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5:4! Irres Bayern-Comeback in Leipzig: "Glückwunsch - an alle!"

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David Alaba jubelt mit Juan Bernat und Rafinha vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

VonJan Niestegge
13/05/2017 Am 15:26 | Update 13/05/2017 Am 20:42

Der FC Bayern München hat am 33. Spieltag der Bundesliga nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand noch 5:4 (1:2) bei Verfolger RB Leipzig gewonnen. Marcel Sabitzer (2.), Timo Werner (29., Elfmeter/65.) und Yussuf Poulsen (47.) trafen für RBL zur 3:1- bzw. 4:2-Führung. Doch Bayern schlug mit Robert Lewandowski (17., Elfm./84.), Thiago (60.), David Alaba (90.+1) und Arjen Robben (90.+5) zurück.

So lief das Spiel:

Leipzig brannte in den ersten Minuten ein gigantisches Feuerwerk ab, ließ die Bayern ganz alt aussehen - und bereits in der 2. Minute in Rückstand geraten. Emil Forsberg brachte nach einem Stellungsfehler in der Bayern-Abwehr den Ball von der linken Seite punktgenau in die Mitte.

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Marcel Sabitzer bedankte sich am zweiten Pfosten und köpfte zur frühen Führung der Hausherren ein. Es war das schnellste Tor der Roten Bullen in ihrer Bundesliga-Geschichte - ausgerechnet gegen die Bayern.

RB Leipzig vs. FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Nur eine Minute später folgte fast der nächste Streich. Erneut brachte Forsberg den Ball stark vom linken Flügel ins Zentrum - dieses Mal auf Yussuf Poulsen am ersten Pfosten. Juan Bernat bekam noch so gerade den Fuß an den Ball, konnte so den Gegentreffer verhindern.

Die Bayern waren geschockt, wurden von Leipzig in den ersten Spielminuten nahezu überrollt. Majestätsbeleidigung - und so übernahmen die Münchner mit Wut im Bauch langsam aber sicher die Initiative.

Die Gastgeber blieben bei Kontern im eigenen Stadion allerdings stets gefährlich. So hätte Timo Werner in der 12. Minute auf 2:0 stellen können, traf mit seinem wuchtigen Flachschuss aber nur den rechten Torpfosten.

In der 16. Minute wurden die Bayern dann zum Ausgleich eingeladen, Schiedsrichter Tobias Stieler entschied nach einem Hinweis seines Assistenten auf Handelfmeter für die Münchner. Bernardo spielte den Ball nach einer Hereingabe von Philipp Lahm nach Meinung des Referees mit der Hand - es war wohl eher die Brust.

Robert Lewandowski interessierte dies relativ wenig. Vom Punkt blieb der Pole eiskalt, erzielte den Ausgleich für die Bayern.

Die Münchner hatten in der Folge mehr vom Spiel, standen defensiv jedoch zumeist sehr ungeordnet. Lahm interpretierte seine Rolle auf dem Flügel zu offensiv - in der Defensive verteidigten die Bayern so oftmals Mann gegen Mann.

Mehr als kritisch gegen die schnellen, wendigen Offensivspieler der Hausherren. In der 28. Minute konnte Xabi Alonso einen Sololauf von Forsberg so nur per Foulspiel stoppen - Elfmeter für Leipzig. Timo Werner schickte Tom Starke in die falsche Ecke, erzielte die erneute Leipziger Führung.

Timo Werner (RB Leipzig vs. FC Bayern München)

Fotocredit: Getty Images

Kurz vor der Pause musste Franck Ribéry runter - er hatte einen Schlag auf die Brust bekommen und kriegte keine Luft mehr.

Im zweiten Durchgang blieb es ein Fußball-Festival auf ganzer Linie. Bereits in der 47. Minute meldeten sich die Leipziger mit einem Treffer aus der Pause zurück. Yussuf Poulsen kam aus 16 Metern zum Schuss - Xabi Alonso lenkte den Ball mit dem Fuß unhaltbar ins Tor.

Die Bayern antworteten in der 60. Minute. Eine hohe Hereingabe aus dem rechten Halbfeld legte Alonso am zweiten Pfosten quer, Thiago köpfte in der Mitte zum Anschlusstreffer ein. Kurze Hoffnung bei den Münchnern, die in der 65. Minute jäh beendet wurde.

Nach einem Fehler von Lahm zog Werner in den Strafraum ein, überwand Starke mit einem Flachschuss aus ganz spitzem Winkel - erst das sechste Mal in diesem Jahrtausend, dass sich die Bayern in einem Bundesliga-Spiel mehr als drei Gegentore fingen.

Timo Werner, Tom Starke (RB Leipzig vs. FC Bayern München)

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Die Bayern mussten auch kräftig schlucken - ließen in der Schlussphase jedoch nicht locker. In der 84. Minute knallte Arjen Robben den Ball aus 17 Metern an den Querbalken - im Anschluss köpfte Lewandowski den Ball aus fünf Metern ins leere Tor. Es sollte der Anfang einer Aufholjagd werden, die in der Bundesliga ihresgleichen sucht.

Die Bayern drehten plötzlich so richtig auf, ließen Leipzig kaum noch Luft zum atmen. In der Nachspielzeit dann der Hammer: David Alaba knallte einen Freistoß aus 22 Metern in den rechten Torwinkel. Ein Weltklasse-Tor - der Ausgleich! Doch damit nicht genug.

David Alaba (FC Bayern München)

Fotocredit: Getty Images

Der Meister kam in der fünften Minute der Nachspielzeit ein letztes Mal in die Offensive. Robben ging ab der Mittellinie mit dem Ball nach vorne, überlief Stefan Ilsanker und überlupfte anschließend Peter Gulácsi im Tor der Leipziger. Das 5:4 für die Bayern in einem unfassbaren Spiel - dem Spiel der Saison!

Carlo Ancelotti, Arjen Robben (FC Bayern München)

Fotocredit: Getty Images

Die Stimmen:

Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Ich denke, wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt, aber sind hinten raus ein bisschen passiv geworden. Dass Bayern enorme Qualitäten hat, wussten wir, aber es waren auch ein paar fragwürdige Entscheidungen dabei. Es schmerzt, das wäre das Highlight der Saison gewesen. Wenn du 3:1 und 4:2 führst, dann willst du auch drei Punkte holen."

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Glückwunsch an die Bayern für diesen Wahnsinnssieg, Glückwunsch an alle, die ins Stadion gekommen sind. Wir haben heute zwar keine Punkte gewonnen, dafür aber Herzen und Sympathien. Wir haben gegen die beste Mannschaft Deutschlands lange Zeit wie der Sieger ausgesehen."

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Das war ein verrücktes Spiel. Wir hatten einen schwierigen Start, aber am Ende hat es für ein verrücktes Resultat gereicht. Beide Teams haben einen großen Fußball gezeigt, in der Defensive hätten sie es aber besser machen können."

Philipp Lahm (FC Bayern München): "Vor allem in der ersten Halbzeit ging es nur hin und her. Das passiert, wenn man keine Balance zwischen Angriff und Abwehr hat. Ich glaube, man hat gemerkt, dass wir unbedingt das Spiel noch drehen wollten. Das ist eben schön - dass die Mannschaft am Ende gekitzelt wird und dadurch hintenheraus noch Gas gibt."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Duell der Zukunft

Bayern gegen Leipzig - mit hoher Wahrscheinlichkeit wird ein Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften das Duell der Zukunft werden. Mit RB Leipzig entwickelt sich ein großer nationaler - vielleicht auch bald internationaler - Konkurrent. In der Hinrunde entschieden die Bayern das Kräftemessen klar für sich, brachten den Aufsteiger auf den Boden der Tatsachen. Doch Leipzig ist lernwillig und mit einer hohen individuellen Qualität ausgestattet. Das zeigten sie spätestens im Rückspiel gegen den Ligaprimus. Geld, Entwicklungspotenzial, Qualität - all das ist vorhanden. RB ist auf dem besten Weg, ein ernsthafter Konkurrent auf lange Sicht zu werden.

Die Statistik: 6

Ein echter Scharfschütze. Das wichtige 4:4 durch Alaba per direktem Freistoß war nicht nur wunderschön, sondern zugleich das sechste seiner vergangenen acht Bundesliga-Treffer, die er per direktem Freistoß erzielte. Der Junge hat Sahne im Fuß.

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