Eurosport
FC Bayern: Ohne Jérôme Boateng und Co-Trainer Paul Clement ins Trainingslager
Von
Publiziert 03/01/2017 um 12:57 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern ist am Dienstagvormittag mit knapp einstündiger Verspätung in sein nicht unumstrittenes Trainingslager in Katar aufgebrochen. Nicht dabei ist Jérôme Boateng, der sich im Dezember einer Operation im rechten Brustmuskel hatte unterziehen müssen. Der Weltmeister wird zunächst in München sein Reha-Programm weiter absolvieren.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Auch der bisherige Co-Trainer Paul Clement fehlt. Clement wechselt als Cheftrainer zum walisischen Klub Swansea City, derzeit Tabellenletzter der englischen Premier League. Das sei "schade", sagte Davide Ancelotti (27) - für den Sohn von Carlo Ancelotti ist es allerdings gleichbedeutend mit einer Beförderung.
Er rückt nun zum zweiten Assistenten hinter dem ewigen Hermann Gerland auf, mit Platz auf der Bank. "Für mich ist das schön", sagte er, aber: An seiner Arbeit werde sich nichts ändern.
Lahm bedauert Clement-Abschied
Kapitän Philipp Lahm bedauerte den Abschied von Clement: "Paul hat hier einen sehr, sehr guten Job gemacht, schade, dass wir nur ein halbes Jahr zusammengearbeitet haben", sagte er. Nun also müssen hauptsächlich Vater und Sohn Ancelotti zusehen, dass das Spiel der Münchner ausgewogener wird. "Wir müssen", sagte Lahm vor dem Abflug, "einen Mix finden", das heißt: "Offensiv mehr Torchancen rausholen, defensiv weniger Torchancen zulassen."
Bis zum Rückflug aus Katar am 11. Januar haben die Ancelottis und Gerland Zeit, die Mannschaft darauf vorzubereiten, dass sie ihre beste Form erreicht, wenn es vor allem um den Titel in der Champions League geht. "Wären wir bereits in der Hinrunde auf Hochtouren gelaufen", sagte Ancelotti senior der tz, "hätten wir das im Frühjahr bereut." Und womöglich schlechtere Aussichten gehabt, das Champions-League-Finale am 3. Juni in Cardiff zu erreichen.
Dass beim FC Bayern derzeit alles einigermaßen geräuschlos vonstatten geht, liegt freilich am letzten Bundesliga-Spiel vor der Winterpause, dem 3:0 gegen den bis dahin punktgleichen Verfolger RB Leipzig. "Wenn wir dieses Spiel nicht gewonnen hätten, vor allem in dieser deutlichen und dominanten Art und Weise, dann hätten wir keine ruhigen Weihnachtsferien haben können", sagte Präsident Uli Hoeneß in einem Interview mit der tz.
So aber hat der FC Bayern "das richtige Zeichen zur richtigen Zeit" gesetzt, meinte Lahm - und flog trotz knapp einstündiger Verspätung entspannt nach Katar. Dass das Reiseziel, das sie nun im siebten Jahr nacheinander ansteuern, umstritten bleibt, perlt an den Münchnern ab. Ein Vereinsmitglied hatte es bei der Mitgliederversammlung im November gewagt, die Verbindungen des Klubs zum Emirat am Persischen Golf kritisch zu erwähnen. Eingegangen wurde darauf nicht.
Gemischte Gefühle bei Lahm
Sportlich betrachtet ergibt die Reise wohl Sinn für den FC Bayern. "Die Bedingungen in Sachen Fußball sind natürlich perfekt für uns", sagte Lahm über Doha und die dortige Aspire Academy. Das riesige Trainingszentrum liegt allerdings auch in direkter Nachbarschaft zum "Khalifa Stadium", einer der Spielstätten für die WM 2022. Menschenrechtsorganisationen klagen, dass sich die Bedingungen für dort beschäftigte Arbeiter kaum verbessert haben.
Daran wird es allerdings kaum gelegen haben, dass Lahm sagte, seine Vorfreude auf das Trainingslager halte sich "in Grenzen". Er freue sich, "die Kollegen wiederzusehen, aber ich bin auch gerne zu Hause bei der Familie", deswegen habe er "gemischte Gefühle." Und geht es nach ihm, wird er die im Januar 2018 wohl noch einmal haben. "Aktuell noch das jetzige und dann noch eines", sagte er am Dienstag auf die Frage, wie viele Wintertrainingslager ihm noch bevorstehen.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung