FC Bayern: Bossiges Comeback - Der FC Bayern München geht mit Jérôme Boateng in die wichtigen Spiele

129 Tage ist es her, dass Jérôme Boateng zuletzt in der Anfangsformation des FC Bayern stand. Eine so lange Startelf-Abstinenz musste der 28-Jährige seit seinem Amtsantritt in München 2011 bislang noch nicht durchmachen. Gegen den FC Augsburg konnte er nach auskurierter Schulterverletzung nun endlich sein Comeback in der ersten Elf des Rekordmeister feiern. Das gelang. Und ist ein Zeichen.

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Wie sehr Boateng auf eine baldige Rückkehr ins Team drängte, merkte man bereits unter der Woche im Training. Lautstark schob er seine Mitspieler in taktischen Einheiten umher, gab Anweisungen und ließ den einen oder anderen wissen, wenn ihm etwas missfiel.
Auch mit Trainer Carlo Ancelotti diskutierte der 28-Jährige zwischen den Übungen immer wieder. Kurz und knapp: Boateng brennt.
Genau das zeigte er auch am Samstag auf dem Platz. Nach kurzer Eingewöhnungsphase und einigen technischen Ungereimtheiten in der ersten Halbzeit, ließ Boateng gerade gegen Ende immer wieder durchblitzen, wie wichtig er für den FC Bayern ist.

Bayern profitiert

Nicht nur defensiv stand der Abwehrhüne gewohnt sicher - zugegeben: die Augsburger Angreifer machten es der Bayern-Verteidigung auch nicht besonders schwer - auch in der Offensive konnte er gleich wieder einige Akzente setzen und schlüpfte in seine altbekannte Rolle als Spieleröffner.
Zwei seiner gefürchteten langen Bälle in die Spitze fanden ihr Ziel. Robert Lewandowski nach Müller-Kopfball in der 79. Minute und letzterer selbst eine Minute später bedankten sich artig und markierten die Tore Nummer fünf und sechs.
Nach dem Spiel analysierte Boateng in gewohnt stoischer Ruhe:

Carlo hat ein Luxusproblem

Im Hinblick auf die nächsten Spiele wirft die starke Leistung des 28-Jährigen natürlich Fragen auf. Wer wird in den entscheidenden Partien gegen Borussia Dortmund (8. April Bundesliga und 26. April im Pokal) und Real Madrid (Champions-League-Viertelfinale 12./18. April) und in möglichen weiteren K.o.-Spielen in der Innenverteidigung der Bayern auflaufen?
Mats Hummels ist gesetzt. Boatengs Nationalmannschaftskollege zeigte sich in den letzten Wochen in überragender Form und übernahm immer mehr die Rolle als Abwehrchef.
Aber auch sein Pendant Javi Martínez, der gegen Augsburg aufgrund einer Gelbsperre zusehen musste, gab Carlo Ancelotti bisher keinen Grund, ihn aus der Startelf zu rotieren.
Mit diesem Duo verloren die Roten seit genau 129 Tagen kein Spiel mehr. 129 Tage - war da nicht was? Genau, Jérôme Boatengs letzter Startelf-Einsatz, bei dem sich die Bayern mit einer 2:3-Niederlage in Rostow blamierten.
Ein Zeichen also, dass der "Boss" die Wochen der Entscheidung hauptsächlich von der Bank mitverfolgen muss?
"Für den Trainer wird es nicht so einfach zu entscheiden, wer spielt", sagte Kapitän Philipp Lahm.

Rotation der Weg zum Erfolg?

Sicher ist nur, dass die Rückkehr von Boateng dem Rekordmeister für die großen Partien alles andere als schaden wird. Selbst wenn der 28-Jährige in naher Zukunft so manches Spiel nicht über die volle Distanz bestreiten wird, ist er, vorausgesetzt die Leistung stimmt, auf kurz oder lang nicht wegzudenken.
Ancelotti wird sein Luxus-Problem mit Sicherheit gewinnbringend zu nutzen wissen. Der 57-Jährige gilt ja bekanntlich als Spielerfreund und versteht es, seine Stars bei der Stange zu halten.
Sein Plan: Rotation.
Egal ob Boateng - Hummels, Boateng - Martínez oder Hummels - Martínez - die kommenden Gegner werden sich schon etwas einfallen lassen müssen, um diese Bayern-Abwehr zu knacken.
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