Drei Dinge, die bei Leverkusen - Bayern auffielen: Wilder Tag für Arturo Vidal
Defense first! Bayer Leverkusen gegen den FC Bayern München endet in der Bundesliga 0:0 - auffällig waren starke Abwehrspieler wie Joshua Kimmich oder Ömer Toprak und ein wilder Tag für Arturo Vidal. Außerdem stellt sich die Frage: Hat der FC Bayern ein Offensivproblem?
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1. Kimmich/Badstuber stark gegen "Kiecharito"
Abwehrprobleme? Wer? Seit Jérôme Boateng in Hamburg vom Platz humpelte, hat Bayern in 214 Spielminuten kein Gegentor kassiert. Gegen Leverkusen verzichtete Pep Guardiola erneut auf zu waghalsige Experimente und schickte eine klassische Viererkette ins Spiel. Joshua Kimmich und Holger Badstuber taten dabei in der Innenverteidigung ihr Möglichstes, um Bayers zuletzt stark auftretendes Sturm-Duo "Kiecharito" in Schach zu halten.
Was gut gelang: Javier Hernández a.k.a. Chicharito schoss im ganzen Spiel nur einmal aufs Tor, Stefan Kießling gar nicht - der ehemalige Nationalspieler fiel eher durch ein paar ruppige Fouls auf.
Vor allem der eigentliche Mittelfeldspieler Kimmich bot für seine 20 Jahre erneut eine bärenstarke Leistung; lief als Innenverteidiger am meisten bei Bayern (10,8 Kilometer), spielte nach Xabi Alonso (trotz Gelb-Roter Karte nach 84 Minuten) die zweitmeisten Pässe (53) und hatte nach Alonso, Philipp Lahm und David Alaba die viertmeisten Ballkontakte (67).
Weder sein Größennachteil (1,76 m), noch seine Unerfahrenheit auf dieser Position fielen dabei negativ auf. Kurz: So ist Kimmich auch die Top-Alternative für das Champions-League-Spiel bei Juventus Turin in zweieinhalb Wochen. Pep Guardiola lobte Kimmich jedenfalls überschwänglich:
2. Bayerns Offensive stottert
Wer die Bayern-Abwehr lobt, muss auch die Leverkusener Defensive rühmen: Allen voran Ömer Toprak sorgte dafür, dass der FC Bayern keine hundertprozentige Chance bekam und damit erst zum zweiten Mal diese Bundesliga-Saison nach dem 0:0 bei Eintracht Frankfurt im Oktober ohne Tor blieb. Der Türke gewann 61 Prozent seiner Zweikämpfe und klärte mehrfach, wenn's brenzlig wurde, Jonathan Tah entschied an seiner Seite sogar 70 Prozent der Duelle für sich.
"Wie wir nach vorne verteidigt haben, war großartig", lobte Trainer Roger Schmidt den gesamten Defensivverbund:
Nicht wegzudiskutieren wäre da aber auch, dass sich die Bayern seit geraumer Zeit auch schwer tun, klare Chancen herauszuspielen - schwerer zumindest als weite Strecken der Hinrunde.
Unterm Strich haben die Bayern die letzten sechs Liga-Spiele nur acht Tore erzielt (1,33 pro Spiel) und damit weniger als zum Beispiel Werder Bremen (10), Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund (je 12) oder der VfB Stuttgart (13). Robert Lewandowski war in seinem 21. Pflichtspieleinsatz von Beginn an in Folge diesmal abgemeldet und schoss nur zweimal aufs Tor. Der auf die Bank rotierte Thomas Müller vergab im zweiten Durchgang zwei aussichtsreiche Chancen.
3. Wilder Arbeitstag für Vidal
War wurde zuletzt nicht alles über Arturo Vidal berichtet: zu dick, alkoholisiert im Trainingslager, bei Pep Guardiola in Ungnade gefallen? De facto stand der Chilene gegen seinen Ex-Klub erstmals 2016 wieder in der Startelf des FC Bayern und erhielt dabei unter anderem den Vorzug vor dem vermeintlichen Guardiola-Liebling Thiago Alcántara.
So richtig ins Spiel fand der Chilene zwar nicht, wurde dafür auf andere Art oft "eingebunden": Zuerst fiel ihm Stefan Kießling recht unschick in die Kniekehle, sodass Vidal fortan das linke Knie schmerzte (35.), nur Minuten später stellte ihn ein weiterer Bayern-Spieler ordentlich auf, als Vidal den Ball vorbeispitzeln wollte. Und dann bekam er auch noch den Ball von Karim Bellarabi an den Hinterkopf gedonnert (50.).
Nach 52 Minuten war angeschlagen Schluss - merklich ramponiert humpelte Vidal zur Seitenlinie und wurde durch Thiago ersetzt. Fraglich, ob sich der Mittelfeldspieler damit für die absoluten Top-Top-Top-Spiele empfehlen konnte; in der Bundesliga stand er allerdings wie sonst nur Manuel Neuer und Müller in allen 20 Spielen auf dem Platz.
Fazit von Guardiola:
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