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Serie: Bundesliga-Vorschau, 1. FC Köln - Attacke bis zur letzten Patrone
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Publiziert 05/08/2015 um 08:56 GMT+2 Uhr
Am 14. August startet die Bundesliga in ihre 53. Saison. Bis dahin nimmt eurosport.de jeden Verein unter die Lupe. Heute: Der 1. FC Köln.
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Fotocredit: Eurosport
Am 32. Spieltag machte der 1. FC Köln den Klassenerhalt perfekt. Damit kann die erste Bundesliga-Saison nach dem Wiederaufstieg durchaus als Erfolg bezeichnet werden. Doch es war nicht alles Gold was glänzt, die Fans im heimischen Stadion sahen oft Schonkost. Dies soll sich nun ändern, daher wurde vor allem die Offensive gut verstärkt und das Spielsystem verändert. Attacke lautet nun die Devise.
Wer kam und wer ging?
Den großen Paukenschlag gab es am vergangenen Donnerstag, als bekanntgegeben wurde, dass Kapitän Miso Brecko den 1. FC Köln verlässt und sich dem 1. FC Nürnberg anschließt. Sieben Jahre lang war der Rechtsverteidiger in der Domstadt aktiv, doch mit 31 Jahren war ihm die Perspektive auf einen Stammplatz in Köln zu dürftig. Zudem sind im Sommer mit Kevin Wimmer, Anthony Ujah oder auch Daniel Halfar mehrere Säulen der vergangenen Saison gegangen.
Doch der "Effzeh" hat sich auch gut verstärkt. Sportdirektor Jörg Schmadtke verpflichtete für die Innenverteidigung die deutschen und dänischen U21-Nationalspieler Dominique Heintz (1. FC Kaiserslautern) und Frederik Sörensen (Juventus Turin). Im Mittelfeld heißen die Neuen Milos Jojic (Borussia Dortmund) und Leonardo Bittencourt (Hannover 96), im Sturm soll Anthony Ujah durch Anthony Modeste (1899 Hoffenheim), Simon Zoller (1. FC Kaiserslautern) und Philipp Hosiner (Stade Rennes) ersetzt werden.
So lief die Vorbereitung:
Nach ersten kleineren Testspielen zu Beginn der Vorbereitung gegen den VfL Osnabrück (3:2), Fortuna Köln (3:1) und GKS Tychy (1:0) führten die Kölner im Trainingslager ein kleines Turnier durch. Gegen Espanyol Barcelona gab es hierbei eine 0:2-Niederlage, gegen den SC Cambuur einen 2:1-Sieg. Wichtiger waren jedoch die beiden letzten Testspiele im Rahmen des Colonia-Cups: Hier besiegten die Kölner am Samstag Stoke City 2:1 und legten am Sonntag einen 3:2-Sieg gegen den FC Valencia nach. Die Vorbereitung kann also als gelungen bezeichnet werden.
Klartext:
Nachdem im Vorjahr Tabellenplatz 15 das Ziel war, hat Sportdirektor Jörg Schmadtke für die zweite Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg 2014 ein neues Ziel: "Wir werden Platz 14 ausrufen – und den werden wir attackieren bis zur letzten Patrone." Natürlich sagt Schmadtke dies nicht ohne Augenzwinkern, denn die Marschroute ist klar: Der 1. FC Köln will die Liga halten, große Sprüche gehören der Vergangenheit an. Doch klar ist auch, dass es beim "Effzeh" keinen Stillstand geben soll, wie Schmadtke nachdrücklich betont: "Wir hoffen, dass wir mit den Neuen den nächsten Evolutionsschritt machen." Das klingt dann doch nach einer Mission für Trainer Peter Stöger und seine Mannschaft.
Die Wunschelf:
In der vergangenen Saison ließ Trainer Peter Stöger meist ein klassisches 4-4-2 spielen, mit einer Doppelsechs im Zentrum. Das Resultat dieser defensiven Ausrichtung: Köln wurde "Nullzunull-Meister", ganze neun Mal sahen die Fans torlose Partien mit Beteiligung des "Effzeh". Im zweiten Bundesliga-Jahr will Stöger mutiger agieren und greift aller Voraussicht nach zum "Austria-System", mit dem er 2013 Österreichischer Meister wurde: Der Rückhalt im Tor ist zweifellos Timo Horn. Davor gibt es eine Viererkette mit Pawel Olkowski rechts und Jonas Hector links. Innen werden zunächst die Neuzugänge Dominique Heintz und Frederik Sörensen auflaufen und die verletzten Mergim Mavraj (Knorpelschaden) und Dominic Maroh (Muskelbündelriss) vertreten.
Im neuen 4-1-4-1 gibt es nur noch einen klassischen Sechser. Hier heißen die Kandidaten Matthias Lehmann, Yannick Gerhard und Kevin Vogt. Auf außen werden wohl Marcel Risse (rechts) und Leonardo Bittencourt wirbeln, hinter der Sturmspitze Anthony Modeste dürften Milos Jojic und Yuya Osako die Nase vorn haben. Insgesamt ist der Kader deutlich breiter geworden, was auch an den vielen Varianten in der Offensive deutlich wird: Simon Zoller, Philipp Hosiner und Bard Finne haben allesamt große Klasse und werden Einsatzzeit fordern. Hier muss Peter Stöger gut moderieren, doch für die Fans sind das gute Nachrichten. Vielleicht gibt es dann auch mehr als 18 Heimtore zu bejubeln.
Problemzone:
In der Offensive sind die Kölner in Breite und Tiefe gut aufgestellt. Das klassische Nullzunull sollte damit deutlich seltener auf der Anzeigetafel aufleuchten. Allerdings muss sich gerade zu Saisonbeginn die neuformierte Viererkette beweisen. Durch die Ausfälle von Mavraj und Maroh ist die Innenverteidigung die wohl jüngste der Liga, Heintz und Sörensen spielen beide noch in der U21. In den vergangenen Testspielen schlugen sich die beiden Neuzugänge durchaus solide, allerdings fehlt noch etwas das Feintuning. Daher werden gerade die ersten Bundesliga-Spiele gegen offensiv ausgerichtete Teams wie Wolfsburg und Mönchengladbach zum großen Härtetest für die neue Defensive.
Player to watch:
Als er mit 18 Jahren zu Borussia Dortmund kam, galt Leonardo Bittencourt als eines der größten Talente im deutschen Fußball. Ein Jahr später war die Euphorie verflogen, nach zwei weiteren Spielzeiten bei Hannover 96 erst Recht. Dabei war die Zeit in Niedersachsen gar nicht schlecht, mit 57 von 68 möglichen Bundesligaspielen war Bittencourt durchaus einer der Stammspieler. Dennoch: Der U21-Nationalspieler ist hoch veranlagt und will dies nun wieder nachdrücklich unter Beweis stellen. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten im Trainingslager zeigte Bittencourt gegen Stoke eine starke Leistung, harmonierte zudem prächtig mit Anthony Modeste. Sind die Beine frisch, kann Leonardo Bittencourt durch seine Spritzigkeit große Akzente setzen und wird nur schwer von der Außenbahn zu verdrängen sein.
Eurosport-Prognose:
Der 1. FC Köln ist auf einem guten Weg. Das erste Jahr nach dem Wiederaufstieg wurde souverän gemeistert, auch wenn bei Weitem nicht alles optimal lief. Doch Jörg Schmadtke hat den Kader gut verstärkt, wodurch sich in allen Mannschaftsteilen mehr Optionen bieten, die auch qualitativ eine Verbesserung darstellen. In diesem Jahr werden die Kölner den Klassenerhalt daher schon vor dem 32. Spieltag fix machen.
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