Eurosport
Hertha BSC als Bayern-Jäger? Pal Dardai will davon nichts hören
Von
Publiziert 19/09/2016 um 17:14 GMT+2 Uhr
Am Tag nach dem verdienten Triumph über Schalke 04 war Pal Dardai nicht gerade in Hochstimmung. Zwei Dinge verdarben dem Trainer von Hertha BSC trotz des besten Saisonstarts der Klubgeschichte die Vorfreude auf das Spitzenspiel beim punktgleichen Rekordmeister aus München: Die unvermeindliche Frage nach dem "Bayern-Jäger" und die Schock-Nachricht vom Ausfall seines Spielmachers Vladimir Darida.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Der Tscheche musste noch am Montag wegen eines Außenbandrisses im Sprunggelenk operiert werden und fällt wohl für den Rest des Jahres aus. "Ohne Vladi wird sich unser Spiel verändern, aber wir haben gute Jungs, die die Lücke füllen können", sagte Dardai.
Weniger entspannt reagierte der temperamentvolle Ungar, als er auf die Rolle des Verfolgers von Bayern München angesprochen wurde. "Das will ich gar nicht hören", sagte der Trainer unwirsch:
"Wollen ungeschlagen bleiben"
Auf dem Papier sind die Berliner aber neben den Bayern auch die einzige Mannschaft, die aus den ersten drei Bundesligaspielen drei Siege eingefahren hat.
Hertha reist durchaus mit dem Selbstvertrauen eines Tabellenzweiten nach München. "Wir wollen ungeschlagen bleiben", sagte Dardai:
Ein Punktgewinn wäre aber kein wirkliches Fußball-Wunder. Schon beim verdienten 2:0 (0:0) im Heimspiel am Sonntag gegen Schalke bewies Hertha, dass der momentane Höhenflug alles andere als Zufall ist. Kompakt, konzentriert und konterstark - so will die "Alte Dame" auch den großen Bayern ein Bein stellen.
"Jetzt fahren wir als Zweiter zum Ersten nach München, das ist eine schöne Geschichte für die Fans", sagte der frühere Bayern-Profi Mitchell Weiser, der mit seinem 1:0-Führungstor (64.) und der Vorlage zum 2:0-Endstand durch Valentin Stocker (74.) maßgeblichen Anteil am Sieg über Schalke hatte.
Hertha-Joker stechen
Der perfekte Saisonstart ist für Dardai eine gewisse Genugtuung. Nachdem die Vorbereitung holprig verlaufen war und der Einzug in die Europa League durch das peinliche Aus in der Qualifikation gegen Bröndby IF verpasst wurde, war in der Hauptstadt schon Krisenstimmung aufgekommen. "In Berlin wird viel von außen reingeredet, das verstehe ich nicht", sagte der Ungar:
Ein Fortschritt im Vergleich zur vergangenen Saison, in der der Hauptstadtklub lange Zeit auf Champions-League-Kurs lag, ist die Qualität auf der Bank, auf der zurzeit sogar Torjäger Salomon Kalou Platz nehmen muss. In den ersten beiden Ligaspielen war Julian Schieber als "Joker" erfolgreich, gegen Schalke der Schweizer Stocker.
"Sein Name glänzt jetzt wieder", sagte Dardai über den Dauerreservisten: "Was war, das ist vergessen." Das sah Stocker allerdings ein wenig anders. Von Freude über sein erstes Tor nach 394 Tagen war jedenfalls wenig zu spüren. "Ich möchte mich bei meiner Freundin bedanken. Es war sehr schwierig, wenn man Woche für Woche auf die Fresse bekommt", sagte der 27-Jährige und verschwand in die Kabine. Schon beim Torjubel hatte der Schweizer Nationalspieler mehrfach den Finger auf den Mund gelegt.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung