FC Bayern vor dem Spiel in Köln immer besser - aber eine Schwäche bleibt
Von Daniel Rathjen
Publiziert 04/03/2017 um 10:38 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München tritt am 23. Bundesliga-Spieltag beim 1. FC Köln an, danach in der Champions League beim FC Arsenal zum Achtelfinal-Rückspiel in London. Der Druck hält sich dabei einigermaßen in Grenzen, auch personell kann Trainer Carlo Ancelotti aus dem Vollen schöpfen. Die Zeit ist gekommen, um auch das letzte verbliebene Defizit auszuräumen.
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Derzeit erscheint alles rosarot bei den Roten.
"Ich habe Vertrauen in die Mannschaft, weil wir im Moment gut sind", hatte Carlo Ancelotti am Freitag gesagt, bevor er und sein Team in den Flieger stiegen.
Im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln (Samstag, 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) will der FC Bayern dort anknüpfen, wo er zuletzt aufgehört hat. Bei Torflut und Dominanz.
Während Franck Ribéry sich in Bezug auf die Form schon so ähnlich "wie im Triple-Jahr unter Jupp Heynckes" fühlt, gibt sich Ancelotti noch als Mahner. "In Italien sagt man: Viel Lob bedeutet später auch viele Probleme", meinte er.
Nun gut, wenn er lieber Kritik haben möchte: Es gibt da noch eine Schwäche, die der FCB abstellen sollte, wenn am Saisonende der ganz große Wurf gelingen soll. Denn auswärts - vor allem in der Champions League - ist noch Luft nach oben.
In der Allianz Arena ist der deutsche Rekordmeister selbstverständlich eine Macht. Gegen den FC Arsenal (5:1), den HSV (8:0) und den FC Schalke (3:0) vernichteten die Bayern ihre Gegner zuletzt. Auf fremdem Geläuf überzeugten sie weniger. Weder in Freiburg (Kuller-Tor von Lewandowski in der Schlussphase) noch in Ingolstadt (zwei Tore in letzter Minute) oder Berlin (Last-Second-Ausgleich durch Lewandowski) lief es reibungslos.
Geradezu erschreckend ist die Bilanz in der "Königsklasse". Von den letzten 13 Partien in der Champions League auf fremdem Platz haben die Bayern gerade einmal drei gewonnen, davon in den beiden vergangenen K.o.-Runden kein einziges. Kurz: Die Bayern tun sich dort gegen jeden ernsthaften Gegner schwer, weil immer wieder kleine Fehler passieren, die umgehend bestraft werden. Auch in der Bundesliga bei Borussia Dortmund verloren die Bayern (0:1).
In Köln und London bieten sich Chancen, diese Schwäche zu beheben, um wirklich in Top-Verfassung in die finale Phase der Saison zu gehen.
Den Schwung dafür haben die Bayern in jedem Fall. "Aktuell sieht es richtig gut aus. Wir geben momentan auf allen Positionen richtig Gas. Dann kommt es auch zu solchen Spielen, wo wir offensiv nicht zu halten sind", sagte Innenverteidiger Mats Hummels zuletzt.
Vorne weg geht dabei natürlich Torjäger Robert Lewandowski. "Das ist Wahnsinn, er ist unheimlich wichtig. Es ist fast unmöglich, ihm den Ball abzunehmen", würdigte Hummels seinen seit Wochen herausragenden Kollegen, der mittlerweile 30 Pflichtspieltreffer auf dem Konto hat.
Hinzu kommt, dass Ancelotti jetzt Lösungen gegen tief stehende Gegner gefunden hat, bis auf Jerome Boateng alle Spieler fit sind und die Motivation mit Wichtigkeit der Spiele steigt.
Laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beginnt nun seine Zeit, die "Carlo-Ancelotti-Zeit". Es ist die Zeit, in der die Titel vergeben werden und in der die Teams des Italieners regelmäßig ins Rollen kommen - so wie einst Real Madrid und derzeit eben die Bayern.
Im Gegensatz zur Ära Pep Guardiola, in der ihnen im Frühjahr regelmäßig die Luft ausgegangen war, scheinen die Münchner nun in den Wochen der Wahrheit in bester Verfassung zu sein.
So kommt es fast einer Drohung gleich, wenn Neuer sagt, "dass wir die wichtige Phase ernst nehmen. Wir wissen, um was es geht und sind voll auf der Höhe". Zwar würden die "wichtigen Wochen" erst noch kommen, "aber wir merken, dass es funktioniert".
Auswärts können er und seine Kollegen den Worten nun Taten folgen lassen.
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