FC Bayern München im Februar 2016: Feuer frei!
Verletzte Spieler, ein Trainer auf dem Sprung, ein wenig souveräner Vorstand: Der FC Bayern München wirkt trotz komfortabler sportlicher Lage dünnhäutig und gereizt, Vieles steht Spitz auf Knopf. Keine Frage: Den Bayern steht ein heißer Monat bevor, in dem sich vieles zum Guten, aber auch zum Schlechten wenden kann. Die Lage im Süden.
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Matthias Sammer ist schon länger kein Feuerkopf mehr, dazu fehlt ihm die rote Haarpracht. Seine Ausführungen auf der Pressekonferenz am Mittwoch beim FC Bayern München hatten dennoch was von einer Brandrede.
Hitzige Aussagen, kühl getätigt. Message: Wer uns attackiert, bekommt Feuer. Sammer:
Beim FC Bayern München ist im Februar 2016 richtig Musik drin. Man merkt: Vieles steht bei Bayern derzeit Spitz auf Knopf. Sie sind an der Grenze, in vielerlei Hinsicht.
Ganz schön dünnhäutig
Der Kader: verletzungsgeplagt, schon seit Wochen bleiben auf der Bank des FC Bayern ein bis zwei Plätze leer. Nun ist auch noch Neuzugang Serdar Tasci verletzt. Und die Rückkehr von Medhi Benatia, Mario Götze und Franck Ribéry immer noch nicht terminiert.
Der Trainer: Pep Guardiola wird von der Presse insgesamt nun härter angefasst, wirkt selbst aber auch sehr dünnhäutig und noch unnahbarer, seit feststeht, dass er die Bayern verlässt und im Sommer bei Manchester City anheuert.
Der Vorstand: Gibt derzeit in Sachen öffentlicher Statements keine besonders souveräne Figur ab. Zuerst bei der Katar-Debatte, die man mit der Ernennung des Flughafens Doha zum "Platin"-Sponsor nachträglich nochmal befeuerte. Dann war laut Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge angeblich für einen Transfer "keine Qualität auf dem Markt" - nur Stunden später verpflichtete man Tasci. Nun Sammers Rundumschlag.
Der Fall Vidal
Andererseits: Ist es natürlich nachvollziehbar, dass sich Sammer ganz "hoeneßk" gegen eine Berichterstattung wehrt, die er für unwahr und überzogen hält. Einem Spieler wie Arturo Vidal Alkoholeskapaden zu unterstellen, wo vielleicht keine waren, ist rufschädigend.
Allerdings, so muss man konstatieren, wählte die "Sport Bild" zum "Vorfall im Trainingslager" die eher softe Formulierung, Vidal solle nach mehrfachen Entfernen aus dem Mannschaftshotel lediglich "alkoholisiert gewirkt haben" - und das ist nun mal Ansichtssache.
Übrigens: In Katar trotz strenger Regeln an alkoholische Getränke zu kommen, ist nicht schwer - einige Hotelbars bieten diesen Anreiz, das Mannschaftshotel der Bayern gehört nicht dazu. Und die Bayern-Spieler dürfen sich auch im Trainingslager frei bewegen. Einen Tag hatten sie sogar komplett frei.
Die Chance: Top-Spiele en masse!
So oder so: Die Vidal-Gesichte steht erst mal weiter im Raum; da halfen Sammers Worte samt Androhung rechtlicher Schritte nur wenig dagegen. Letztlich wird der Chilene nur mit Leistung dagegen angehen können - und da bietet der Spielplan in den kommenden Wochen genug Anreiz, vor allem auswärts.
Auf die wichtige Standortbestimmung bei Bayer Leverkusen am Samstag (18:30 im Liveticker) folgen das Pokal-Spiel beim VfL Bochum und ein schweres Bundesliga-Spiel beim FC Augsburg. Nur neun Tage später gibt's dann den Showdown im Champions-League-Achtelfinale bei Juventus Turin, gefolgt von Auswärtsspielen beim VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund.
Ein Monat voller Top-Spiele. Ein Monat, in dem viel schiefgehen, aber auch sehr viel richtig laufen kann.
Feuer frei!
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