Seinen Wechsel von Schachtjor Donezk zum FC Bayern hat er keine Sekunde bereut. Im Gegenteil: Douglas Costa hat sich verliebt in seinen neuen Arbeitgeber und schwärmt von den paradiesischen Bedingungen beim deutschen Rekordmeister: Trainer top, Umfeld top, Wetter top.
Seine Liebeserklärung hat gute Gründe: Der 30-Millionen-Euro-Import ist DIE Entdeckung der Saison.
In zwölf Bundesliga-Spielen bereitete der Turbodribbler bereits zwölf Tore (!) vor. Zwei Treffer schoss er selbst. In der Champions League gelangen ihm in fünf Spielen zwei Tore und zwei Assists. Eine fantastische Quote, die Costa in einem Interview bei "Sport1" vor allem auf die Zusammenarbeit mit Coach Pep Guardiola zurückführt.
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Jeden Tag, den ich mit ihm verbringen darf, ist lehrreich für mich. Wenn ich an seiner Seite bin, versuche ich täglich, etwas Neues zu erlernen. Pep Guardiola ist der beste Trainer der Welt. Die Kommunikation mit ihm ist super."

Die Entdeckung der Saison

Der Katalane hat Costas kometenhaften Aufstieg bei den Bayern erfolgreich vorangetrieben. Auch der extreme Zusammenhalt im Team trägt für den Südamerikaner viel zur Wohlfühloase FC Bayern bei.
Es gibt beim FC Bayern nicht diese Rivalität, wer auf dem Platz steht. Es ist irgendwie nicht wichtig, da ich noch nie so eine Harmonie gespürt habe wie hier."

Douglas Costa und Arjen Robben jubeln über die frühe Bayern-Führung

Fotocredit: Imago

Das positive Umfeld pusht ihn konstant zu Höchstleistungen.
Ich habe in fünf Monaten FC Bayern mehr gelernt als in fünf Jahren bei Donezk. Das ist surreal. Das ist unglaublich."
Fast ein Wunder, wenn man bedenkt, dass er in der Ukraine nur einer von vielen talentierten Brasilianern war.
30 Millionen Euro schienen deshalb übertrieben. Heute gilt Costa als Schnäppchen. Der flinke Mittelfeldmann ist sogar zu einer echten Gefahr für Franck Ribéry geworden, den er in dieser Saison vollkommen nahtlos ersetzte.

Kindheitstraum in Erfüllung gegangen

Als dritten Fakt für seine überraschend kurze Anpassungsphase nennt Costa einen vermeintlich lapidaren Grund. "Ich hatte mit dem Wetter zu keiner Sekunde ein Problem. In der Ukrainer war es viel kälter."
Ich fühle mich in Deutschland sehr, sehr wohl. Die Menschen in München sind fantastisch. Vor allem das Oktoberfest hat mich unglaublich beeindruckt, das war eine tolle neue Erfahrung.
Bereits vor seinem Wechsel nach München wurde Costa im November 2014 für Brasiliens Nationalmannschaft nominiert. Ein wichtiger Meilenstein in seiner Karriere. "Es war für mich einfach unglaublich, als ich davon erfahren habe. Das war der Wahnsinn. Jedes Kind träumt davon."
Seit der verkorksten Heim-WM zählt er zum brasilianischen Kader unter Nationaltrainer Carlos Dunga. "Costa ist ein internationaler Topspieler, weshalb ich von seinen aktuellen Leistungen nicht überrascht bin", sagte Schachtjor-Geschäftsführer Sergej Palkin.
In 141 Ligaspielen für Donezk erzielte Costa insgesamt 29 Tore und bereitete 30 Treffer vor. Seine Selbstlosigkeit vor dem gegnerischen Tor ist beeindruckend. Selbst aus guten Schusspositionen sucht er fast immer den besser postierten Mitspieler. Ein Vorlagengeber par excellence.
Aber Costa hat seit dem Champions-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus (4:0) muskuläre Probleme und fehlte zuletzt gegen Hertha BSC (2:0). Neben Ribery (Aufbautraining), David Alaba (Sprunggelenk), Mario Götze (Rehabilitation) und Thiago (Kapselverletzung) wird Costa auch gegen Mönchengladbach ausfallen.
Wann er wieder zurückkommt, ist noch offen. Bayern kann's aber kaum erwarten, seine "Transferrakete" endlich wieder auf den Rasen zu schicken.
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