FC Bayern München vorm Titel: Pep Guardiola entschuldigt sich fürs Meisterstück gegen Schalke 04

Für Pep Guardiola arbeiteten seine Spieler des FC Bayern München beim 3:0 gegen den FC Schalke 04 nicht hart genug. "Wir haben hier keinen Messi oder Ronaldo, der 50, 60 Tore schießt", grantelte er nach dem Sieg, der Bayern zwar Richtung Meisterschaft, in Sachen Tripleform aber nicht weiterbringt. Weswegen der Coach auch mächtig Wind machte - und sogar das Loben von Arturo Vidal verbot.

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Vom FC Bayern berichtet Florian Bogner
Es war nach 25 Minuten, da hatte Arturo Vidal an der Mittellinie den Ball und fünf Mitspieler standen auf gleicher Höhe oder hinter ihm. Der Chilene blickte kurz auf und wurde dann schnell herrisch: Nach dem Motto “Was macht ihr alle hier hinten?” schickte er die Kollegen mit einer missgünstigen Armbewegung nach vorne.
Eine Halbzeit lang lief es nicht bei den Bayern. Sie schleppten sich mehr über den Platz als dass sie liefen, sie hatten kaum Ideen, spielten zu langsam.
Doch als hätte man ihnen zur Pause frische Batterien eingesetzt, drehten sie in der zweiten Halbzeit auf: Tore von Robert Lewandowski (54./63.) und Arturo Vidal (74.) sorgten für einen 3:0-Sieg über den FC Schalke 04 – und einen großen Schritt Richtung Meisterschaft.

Zwei Siege noch

Im schlechtesten Fall bleibt der Vorsprung vor dem moralisch angeknacksten Borussia Dortmund (am Sonntag gegen den Hamburger SV) vier Spieltage vor Schluss bei sieben Punkten. “Wir schreiben Geschichte, niemand ist zuvor viermal in Folge Deutscher Meister geworden. Zwei Siege noch, dann sind wir’s”, rechnete Trainer Pep Guardiola vor.
Der Sieg gegen Schalke als Meisterstück – für das sich der Bayern Trainer allerdings entschuldigen musste. “Ich bin ein bisschen traurig über unsere Leistung. Es tut mir leid für unsere Fans, die uns 90 Minuten spielen sehen wollen”, sagte Guardiola, der genau weiß, dass sich sein Team in den letzten Saisonspielen wieder steigern muss. Und so grantelte Pep:
Zu wenig für ihn, zu wenig für die hohen Ansprüche der Münchner im Saison-Endspurt. Guardiola bemängelte vor allem die negative Körpersprache seiner Spieler, die mangelnde Intensität. Oder wie er es ausdrückte:
Denn, und darum geht es ihm ja: “Um das Finale der Champions League zu erreichen, müssen wir es in beiden Spielen gegen Atlético Madrid besser machen.”

Guardiola greift negativ wie positiv ein

Dass der Unterschied zwischen erster und zweiter Halbzeit am Samstagabend “sehr groß” war, wie Guardiola anmerkte, hatte er auch selbst zu verantworten. Negativ, weil er im Vergleich zum Mittwoch bei Benfica Lissabon gleich sechs Spieler ausgetauscht hatte, seine Mannschaft allein so schon ein wenig aus dem Takt brachte.
Positiv, weil er in der Halbzeitpause korrigierend eingriff und den – wie eingangs erwähnt – motzenden Vidal nach vorne schickte. Zu den zweiten 45 Minuten ließ der Bayern-Coach nämlich Vidal und Philipp Lahm auf Sechs und Acht die Position tauschen – und sorgte mit dieser taktischen Maßnahme für mehr Schwung.
Weiter vorne postiert, lieferte Vidal erst die Vorlage zu Lewandowskis 1:0 und später selbst das 3:0. Bayerns einziger Spieler in absoluter Top-Form derzeit: Vidal. Schlecht für die Triple-Chancen des Serienmeisters, schön für den Chilenen.

Guardiola sind die Lobesarien für Vidal zu viel

“Ich habe in den letzten Wochen viel gearbeitet; alleine zuhause mit meinem Physio und mit meinen Kollegen. Jetzt bin ich topfit und kann meiner Mannschaft helfen”, sagte Bayerns Mittelfeldmotor, der nun in drei der letzten vier Spiele für Bayern getroffen hat, und nach 78 Minuten unter stehendem Applaus ausgewechselt wurde. “Ich arbeite jeden Tag dafür, um der Beste zu sein.” Der beste Vidal zumindest.
Guardiola dagegen forderte:
Und die anderen können sich weiter ein Beispiel am grätschenden Chilenen nehmen. Auch in der Liga. Wie sagte Doppeltorschütze Lewandowski?
Sonst muss Pep wieder granteln.
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