Aus der Allianz Arena berichtet Florian Bogner

Rafinha ersetzt Lahm vorbildlich

Für 2018 müssen sich die Bayern für die rechte Abwehrseite etwas einfallen lassen. Dann will Philipp Lahm seine Karriere beenden. Und Backup Rafinha wäre dann auch schon fast 33 Jahre alt. Bis dahin allerdings kann der Deutsch-Brasilianer weiter die Zweitbesetzung geben, wenn Lahm, wie am Samstag, mal wieder eine Pause bekommt. Wird in Zukunft ja eher häufiger denn seltener vorkommen.
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Und: Das macht Rafinha aktuell ziemlich gut. Die Außenlinie gefällt ihm dabei besser als das Zentrum, das Ancelotti-System, das Außenverteidiger de facto als Außenstürmer sieht, steht ihm. Vor allem zuhause.
Gegen Bremen schon Vorbereiter, gegen Ingolstadt Torschütze, bereitete er diesmal das 1:0 mit einer feinen Flanke aus der Drehung heraus auf Arturo Vidal vor (16.), war auch sonst in der ersten Halbzeit ein derwischender Aktivposten auf rechts und verstand sich ziemlich gut mit (dem etwa gleichalten) Arjen Robben.
Rafinha hätte sogar beinahe ein Tor des Monats erzielt, als er den Ball über den baumlangen Jannik Vestergaard hob und volley abzog (9.), jedoch nur das Außennetz traf. Die für 45 Minuten brillante Leistung des 31-Jährigen bestätigten auch ansprechende Zahlen: mit 78 die meisten Ballaktionen, dazu brachte er 59 von 61 Pässe zum Mitspieler. Nach der Halbzeit war’s dann deutlich weniger von Rafinha, aber es reichte auch so.
Übrigens: Da auch Alaba ein Tor vorbereitete, kommen die vier Bayern-Außenverteidiger (Lahm, Alaba, Rafinha und Juan Bernat) nun schon auf zwölf Torbeteiligungen in 13 Spielen unter Ancelotti; in der gesamten vergangenen Saison waren es gerade mal 14.
Bitter, dass Rafinha wegen Adduktorenproblemen ausgewechselt werden musste und nun wahrscheinlich im DFB Pokal unter der Woche gegen Augsburg nicht zur Verfügung steht..

Costa kommt ins Rollen

Eine weitere Zweitbesetzung dieses Jahr ist Douglas Costa, weil Franck Ribéry links offensive wieder gesetzt ist (wenn er nicht gerade, wie jetzt, wieder verletzt ist). Costa also, der sich quasi seit Dezember 2015 eine Auszeit genommen hat vom Außerirdisch sein, spielte gegen Gladbach sein erstes Spiel von Beginn an diese Saison und entdeckte dabei den Thomas Müller in sich.
Wie Müller am Mittwoch gegen Eindhoven (4:1) überließ Costa nämlich als nomineller Linksaußen eher Linksverteidiger David Alaba die Außenbahn und trieb sich vornehmlich als Spurenleser und Raumfühler im Zentrum rum, wartete dort auf Zuspiele. So auch kein Wunder, dass der Brasilianer beim 2:0 (31.), seinem ersten Bayern-Tor seit dem 23. April, plötzlich rechts im Strafraum an den Ball kam. Sein Tor feierte er mit einem Selfie.
Dass der Brasilianer mit diesem durchaus außergewöhnlichen Torjubel etwas polarisierte, störte seinen Trainer nicht wirklich: "Das ist in Ordnung, er hat ein gutes Spiel gemacht. Nächstes Mal kann er aber auch mich fragen, dann machen wir ein Foto zusammen", so Carlo Ancelotti schelmisch.
So gut wie in der Hinrunde 2015/16 ist Costa zwar nicht mehr und wird’s vielleicht nie wieder werden; verletzungsfrei sein und Ribéry in der Ancelotti-Rotation ab und an vielleicht wirklich gleichwertig ersetzen, ist aber auch schon mal was. Den schwächelnden Kingsley Coman hat Costa so jedenfalls locker in der Tasche.

What the F…ohlen?

Sicher, man fährt nicht mal eben nach München und nimmt drei Punkte beim FC Bayern mit. Gut, haben die Gladbacher in der Vergangenheit schon ein paar Mal getan – da haben sie sich aber auch mehr angestrengt. Am Samstag waren die Fohlen drei Tage nach dem 2:0 in der Champions League bei Celtic Glasgow aber offenbar nicht in der Lage, volle Geschwindigkeit zu gehen und zeigten wieder ihr hässlicheres Auswärtsgesicht, das sie unter Trainer André Schubert nur vier von 20 Spielen (12 Niederlagen) in der Fremde gewinnen ließ.
Wie genau Schubert die Bayern mit seinem 4-4-2 aufhalten wollte, bleibt sein Geheimnis, zumal seine Angreifer Andre Hahn und Lars Stindl nur selten in der eigenen Hälfte mitverteidigten. Die restlichen acht Gladbacher Feldspieler standen derweil meist viel zu weit weg, um Zugriff zu bekommen, verschoben zwar leidlich, verloren aber viele wichtige Zweikämpfe in Nähe des eigenen Strafraums und gerieten so in Rückstand.
So spielten sich die Bayern schon im ersten Durchgang sage und schreibe 487-mal den Ball zu ohne von den Gästen in irgendeiner Weise daran gehindert zu werden.
Dass Schubert zur zweiten Halbzeit dann Tony Jantschke für Jonas Hofmann einwechselte, Tobias Strobl von der Sechs in die Abwehr zurück zog und mit Dreierkette, defensiv aber im 5-4-1 agieren ließ, machte Gladbach hinten zwar dichter und ließ die Borussia auch ein bisschen mitspielen (Pfostenschuss Hahn, 71.). An der Niederlage änderte das aber nichts mehr.
Schubert resümiert:
Wir waren nicht in der Lage, gedanklich oder körperlich da zu sein. Wir müssen da schon an der Leistungsgrenze sein - das waren wir nicht.
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