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FC Bayern: Trainer Jupp Heynckes vor Spiel gegen Hertha BSC gelassen

Aufregung um Robben und Lewy: Heynckes braucht sein größtes Plus

24/02/2018 um 10:49

Sportlich steht der FC Bayern bestens da: Voll auf Kurs in der Meisterschaft, Besiktas Istanbul in der Champions League mit 5:0 überrollt - der Triple-Traum lebt weiter. Und dennoch: Irgendwie kehrt keine Ruhe ein. Arjen Robben zeigte sich pikiert. Robert Lewandowski wechselt den Berater - und die Gerüchte um einen Transfer wuchern wieder. Bayern-Trainer Jupp Heynckes bleibt dennoch cool.

Es könnte eigentlich alles perfekt sein beim FC Bayern München. Nach den Startschwierigkeiten unter Carlo Ancelotti hat Jupp Heynckes binnen weniger Monaten aus dem kriselnden Rekordmeister wieder einen Triple-Anwärter geformt.

Jupp Heynckes bleibt gelassen

"Es ist natürlich erlaubt, dass ein Spieler seinen Berater wechselt. Das bedeutet überhaupt nichts. Die Top-Spieler wird Bayern halten. "

Freilich gehört der Pole zu den von Heynckes angesprochenen Top-Spielern. Zweifelhaft aber, inwieweit er selbst Einfluss auf die Entscheidung Lewandowskis hat.

Heynckes selbst bleibt - voraussichtlich - nur bis Saisonende, sollte demnach auf die Kaderplanung für die neue Saison nur bedingt Einfluss haben. Fakt ist: Lewandowski hat seine Karriere perfekt geplant, wird seinen Berater nicht grundlos wechseln. Heynckes ist nicht dafür bekannt, Spieler öffentlich zu rügen. Was er gesagt hat, muss er so sagen. Sonst haben die Bayern womöglich an der Isar einen "Fall Aubameyang".

Robben unter Heynckes happy?

Und dann ist da ein anderer Fall, jener von Robben nämlich. Bereits 2013 soll es rumort haben. Heynckes setzte in erster Linie auf Toni Kroos und Thomas Müller, für den Niederländer war oft kein Platz in der ersten Elf.

"Wenn ich meine Emotionen ausspreche, wäre ich morgen bei Brazzo oder Herrn Rummenigge. Ich weiß nicht, was es dann gibt, daher ist es besser, nichts zu sagen..."

Angesprochen auf diese Kritik, geriet Heynckes paradoxerweise ins Schwärmen: "Jeder Bildhauer würde sich glücklich schätzen, ihn als Modell zu haben. Den Body hat er sich erarbeitet. Ich verstehe die Aufregung nicht."

Unklar ist auch weiterhin die Zukunft von "Robbery": Zum einen muss Bayern auf den Flügeln einen Generationswechsel vorantreiben, hätte mit Kingsley Coman und Serge Gnabry auch die passenden Leute.

Robbens Kritik hat etwas Gutes

Zum anderen sind weder Robben noch Ribéry Spieler, die man einfach mal so gehen lässt. Zu wichtig waren sie in der Vergangenheit, zu groß ist ihr Standing bei den Fans. Heynckes gewohnt diplomatisch:

" Wir werden in dieser Saison noch viel Freude an ihnen haben. Sie waren in den letzten Jahren maßgeblich an den Erfolgen beteiligt. Die Spieler sind noch ganz wichtig für uns."

Das Problem: Heynckes muss Fragen beantworten, die er nicht beantworten kann, weil sie sich eigentlich an die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß richten. Die sind freilich zu erfahren und gewieft, um jetzt, wo es sportlich perfekt läuft, "Baustellen" zu kommentieren.

Jupp Heynckes hat übrigens eine ganz andere Aufgabe: das Gros an Weltklasse-Spielern zu organisieren und Nicht-Berücksichtigungen zu moderieren. Bleiben die Bayern-Spieler hungrig, können sie ihr maximales Leistungspotential abrufen und möglicherweise nach dem Henkelpott greifen. Es ist Don Jupps größtes Plus, dass er in der Lage ist, die Situation passend zu moderieren.

Robbens Kritik beweist nämlich auch: Das Team brennt auf Erfolge. Wandeln die Bayern unter Heynckes' Regie weiter ihren Frust in Tore um, verfliegt die Aufregung so schnell wie im Herbst nach der Entlassung von Carlo Ancelotti.

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