FC Bayern - Werder: 3 Dinge die auffielen - Boss Xabi, neuer Thiago und ein furchtbares Werder
Der FC Bayern München zeigt beim 6:0 (2:0) gegen den SV Werder Bremen am 1. Spieltag der Bundesliga beim Liga-Debüt von Carlo Ancelotti ein altes und zugleich neues Gesicht. Xabi Alonso nimmt eine leicht veränderte Rolle perfekt an. Thiago muss zeigen, dass er Pep Guardiola entwachsen ist. Und Werder hat schon jetzt einen Trainer vor dem Rauswurf. Was uns auffiel.
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Aus der Allianz Arena berichtet Florian Bogner
Xabi, der Boss
Große Frage, die sich viele stellten: Wie wird Carlo Ancelotti im Vergleich zu Pep Guardiola aufstellen, welches System bevorzugt der Italiener? Zum Bundesliga-Start war’s ein 4-3-3 mit einem merklich offensiveren Xabi Alonso als zentralem Bindeglied im Mittelfeld zwischen Thiago Alcántara (rechts) und Arturo Vidal (links).
Alonso, den Real Madrid 2014 ohne das unbedingte Einverständnis’ Ancelottis durch Toni Kroos ersetzt und an die Bayern verkauft hatte, gab alle wichtigen Kommandos und rückte beim seltenen Ereignis Bremer Ballbesitz sogar als Störer in die Reihe vor seine Nebenmänner – eine klare Veränderung im Vergleich zum Pep’schen 4-1-4-1, bei dem Alonso meist den Absicherer gab.
Ancelotti sagte:
Alonso, der eine offensivere Rolle prinzipiell bevorzugt, fühlte sich offensichtlich wohl, wirkte im Anlaufen der Gegner spritzig wie lange nicht, kommunizierte mit am meisten auf dem Platz, spielte feine Doppelpässchen und, ach ja, erzielte auch noch mit einem prächtigen Distanzschuss (9.) das erste Tor der 54. Bundesliga-Saison. Alles in allem: eine äußerst beachtliche Leistung des 34-Jährigen, obwohl dieser bis zu seiner Auswechslung (64.) laut Bundesliga-Statistik nur drei Sprints anzog… Plus dem vom Torjubel, versteht sich.
Neue Rolle für Thiago
Während Mats Hummels neben Javi Martínez in der Innenverteidigung ein souveränes, aber auch nahezu beschäftigungsloses Comeback für den FC Bayern gab, spielte diagonal vor ihm Thiago in alter und doch neuer Rolle mit deutlich mehr Aktionsradius.
Gegen Bremen wurde Thiago von Ancelotti doch merklich an die Leine genommen, musste als halbrechter Mittelfeldspieler deutlich mehr Positionstreue an den Tag legen und bei Vorstößen von Philipp Lahm auch Defensivarbeiten verrichten. Das tat der Spanier jedoch vorbildlich, spielte insgesamt sehr klar und ohne großes Aufheben.
Konsequenz: Meiste Ballkontakte (138), meiste angekommene Pässe (107), mit Thomas Müller die meisten Kilometer (11,1) und nach Hummels die meisten gewonnenen Zweikämpfe (10).
Thiago, der zuvor Zeit seines Profilebens ausschließlich unter Pep Guardiola und dessen Gefolgsmann Tito Vilanova trainiert hatte, muss Ancelotti diese Saison beweisen, dass er sich von seinem Mentor emanzipiert hat, ein neues Level erreichen kann.
Denn sonst ist Thiago doch nur Platzhalter für den diesmal noch geschonten Renato Sanches – auf den passt die Rolle als halbrechter Mittelfeldspieler in Ancelottis System nämlich nahezu perfekt.
Unterirdisches Werder
Sollte Viktor Skripnik einen Plan gehabt haben, wie man den Bayern beikommen könnte – man sah ihn nicht. Sollten die Spieler je einen Funken Hoffnung gehabt haben, einen Punkt zu ergattern – man merkte es ihnen nicht an. Vor ein paar Monaten hielt Werder noch im DFB-Pokal-Halbfinale in München frech dagegen und verlor am Ende nur 0:2. So stand’s am Freitagabend schon nach 13 Minuten.
Vom damaligen Esprit, der taktischen Reife, den frechen Gegenangriffen war an diesem warmen August-Abend nichts mehr übrig. Und das lag nicht nur an den ohne Zweifel einschneidenden (Offensiv-)Ausfällen von Zlatko Junuzovic, Max Kruse und Claudio Pizarro – vor allem die neu formierte Abwehr mit Fallou Diagne und Lamine Sané als Innenverteidiger erreichte nie Bundesliga-Niveau. Der unter der Woche verpflichtete Robert Bauer lief immer wieder zu Skripnik, um sich Anweisungen zu holen.
Bereitwillig ließ Werder im 4-5-1 schon in den Anfangsminuten Bayern-Angriff um Bayern-Angriff auf den eigenen Strafraum zurollen. Franck Ribéry wurde auf der rechten Abwehrseite nicht gedoppelt, Thomas Müllers Laufwege nicht abgeschnitten, die nachrückenden Mittelfeldspieler nicht eng genug angegangen. Nach 13 Minuten war die Partie damit schon vorentschieden – und Skripnik ist trotz aller Beteuerungen des Vorstands bereits der erste Rauswurfkandidat der Saison.
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