Eurosport
Joshua Kimmich: Mehr als nur Übergangslösung in der Innenverteidigung beim FC Bayern?
Von
Publiziert 01/02/2016 um 13:01 GMT+1 Uhr
Die neue Allzweckwaffe des FC Bayern heißt Joshua Kimmich. Gegen Hoffenheim beorderte Trainer Pep Guardiola seinen Lieblingsschüler in die Innenverteidigung an die Seite von Holger Badstuber und David Alaba. Der 20-Jährige zeigte kaum Anpassungsschwierigkeiten und füllte die neue Rolle wie ein alter Hase aus. Das Lazarett im Abwehrzentrum ist groß. Wird Innenverteidiger Kimmich zur Dauerlösung?
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Nach dem 2:0-Sieg gegen Hoffenheim waren andere Personen gefragter. An den TV-Kameras in der Mixed Zone der Allianz Arena lief Joshua Kimmich wortlos vorbei. Doppelpacker Lewandowski, Kapitän Philipp Lahm und Arjen Robben standen den Reportern Rede und Antwort. Die heimliche Überraschung des Spiels war aber Kimmich.
Am Sonntag spielte der Allrounder bis auf einen Fehlpass einen grundsoliden und fehlerfreien Ball - mit gerade mal 20 Jahren und elf Bundesligaspielen auf dem Buckel. Pep Guardiola, der Kimmich vor einigen Monaten als seinen "Sohn" bezeichnete, resümierte die Leistung seines Schützlings in knappen Worten. "Kimmich hat super gespielt", sagte der Spanier auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Hoffenheim und fügte schmunzelnd an: "Ein süßer, süßer Junge."
Allein mit "süß" wird der FC Bayern in den nächsten Wochen aber nicht weit kommen. Es warten Gegner eines anderen Kalibers als die TSG. Der Rekordmeister bekommt es mit Mannschaften zu tun, die nicht ausschließlich auf das Verhindern von Toren aus sind.
Beckenbauer skeptisch
In fünf Tagen müssen die Münchner bei angriffslustigen Leverkusenern antreten, in drei Wochen folgt der mit Spannung erwartete Champions-League-Kracher gegen Juventus Turin. Teams, die aus ihrem Selbstverständnis heraus daran glauben, die Bayern schlagen zu können.
In diesen Spielen könnte Kimmich Probleme bekommen, wie Franz Beckenbauer bei "Sky" anmahnte.
Neben Geschwindigkeitsdefiziten bringt Kimmich auch die erforderliche Statur für die Position nicht mit. Mit 1,76 Meter Körpergröße besitzt der frühere Leipziger so ziemlich das Gegenteil von einem Gardemaß für einen Innenverteidiger. Gegen kopfballstarke Stürmer wie Stefan Kießling oder Mario Mandzukic hätte Kimmich in Luftduellen kaum eine Chance.
Ausrutscher dürfen sich die verletzungsgebeutelten Münchner in den nächsten Wochen nicht erlauben. Ein frühes Ausscheiden in der Champions League wäre fatal - und auch in der Liga lauert der BVB regelrecht auf eventuell auftretende Schwächen der Bayern.
Guardiola hat keine Wahl
Seine Feuertaufe am Sonntag im "Kühlschrank" Allianz Arena hat Kimmich dennoch erst einmal mit Bravour bestanden. Mit einer Passquote von 95 Prozent bewarb sich der 20-Jährige für mehr Startelfeinsätze in der Dreierkette der Bayern.
Aber was bleibt Pep Guardiola beim Betrachten der langen Krankenliste auch anderes übrig? Eine Wahl hat der Spanier momentan nicht wirklich. Jerome Boateng fällt noch Monate aus, Javi Martinez wahrscheinlich einige Wochen. Einziger Hoffnungsschimmer ist die bevorstehende Rückkehr von Medhi Benatia, der sich laut Guardiola "in der letzten Phase" der Reha befindet. Fraglich, ob es beim Marokkaner schon für die Partie gegen Juve reicht.
In den nächsten Wochen müssen die Bayern also einem Innenverteidiger vertrauen, der gar keiner ist. Joshua Kimmich - noch so jung und schon so wichtig.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung