Franck Ribéry ist beim FC Bayern München zurück: König Franck will sein Reich wieder

Franck Ribéry steht beim Bundesligaspiel des FC Bayern München gegen den Hamburger SV vor seinem Comeback. Seit Ende Januar fehlt der Franzose mit einer Oberschenkelverletzung, in seiner Abwesenheit zählte Douglas Costa zum Stammpersonal. Jetzt wird's spannend, wie sich Trainer Carlo Ancelotti entscheidet. Im Prinzip braucht Bayern den bald 34-jährigen Ribéry noch immer.

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Beim FC Bayern München diskutieren sie vor dem Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV (am Samstag ab 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) ein paar Halb-Themen: Alles ganz nett, aber nichts, was die Fußballwelt einreißt.
Da wären gesicherte Jubiläen von Carlo Ancelotti (1000. Pflichtspiel als Trainer) und mögliche Jubiläen von Manuel Neuer (100. Zu-Null-Spiel für Bayern, nur Sepp Maier und Oliver Kahn schafften mehr). Schon praxisrelevanter ist Jérôme Boateng, seit Dienstag wieder im Mannschaftstraining, jedoch kein Thema für den HSV. Trotzdem: schöne Nachricht!
Weniger schön war die Nachrichtenlage aus Sicht der Norddeutschen, wenn sie in den Vorjahren gen München aufbrachen; es fielen zwar viele Tore, aber halt nicht so viele für den HSV. Bei sechs Allianz-Arena-Auftritten stapelten sich 36:3 Volltreffer, oft gab's Haue für Hamburg, mal 0:8, mal 2:9, zuletzt 0:5. Das war im August 2015.

Ribéry gegen den HSV als Joker bereit

Diese Partie brachte das erste Tor, das Douglas Costa im Bayern-Trikot erzielte, der Brasilianer startete ja furios nach seiner Verpflichtung aus der Ukraine. Nun muss er sich vorsehen, nicht von jemandem verdrängt zu werden, dessen Füße schon etliche HSV-Siege begünstigten.
Franck Ribéry ist zurück beim FC Bayern. Vorher hat er sich flugs auf Twitter registriert (Stichwort: Halb-Themen) und seinen Debüteintrag wie ein Routinier abgesetzt, mit hübscher Agentursprache und hübschen Symbolen und unsäglichen Hashtags. Hinter #FR7 (Initialen plus Rückennummer) pflanzte er eine Krone, was insofern günstig war, weil sie Ribéry in München einst zum König schlugen, als Hommage für Tricks und Tore. Im Sommer 2007 mutierte er zum bayerischsten aller Franzosen.
Eine Dekade darauf will's König Franck nochmal wissen auf der linken Außenbahn, das Reich überlässt er seinem Thronfolger (Costa?) weder freiwillig noch kampflos. Ende Januar verletzte sich Ribéry am Oberschenkel, an diesem Montag legte er eine Einzeleinheit hin, obwohl frei war, am Dienstag nahm er das Mannschaftstraining auf. Ancelotti deutete einen Einsatz gegen den HSV an:
Gut für Ribéry: das Programm. Sein Körper muss nicht gleich auf Hochtouren fahren, in der Champions League ist das Weiterkommen durchs rauschhafte 5:1 im Achtelfinal-Hinspiel über den FC Arsenal praktisch gesichert.

Carlos Kardinalfrage: Costa oder Ribéry?

Allerdings hing's auch mit seiner Absenz zusammen, dass sich Bayern mit Ausnahme Arsenal im spielerischen Energiesparmodus befand. Fidele Dribblings, freche Haken, ein gescheiter Einfall trotz Raumnot - das fehlt dem Rekordmeister. Costas Einfällen hapert es meist an der Umsetzung, weil er Hyperaktivität mit mangelnder Effizienz paart. Dabei zählt der 26-Jährige zu jener Elf, die sich als Stammpersonal entpuppt hat.
Ancelotti lobt:
Spannend wird also, wie sich der Italiener entscheidet, speziell mittelfristig. Es dürfte auf Arbeitsteilung hinauslaufen, mit Ribéry als Mann für die großen Aufgaben.
Prinzipiell kann Bayern kaum auf die anarchischen Momente seines bald 34 Jahre alten Flankenläufers verzichten. An 13 Toren in 18 Spielen (zwei Treffer, elf Vorlagen) ist Ribéry in dieser Saison beteiligt, trotz üblicher Zipperlein. Costa hält bei elf Scorerpunkten aus 21 Partien.
Klare Vorteile besitzt Letzterer freilich in einer Disziplin, die heutzutage unerlässlich ist, wenn es um artgerechte Wahrnehmung und Aufmerksamkeit geht. Nämlich Twitter. 228.000 Follower versus 23.000 bei Ribéry. Wobei die Tendenz hier dieselbe ist wie auf dem Fußballfeld: steigend.
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