man sich auf einen einstelligen Platz vorgespielt hat?
Butscher: Ich denke, dass wir in der Vorrunde schon unheimlich gut gespielt haben. Das hängt natürlich mit dem Selbstvertrauen zusammen, wenn’s auf einmal läuft und sich jeder Spieler in Topform befindet. Dann kommt so etwas zusammen. Ich denke aber, dass sich jeder Gegner mittlerweile besser auf uns einstellt. Das merkt man einfach. Wenn man oben in der Tabelle steht, wird man ernster genommen. Dann kommen noch ein paar individuelle Faktoren hinzu. Und so fehlen doch ein paar Punkte.
Nürnberg begeistert aktuell mit wenig prominentem Spielerpotenzial die Liga, auch Mainz scheint sich wieder gefangen zu haben. Ist das Hauptproblem des SCF diese fehlende Konstanz?
Butscher: In der Vorrunde hatten wir eine sehr gute Konstanz. Wenn wir gegen Kaiserslautern gewinnen sollten, sind wir eigentlich wieder voll im Soll. Aber wir haben immer gesagt, dass es mal eine Phase geben wird, in der es irgendwann einmal nicht so laufen wird, und da stecken wir gerade drin. Aber wir sind auch in der Lage, dort wieder heraus zu kommen und da wieder den Schalter umzulegen und wieder erfolgreich zu sein.
Man hat das Gefühl, dass die spielerische Qualität und Effektivität seit dem schwachen Auftritt und der Niederlage auf Schalke leidet. Auch der folgende Heimsieg gegen Wolfsburg war recht glücklich. Wo muss man die Hebel ansetzen?
Butscher: Ich denke, dass wir in der Defensive eigentlich ganz gut stehen und unsere Aufgaben ganz gut lösen. Wir haben aber gesehen, dass es im Offensivspiel bei uns nicht mehr ganz so gut läuft. Das fängt bei uns hinten an, geht über die Defensive und das Mittelfeld. Wir haben im Moment nicht mehr die Laufbewegung drin, die uns in der Vorrunde ausgezeichnet haben. Aber wir sind sehr hart am Arbeiten und kommen da auch wieder hin.
Zuletzt wurde dem Team eine gewisse Zufriedenheit vorgeworfen, nachdem das Ziel Klassenerhalt bereits gesichert ist. Ist es so schwer, das Visier neu zu justieren und auf die Europapokalplätze zu richten?
Butscher: Also ich glaube nicht, dass hier irgendein Spieler schon zufrieden ist. Auch 37 Punkte reichen noch nicht. Wir müssen erst einmal 40 Punkte erreichen und da sind noch drei fällig. Es gibt eigentlich keinen Grund, einen Gang zurückzuschalten. Jeder Spieler kann die Tabelle auch lesen. Wenn man den Abstand nach oben sieht, dann will man da auch bleiben. Da gibt sich kein Spieler zufrieden. Selbstzufriedenheit ist bei uns wirklich fehl am Platze.
Ist Freiburg offensiv eventuell doch zu abhängig von Cissé?
Butscher: Nein. Cissé ist zwar ein sehr guter Stürmer, aber es steht immer eine Mannschaft dahinter, die für ihn arbeitet und auch für ihn auflegt. So ist es natürlich auch im Umkehrschluss. Cissé wäre bestimmt nicht so stark, wenn die ganze Mannschaft nicht so gut wäre.
Zu allem Überfluss wird nun auch Trainer Robin Dutt bei Leverkusen und Schalke als zukünftiger Trainer gehandelt. Ist das ein Thema in der Mannschaft?
Butscher: Ich müsste lügen, wenn ich sage, wir sprechen nicht drüber. Natürlich lesen auch wir Zeitung und da wird natürlich das ein oder andere Wort schon mal ausgetauscht. Aber letztendlich hat er zu uns noch nichts gesagt. Er hat noch nichts verlauten lassen. Und deshalb ist das bei uns kein großartiges Thema, obwohl man natürlich auch drüber spricht. Für uns ist es als Spieler aber auch eine Bestätigung, wenn solch ein Trainer bei namhaften Klubs gehandelt wird. Das ist auch normal, weil er wirklich gute Arbeit leistet. Uns freut’s auf jeden Fall auch.
Wie groß ist die Gefahr, dass der Sport-Club im letzten Saison-Drittel noch durchgereicht wird?
Butscher: Die Spiele werden nicht einfacher, aber das wussten wir vorher. Das haben wir in der Vorrunde auch schon einmal gesagt, dass irgendwann einmal der Zeitpunkt kommen würde. Dass wir einbrechen, war bislang aber nicht der Fall. Ich denke, wir können bereits gegen Kaiserslautern die Trendwende schaffen und dann sieht alles wieder ganz gut aus. Dass wir immer für eine Überraschung gut sind, haben wir gezeigt. Deshalb werden wir die letzten Spiele auch erfolgreich gestalten. Davon bin ich voll überzeugt.
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