Mario Götze beim FC Bayern: Warum 2016 sein wichtigstes Jahr wird

Mario Götze ist nach seiner Verletzung nicht so weit, wie er und der FC Bayern München es sich erhofft hätten. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gravierend ist", sagte er in Doha. Nun muss er sich sputen. Denn Götze spielt 2016 auf Bewährung - und flirtet auch noch mit seinem Ex-Coach Jürgen Klopp.

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Aus Doha berichtet Florian Bogner
Mario Götze ist derzeit ein bisschen wie ein Geist. Fast unsichtbar, in Doha, beim Trainingslager des FC Bayern München. Während Pep Guardiola das Gros seines Kaders am Freitag bei deutlich verschärfter Intensität erneut über den Trainingsplatz scheuchte, lief Götze für viele ungesehen locker auf dem Nebenplatz und verschwand alsbald im Trainingskomplex.
Mit der Mannschaft trainieren kann er immer noch nicht nach seiner komplizierten Verletzung im Oktober: Muskelsehnenausriss im Bereich der Adduktoren (Musculus adductor longus) war damals die Diagnose, erlitten im Länderspiel gegen Irland, bei einer sehr unglücklichen Szene, weil bereits abgepfiffen war. Und die Verletzung stellte sich als komplizierter als gedacht heraus.
Zehn bis zwölf Wochen Pause sollten es sein, die sind nun rum. Aber in Spielform ist Götze noch nicht. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gravierend ist", sagte er am Freitagmorgen auf dem Weg in die Trainingshalle:

Rückrundenstart "wird sehr, sehr eng"

Seine Message nun: Zum Rückrundenauftakt beim Hamburger SV (21. Januar) reicht es sehr wahrscheinlich nicht. "Das wird sehr, sehr eng", sagte er zu Eurosport.de. Der Wille zum Comeback ist ihm dabei nicht abzustreiten. Seit Wochen schuftet er täglich im Kraftraum, was er seine Follower über die sozialen Medien gerne wissen lässt.
Der Erfolg ist durchaus sichtbar: Götze, früher mitunter schon als "Pummelfee" verharmt, wirkt zum Jahresstart extrem definiert, der Oberkörper austrainiert. In den Weihnachtsurlaub nach Dubai hatte der Angreifer extra einen Fitnesstrainer und einen Physiotherapeuten mitgenommen - auf eigene Rechnung. "Mein Körper ist schließlich mein Ein und Alles. Er muss perfekt funktionieren", sagte er der "Bild".

Nächste Woche vielleicht wieder am Ball

Und auch wenn Götze nach seiner komplizierten Verletzung nur "so etwa im Zeitplan" ist, gibt es Licht am Ende des Tunnels: "Ich habe keine Schmerzen mehr, laufen geht schon wieder ganz gut. Ich bereite jetzt Sprints und Ballannahme vor. Nächste Woche will ich wieder mit dem Ball trainieren", sagte er in Doha:

Drei Aufgaben für Mario Götze

Dann wird es aber auch höchste Zeit. Denn Götze weiß selbst: "2016 wird ein superwichtiges Jahr."
Die Aufgaben: Sich beim FC Bayern mindestens wieder in den Kreis der Top-14 des Kaders spielen, dann noch mit Blick auf die EM in Frankreich seine Rolle in der Nationalmannschaft gewichtiger machen und ab Juli auch noch Carlo Ancelotti von seinen Qualitäten überzeugen.
Oder wagt er etwa im Sommer den Absprung? Sein ehemaliger Trainer Jürgen Klopp verfolgt beim FC Liverpool schließlich sehr genau, wie es Götze in München ergeht.

Liverpool-Gerüchte kochen hoch

Dass der ihn 2013 arg enttäuscht hat, als er Borussia Dortmund via 37-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel in Richtung FC Bayern München verließ, ist mittlerweile offenbar verziehen. Und einen Spielertyp wie den 23-Jährigen hat Liverpool nicht; das Geld dafür schon - wer 41 Millionen Euro für Roberto Firmino bezahlt, der hat auch 50 Millionen Euro (plus x) für Götze über.
Bayern und Götze - bislang passte das nicht. Noch glimmt beiderseits ein Fünkchen Hoffnung, deshalb werden die Bayern ihn im Winter noch nicht ziehen lassen - und Götze nicht gehen wollen. Fakt ist: Der bis 2017 laufende Vertrag ist noch nicht verlängert worden, Gespräche gab es auch noch keine. Das ist auch ein Signal.
"Es ist alles offen, wie es nach der Saison weitergeht", betont der 23-Jährige im Gespräch mit "Sport Bild" folgerichtig (hier geht es zum ausführlichen Artikel). Wie seine Meinung zu Klopp sei? "Ich kenne Jürgen Klopp gut, ich habe lange hervorragend unter ihm gearbeitet. Er ist ein sehr guter Trainer, definitiv."
Ein Treuebekenntnis zu seinem aktuellen Verein ist das jedenfalls nicht. Wie viel Ernsthaftigkeit tatsächlich hinter diesem "Flirt" steckt, wird sich aber erst in den kommenden Monaten zeigen.
Götze spielt 2016 auf Bewährung, die Bayern wollen sehen, dass er mehr sein kann, als ein uneingelöstes Versprechen, als das Antrittsgeschenk an Pep Guardiola (der eigentlich lieber Neymar gewollt hatte). Auch er selbst wird es sich beweisen wollen.
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