Tore, Tore, Tore für Bayern: Wie gut ist Thomas Müller wirklich?
VfB Stuttgart aufgepasst: Thomas Müller ist beim FC Bayern München in der Form seines Lebens und trifft so regelmäßig, dass selbst ein Rekord von Gerd Müller für ihn erreichbar ist. Der wertvollste deutsche Fußballer aller Zeiten ist er schon - und vielleicht auch der derzeit beste.
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Nur bei der Dopingprobe lief's nicht so gut. Thomas Müller brauchte am Mittwoch fast bis Mitternacht, bis er seinen Arbeitstag offiziell beenden konnte. "Seid's ihr auch noch da?", rief er den wartenden Reportern um 23.47 Uhr zu und stellte sich dann wie immer bereitwillig den Fragen.
Er ist schon ein Phänomen, dieser Müller. Ist auch als Superstar immer noch locker. Spielt auch bei Pep Guardiola im größten Staraufgebot aller Zeiten so gut wie immer. Und kann auch im siebten Profijahr keinen Gegenspieler so richtig ausspielen, schießt aber weiterhin Tore wie am Fließband. Diese Saison sogar so viele wie nie zuvor: Zusammen mit Robert Lewandowski (Zitat: "Wir können spielen mit Augen zu") hat er 64 Prozent der Bayern-Tore erzielt. 16 in 17 Pflichtspielen sind's mittlerweile, seine Bestmarke aus der Saison 2013/14 (26) wird er ohne eine riesige Formdelle wohl locker übertreffen.
Und doch stellt man sich die Frage: Wie gut ist dieser Thomas Müller eigentlich wirklich? "Transfermarkt.de" hat seinen Marktwert kürzlich auf 75 Millionen Euro berechnet und ihn damit mit großem Abstand vor Toni Kroos (50 Mio.), Mario Götze, Marco Reus und Manuel Neuer (alle 45 Mio.) zum wertvollsten deutschen Fußballspieler erhoben. Müller, der Beste deutsche Kicker?
Es wirkt immer noch ein wenig befremdlich, das zu behaupten. Der storchenbeinige Müller, wirklich das Beste, was die Weltmeisternation zu bieten hat? Der will es mit den Messis und Ronaldo da draußen aufnehmen?
Ja, das will er. Und das kann er.
Die Argumente liegen schließlich auf der Hand. Für keinen anderen deutschen Spieler wurde schon mal eine solch hohe Ablösesumme aufgerufen, wie sie Manchester United im Sommer für Müller investieren wollte. 80 bis 100 Millionen Euro soll United geboten haben, doch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge lächelte nur müde, erklärte Müller für unverkäuflich.
Und schaut man auf die nackten Zahlen, in Müllers Fall schlicht auf Tore, kommt auch kaum einer an ihn heran. 136 Pflichtspieltreffer hat er schon für Bayern erzielt - und das mit erst 26 Jahren.
32 Tore hat gar kein anderer Deutscher in der seit 1992 existierenden Champions League erzielt. Im ewig hinkenden Vergleich mit den Altvorderen hat er auf Europacupbasis damit seinen Boss Rummenigge (30) überholt und nimmt nun schon Rang zwei ein.
Bis Gerd Müller sind's zwar noch 34 Tore, also mehr, als er bisher erzielt hat, aber diesem Müller ist alles zuzutrauen. Oder? "Das wird schwierig werden, aber ich gebe mein Bestes", sagt er.
Per Mertesacker ist sich da schon sicherer: "Diese Ambitionen hat er absolut zu Recht", sagte der Arsenal-Verteidiger anerkennend und lobte seinen Ex-Nationalmannschaftskollegen: "Thomas beschäftigt dich als Verteidiger nonstop, ist immer in den gefährlichen Räumen. Es ist schwer, ihn zu verteidigen. Er erarbeitet sich auch das Glück, dass ihm der Ball manchmal vor die Füße fällt. Ich wünsche ihm alles Mögliche!"
Ein Ende der Müllertore ist also noch lange nicht in Sicht.
Wurden Müller in der vergangenen Saison noch Verstimmungen mit Pep Guardiola nachgesagt, der ihn oft ausgewechselt hatte, so darf sich Müller diese Spielzeit als gesetzt betrachten - trotz der nochmal gesteigerten Konkurrenz und trotz der Tatsache, dass er für ihn in Guardiolas Team eigentlich keine feste Position gibt.
Sein großes Plus, seit jeher: Müller schafft es, schwierig zu erzielende Tore einfach aussehen zu lassen. So wie gegen Wolfsburg, als er gleich mehrfach den perfekten Innenseitenvolley zeigte. Oder am Mittwoch, als er den Ball beim 5:1 mit der Bierruhe eines Weilheimer Brauhauskellners knapp neben dem rechten Pfosten verstaute und Arsenals Petr Cech nicht den Hauch einer Chance ließ.
Gegen den VfB Stuttgart (15:30 Uhr im Liveticker) ist mit weiteren Müller-Toren zu rechnen, gegen den VfB traf er schließlich schon immer gerne, insgesamt sieben Mal in 15 Spielen.
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