Drei Dinge, die bei Hertha-Bayern auffielen: Guardiola schickt Atlético-Scouts ratlos heim
Der FC Bayern München ist nur noch ein Sieg von der Meisterschaft entfernt. Beim 2:0-Sieg bei Hertha BSC ließ sich Pep Guardiola jedoch nicht in die Karten blicken, gab den Atlético-Scouts so gut wie nichts preis. Bei Berlin überzeugte derweil der ins kalte Waser geworfene Youngster Maximilian Mittelstädt beim Startelf-Debüt. Und: Douglas Costa baut Form auf. Was uns beim Spiel auffiel.
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1.) Guardiola verwirrt Atlético-Scouts
Klar, wer ohne Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba, Alonso, Coman, Martínez, Ribéry und Robben spielt, muss ein bisschen kreativ sein. Die Elf, die Pep Guardiola in Berlin ins Rennen schickte, war jedoch äußerst flexibel aufgestellt und wird den Atlético-Scouts wenig Aufschlüsse für das Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch mitgegeben haben.
In der Innenverteidigung auf Serdar Tasci (durfte erstmals 90 Minuten spielen!) und Medhi Benatia zu setzen, dazu Joshua Kimmich und Rafinha als Außenverteidiger aufzubieten - das hatte was. Vor allem wenig vorbereitenden Charakter. Nachdem Guardiola diese Saison ausschließlich Xabi Alonso, Arturo Vidal (schoss erneut das 1:0, 48.) und Joshua Kimmich als einzelnen Sechser einsetzte, durfte in Berlin zudem Thiago die erste Halbzeit als zentraler Mann vor der Abwehr spielen.
Um ihn herum wirbelten derweil Vidal, Mario Götze, Thomas Müller und Douglas Costa in ständig wechselnden Positionen, dazu tauschten nach 20 Minuten die Außenverteidiger Rafinha und Kimmich die Seiten - maximale Verwirrung. So war neben Vidal wohl einzig Robert Lewandowski in der Rolle zu sehen, die er auch am Mittwoch in Madrid einnehmen wird: als Mittelstürmer.
Guardiolas Wechselspiele - gleich sieben Änderungen im Vergleich zum Pokalsieg gegen Werder Bremen - gingen auf: Bayern fehlt nur noch ein Sieg zur Schale, die vierte Meisterschaft in Folge kann schon kommendes Wochenende zwischen den Atlético-Spielen zuhause gegen Borussia Mönchengladbach perfekt gemacht werden. Mario Götze:
2.) Dárdai schmeißt Youngster Mittelstädt rein
Maximilian Mittelstädt hatte vor Samstag gerade mal eine Bundesliga-Minute absolviert - gegen die Bayern warf ihn Trainer Pál Dárdai einfach mal ins kalte Wasser. Der 19 Jahre alte gebürtige Berliner, der eigentlich auf der linken Seite zuhause ist, spielte im rechten Mittelfeld und machte seine Sache sehr gut.
In der ersten Halbzeit war der U19-Nationalspieler an drei Torschüssen direkt beteiligt - so viele wie die gesamte Bayern-Elf auf der Gegenseite abgab. Zudem störte er die Kreise von Joshua Kimmich als Linksverteidiger derart, dass Guardiola lieber umstellte, erst den routinierteren Rafinha nach links zog und später David Alaba brachte (57.).
Dass Bayerns Führungstor durch Vidal für die Gäste wie eine Erlösung wirkte, lag auch am guten Mittelstädt. Über den 19-Jährigen sagte Dárdai bereits vor der Partie:
3.) Costa quält sich aus dem Loch
Douglas Costa war Bayerns Spieler der Hinrunde - zwischen Dezember und März lief beim Brasilianer aber nicht mehr allzu viel zusammen. In Pep Guardiolas Top-Top-Top-Elf hatte er seine Lieblingsrolle links offensiv zuletzt an Franck Ribéry verloren. Nun zeigt der Brasilianer aber wieder ansteigende Form.
Gegen Hertha war er an den meisten der eher spärlich auftretenden Offensivaktion beteiligt, zog die meisten Sprints an (28) und gab die meisten Torschüsse ab (3). Machte Costa zuletzt in Stuttgart beim 3:1 schon den Deckel drauf, war er diesmal zum 2:0 sehenswert erfolgreich (79.) - Torhüter Thomas Kraft sah von Costas Schuss nur den Kondensstreifen.
Für Atlético hat Guardiola jetzt die Qual der Wahl: Costa oder Coman auf rechts? Zuletzt spielte immer Costa.
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