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Xabi Alonso könnte beim FC Bayern ein Opfer von Pep Guardiola werden
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Publiziert 24/07/2015 um 21:28 GMT+2 Uhr
Im Mittelfeld herrscht beim FC Bayern akutes Staugebiet. Neuzugang Arturo Vidal verschärft eine Lage, die ohnehin den härtesten Konkurrenzkampf aller Zeiten vorsah. Einem Spieler, dem Trainer Pep Guardiola stets in Treue gegenüberstand, droht nun die Ersatzbank - dauerhaft. Xabi Alonso gibt sich sehr gelassen. Noch.
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Vielleicht wiegt sich Jerome Boateng im sicheren Gefühl der Gewissheit, nicht selbst betroffen zu sein. "Manchmal ist der eine Spieler für das eine Spiel besser, dann muss der andere das runterschlucken", sagt der Innenverteidiger des FC Bayern. "Wenn man das Ganze sieht, muss man auch mal die Arschkarte ziehen."
Bedeutet: Beim FC Bayern wird der Konkurrenzkampf nicht kleiner. Das Gedränge im Mittelfeld ist sogar groß wie nie - und drängt Prominenz in die zweite Reihe.
"Wir haben alle Positionen doppelt besetzt, diese Mannschaft ist ziemlich komplett. Aber wir müssen es auf dem Platz zeigen", weiß Xabi Alonso, der Taktgeber.
Auch er muss es zeigen. Die Frage ist nur: Darf er?
Guardiolas Warnung an die Stars
"Die Spieler wissen, dass sie viel kämpfen müssen, wenn alle gesund sind", warnt Trainer Pep Guardiola seine Star-Belegschaft. Vergangene Meriten werden ausgeblendet, Prinzipien- oder Nibelungentreue? Mitnichten.
Alonso ist ein Gentleman-Profi, mondän und elegant. In Klubanzug mit Sonnenbrille wirkt er wie ein Dressman, der genauso gut für Herrenmode werben könnte. Der Spanier ist ein Fußballer von Welt. Und, Pech für ihn, ein Fußballer, dem die Jahre ausgehen. Im November wird er 34.
"Wenn ich 30 Spiele machen soll, mache ich 30. Wenn ich fünf machen soll, dann fünf", sagt er gelassen lächelnd, das leuchtet ein, er hat ja alles gewonnen. Zweimal die Champions League mit Liverpool und Real, zig nationale Titel, einmal den Weltmeisterpokal und zweimal die EM.
Alonso muss nichts unter Beweis stellen. Aber er will. Und das wird schwer.
Von der Weltklasse zum Sicherheitsrisiko
Als der Iberer im August vorigen Jahres nach München kam, beeindruckte er jeden. Als hätte er einen Magneten im Schuh, zog Alonso das Bayern-Spiel an sich, lenkte und leitete, brachte sich ein und das Team voran. Gegen Köln summierten sich 206 Ballaktionen, Bundesligarekord. Bald darauf deklarierte ihn der "kicker" trotz fortgeschrittenem Fußballer-Alter zur "Weltklasse".
Umso abrupter war dieser Leistungsabfall nach der Winterpause. Seine Bewegungen erschienen nicht länger behände, sondern schlicht langsam. Er streute Fehlpässe in seinen Aufbau, nicht selten kapitaler Natur, die Abstimmung mit Bastian Schweinsteiger klappte mehr schlecht als recht. Streng genommen wurde Alonso mitunter zu einem Sicherheitsrisiko für die Münchner, im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona war er kaum auf der Höhe.
"…dann ist er in einem Monat tot"
Doch er spielte immer. Weil es unumgänglich war angesichts der Verletzungsseuche, die Bayern befiel. Und irgendwann, früher als erwartet, gingen Alonso die Körner aus. "Wenn wir das Spiel kontrollieren, kann Xabi alle drei Tage ran", sagte Guardiola in dieser Phase und setzte seine besorgteste Miene auf: "Wenn wir das Spiel nicht kontrollieren, ist er in einem Monat tot." Über 3000 Minuten stand der Routinier auf dem Fußballfeld.
Allerdings: Müdigkeit ließ Alonso nicht als Ausrede gelten, damals nicht und heute nicht. Er habe sich gut gefühlt im Frühjahr, sagt er, so wie er sich jetzt gut fühle, bereit für die wöchentliche Selektion.
Staugebiet Mittelkreis. 17 Profis balgen sich um maximal sechs freie Stellen, Xabi Alonso ist einer davon. Im Vorjahr gesetzt, nun auf der Kippe, das ist Fußball. "Ich habe zu akzeptieren, wenn ich auf der Bank sitzen muss", bemerkt er, nur um hinterherzuschieben: "Ich habe in meiner Karriere meistens gespielt."
Es wäre fast eine Überraschung, wenn ihm die Saison 2015/16 keine neue Erfahrung lehren würde.
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