Serge Gnabry: Ist der FC Bayern involviert oder nicht? Und was hat Julian Brandt damit zu tun

Im Geschachere um den Transfer von Olympia-Held Serge Gnabry hat sich eine verwirrende Dreiecksbeziehung zwischen dem baldigen Ex-Spieler des FC Arsenal - der am Mittwochnachmittag in Bremen vorgestellt wurde - dem FC Bayern München und dem SV Werder Bremen entwickelt. Die Rolle der Münchner ist widersprüchlich, Leverkusens Julian Brandt könnte zum Zünglein an der Waage werden.

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Dreiecksbeziehungen nehmen nur selten ein gutes Ende. Wenn ein einmaliger Seitensprung zur Daueraffäre wird, bleibt am Ende meist eine Seite auf der Strecke.
Was in der Liebe gilt, hat auch in der Welt der schönsten Nebensache der Welt seine Berechtigung. Doch nicht immer sind drei einer zu viel. Der Wechsel von Serge Gnabry sorgt seit Dienstagmorgen für Verwunderung, Spekulationen - und vor allem Irritationen.
Bayern kauft Gnabry und verleiht ihn an Werder Bremen. Oder doch: Bremen kauft Gnabry, Bayern hat nichts damit zu tun?

Bremen: "Es gibt keine Vereinbarungen"

Am Mittwochnachmittag wurde Gnabry offiziell vorgestellt. "Es gab sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen, deshalb hat mich der Weg zu Werder und in die Bundesliga geführt. Per Mertesacker und Mesut Özil haben nur positiv über den Verein berichtet", schwärmte der Neuzugang, während Werder-Sportchef Frank Baumann um klare Worte bemüht war:

Kicker: Bayern doch involviert

Zuvor hatte der "Kicker" berichtet, dass der Bundesliga-Krösus aus München nach Informationen des Blattes sehr wohl in den Transfer involviert sei.
Demnach kämen die Münchner für die vereinbarte Ablösesumme von rund fünf bis sechs Millionen Euro auf, verleihen ihn aber nicht offiziell an die Weser, wo Gnabry einen langfristigen Vertrag unterschrieben hat. Im Gegenzug sichern sie damit sich das Recht, Gnabry in der kommenden Saison verpflichten zu dürfen.
Ähnlich einer Rückkaufklausel, wie sie Klubs wie der FC Barcelona oder Real Madrid gerne in ihre Verträgen unterbringen.

Nachfolger für Robben und Ribéry gesucht

Die Bayern könnten Gnabrys Entwicklung so in Ruhe aus nächster Nähe beobachten, um besser bewerten zu können, inwiefern der Stuttgarter zukünftig eine tragende Rolle beim Team von der Säbener Straße einnehmen kann.
Die Positionen auf den Flügeln sind derzeit für eben jene Zukunft mit dem größten Fragezeichen behaftet. Die Verträge der beiden Leistungsträger Arjen Robben und Franck Ribéry laufen Ende der Saison aus. Der Holländer ist 32 Jahre alt, der Franzose 33. Beide haben immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.

Brandt bevorzugt

Nur logisch, dass sich die Bayern bereits nach potenziellen Nachfolgern umsehen.
Dabei dürfte ein anderer Olympia-Teilnehmer allerdings noch weiter oben auf der Liste stehen.
Julian Brandt spielte eine überragende Rückrunde für Bayer Leverkusen, verpasste erst im letzten Moment den Sprung auf Jogi Löws EM-Zug und überzeugte wie Gnabry bei Olympia.
Im Vergleich zum Bald-Bremer ist seine Entwicklung aber keine Wundertüte mehr - insbesondere für den FC Bayern.

Kaderplaner Reschke als Trumpf

Dort sitzt in Michael Reschke ein Kaderplaner an den Transfer-Hebeln, der nicht nur weltweit zu den Besten gehört, sondern auch Brandt schon seit längerer Zeit kennt und bereits an einem entscheidenden Schritt in dessen Karriere mitgewirkt hat.
Reschke war vor seinem Engagement in München zwanzig Jahre lang als Leiter der Scouting-Abteilung und Manager in Leverkusen tätig. Im Januar 2014 sorgte er dafür, dass Brandt aus der U19 des VfL Wolfsburg zu Bayer wechselte.
Wie die "Sport Bild" berichtet, hat Reschke nun den Kontakt zu Vater und Berater Jürgen Brandt "intensiviert", um die Familie für die Bayern "zu begeistern".

Gutes Ende für alle Parteien?

2014 sorgte Reschke noch dafür, dass die ebenfalls interessierten Bayern im Brandt-Poker mit dem VfL Wolfsburg leer ausgingen, nun könnte sich das Blatt wenden.
Sollte es den Münchnern gelingen, den 20-jährigen Brandt ab der kommenden Saison an sich zu binden, wächst die Chance, dass Serge Gnabry noch länger im grün-weißen Trikot auflaufen wird.
Die Ménage-à-trois hätte ein für alle Beteiligten befriedigendes Ende genommen.
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