Sinan Kurt: Das jüngste Missverständnis des FC Bayern München auf dem Weg zu Hertha BSC?

Der FC Bayern München und der 19 Jahre alte Sinan Kurt scheinen auch nach 18 Monaten nicht so recht zusammenzupassen. Nun steht ein Leihgeschäft mit Hertha BSC im Raum - ein Deal, der Sinn machen könnte, um Kurts Karriere vielleicht doch noch in Schwung zu kriegen.

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Sinan Kurt steht vor einem Wechsel vom FC Bayern München zu Hertha BSC. Eine Leihe mit Kaufoption steht für den 19-Jährigen laut "Kicker" und "Sport Bild" im Raum, der bei Bayern bis dato nie die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte. Kurt soll sogar schon die sportmedizinische Untersuchung in Berlin absolviert haben. Von einer Einigung noch in diesem Jahr ist jedoch nicht auszugehen. Bayern nimmt erst am 4. Januar das Training wieder auf.
Die Bayern hatten Kurt im Sommer 2014 recht aggressiv von Borussia Mönchengladbach abgeworben - 18 Monate später ist er das jüngste Missverständnis der Bayern. Die Ablöse lag damals zwischen einer und zwei Millionen Euro, dazu kamen reichlich Vorschusslorbeeren und ein saurer Gladbacher Sportdirektor. "Wir bedauern es sehr, dass Sinan Kurt die Perspektive, seinen Vertrag zu verlängern und bei uns Bundesligaspieler zu werden, ausgeschlagen hat", meinte Max Eberl damals enttäuscht. Gladbachs Jugenddirektor Roland Virkus sagte hingegen zum Abschied: "Wenn er auf dem Teppich bleibt und zuhört, was er noch lernen muss, dann hat er eine große Zukunft vor sich."

Sané, Tah und Co. hängen Kurt ab

Das hat offensichtlich nicht allzu gut geklappt. Eins der größten Talente des 1996er Jahrgangs war er zum Zeitpunkt seines Wechsels; doch während sich Gleichaltrige wie Leroy Sané (FC Schalke 04), Mahmoud Dahoud (Borussia Mönchengladbach), Julian Brandt, Jonathan Tah (beide Bayer Leverkusen), Timo Werner, Timo Baumgartl (beide VfB Stuttgart) oder Levin Öztunali (Werder Bremen) mittlerweile in der Bundesliga etabliert haben, stehen bei Kurt nur 45 Einsatzminuten aus einem unbedeutenden 1:0 gegen Hertha BSC im April diesen Jahres zu Buche.
Die Gründe dafür sehen die Bayern vor allem bei Kurt selbst. Ein Jahr Schonzeit gaben sie ihm, in dem Kurt zwischen Profi-Training und U19-Einsätzen pendelte. Im Sommer schickte ihn Pep Guardiola zur U23, wo der Linksfuß seither durchhängt und im Laufe der Hinrunde zweimal aus dem Kader gestrichen wurde. Disziplinare Verfehlungen sollen es gewesen sein, Trainer Heiko Vogel äußerte sich nur spärlich dazu. "Es gibt Gründe, aber die bleiben im Verborgenen", sagte er. Öffentlich wurde nur ein leicht dekadenter Hubschrauberflug, den sich Kurt während eines Kurztrips nach Südfrankreich im Sommer zum Stirnrunzeln der Bayern geleistet haben soll.

Nur ein Tor in der Regionalliga

Wo einst Lobeshymnen der Bayern-Verantwortlichen ausgesprochen wurde, herrscht nun Kälte vor. In 15 Einsätzen für die Regionalliga-Mannschaft, die eigentlich aufsteigen wollte, gelangen Kurt nur ein Tor und drei Vorlagen - und das in einem einzigen Spiel gegen den TSV Rain/Lech (7:2). Nur zweimal kam er über 90 Minuten zum Einsatz - zu wenig für einen ambitionierten Youngster auf dem Weg in die Bundesliga. "Sinan hat das Problem, dass ihm in der Jugend schon alle gesagt haben, was er für ein super Spieler ist", sagte Bayerns Sport-Vorstand Matthias Sammer mal.
Nun soll also könnte ein Neustart die Lösung sein - nach einem Vorbild. Mitchell Weiser schaffte es bei der Hertha in dieser Saison zum Bundesliga-Spieler, nachdem er bei Bayern nicht über Ansätze hinausgekommen war. Doch während Weiser fest in Berlin untergekommen ist, könnte Kurt den Bayern einen zweiten Blick - sprich Leihgeschäft - wert sein.
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