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Anekdoten über Carlo Ancelotti: Ronaldo-Imitator, Gabel-Hypnose & emotionales Band zu München
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Publiziert 21/12/2015 um 23:42 GMT+1 Uhr
Bester Freund, Trainer-Kumpel, Genießer und Vollprofi. Eurosport.de hat die Kollegen in Italien, England, Frankreich und Spanien nach den besten Anekdoten gefragt, die Carlo Ancelotti als Spieler und Trainer in Mailand, London, Paris und Madrid erlebt hat. Der Italiener übernimmt im kommenden Sommer das Amt von Pep Guardiola beim FC Bayern. Für ihn wird es eine Rückkehr an einen besonderen Ort.
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Fotocredit: Eurosport
Emotionale Erinnerungen an München
Andrea Tabacco (Eurosport Italien): Jeder kennt die sportlichen Erfolge von Carlo Ancelotti in der Serie A, aber wenige kennen seine Freundschaft zu Stefano Borgonovo, der 2013 an der schweren Nervenkrankheit ALS verstarb. Beide waren enge Freunde. Während der Saison 1989/90 spielten sie zusammen beim AC Mailand. Borgonovo schoss im Champions-League-Halbfinalrückspiel im Münchner Olympiastadion das wichtigste Tor seines Lebens. Milan setzte sich gegen Bayern durch und siegte im Finale gegen Benfica Lissabon. Borgonovo verließ am Ende der Saison den Verein und wechselte auf eigenen Wunsch nach Florenz.
Doch die Freundschaft zwischen beiden Spielern hielt weiter. Jahr für Jahr – bis zu seiner tödlichen Krankheit. Wenn Ancelotti Zeit hatte, besuchte er Borgonovo. Nach dem Tod seines Freundes unterstützt Ancelotti die Stiftung "Fonfazione Stefano Borgonovo", um ALS-Kranken zu helfen. Das zeigt, welchen Charakter Ancelotti hat. Überall, wo er tätig war, wurde er von den Fans und den eigenen Spielern verehrt. Außer bei Juventus. Keiner versteht es besser, die Harmonie zwischen Trainer und Spielern herzustellen. Er kann mit allen Topspielern umgehen. Das hat er in seiner Karriere gezeigt.
Umso bemerkenswerter ist es, dass er ausgerechnet nach München zurückkehrt, wo sein bester Freund das wichtigste Tor seines Lebens schoss.
Riesenappetit und Lust auf Fleisch
Tom Adams (Eurosport England): In seiner Zeit bei Chelsea (2009-2011) erlebte Carlo Ancelotti eine kuriose Geschichte, die zeigt, was er für ein kulinarischer Genießer ist. "Nur einmal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass ich einen Psychiater brauche. Ich war bei Juri Schirkow, aber alles, was ich sehen konnte, war ein Rib-Eye-Steak. Perfekt gegrillt, saftig, rauchig und medium. Ich sah ihm in die Augen, und plötzlich hatte ich Hunger.
Das ist bei mir nichts wirklich Neues. Fleisch, Fisch, Rotwein, Coca Cola, Salami, Mortadella, Romano Käse, ein Stück Gorgonzola, Fisch und Chips, Schichttorte, ein Drink nach dem Abendessen, Spaghetti, Pesto, Bolognese-Sauce, Kalbsragout, Antipasti, Vorspeisen, Hauptgerichte, Dessert... aber ich hatte noch nie Hunger wegen eines Fußballspielers bekommen. Auf einmal war das in meinem Kopf. Ich hatte einen seltsamen neuen Appetit entwickelt. Vielleicht hatte es etwas mit der Gabel zu tun, die eine gewisse Eleganz hatte, als sich das Steak zum Mund bewegte", so Ancelotti.
Was noch wichtig war? 2009/10 erzielte seine Mannschaft 103 Tore in der Premier League.
Vollprofi auf der Trainerbank
Vincent Bregevin (Eurosport Frankreich): Das Wichtigste bei Paris Saint-Germain (2012-2013) war, dass unter Carlo Ancelotti die Professionalität wieder Einzug hielt. In seinen eineinhalb Jahren bei PSG machte er einen fantastischen Job. Er verbesserte jeden Spieler, um die Ziele des Vereins zu erfüllen. Natürlich hat PSG eine Menge Geld, aber ohne Ancelotti hätte Paris keine Spieler wie Thiago Motta, Thiago Silva und Zlatan Ibrahimovic verpflichten können. Diese Akteure waren der Schlüssel zum Erfolg.
Als Laurent Blanc die Nachfolge von Ancelotti bei PSG antrat, erklärte er: "Ich habe noch nie eine Mannschaft gesehen, die auf so einem hohen Level so gut in Schuss ist." Das zeigt, dass Ancelotti die komplette Klaviatur beherrscht. Als Mensch und als Trainer.
Ronaldo-Imitator und Gesangstalent
Ignacio Ruiz (Eurosport Spanien): Als Carlo Ancelotti Trainer von Real Madrid (2013-2015) war, gewann er 2014 die Champions League. Er führte die "Königlichen" zur ersehnten "La Décima" - dem zehnten Sieg unter den Besten in Europa. Er war zwar "old school", aber als Mensch war er toll. Wenn Ronaldo ein Tor gemacht hat, imitierte Ancelotti seinen Torjubel. Beine breit und Arme nach unten zur Seite – wie der Portugiese. Nicht um seinen Superstar bloß zu stellen, sondern um ihn weiter zu stärken. Bei diesen Aktionen hatte Ancelotti sichtlich Spaß.
Wie bei seiner Gesangseinlage nach dem Champions-League-Sieg 2014, als er nach dem Spiel zum Mikrofon griff und vor 66.000 Zuschauern im Lissaboner Estádio da Luz lautstark die Hymne "Hala Madrid" sang.
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