Titel-Plan des FC Bayern: Meister im April, Krönung im Juni
Der FC Bayern München kann langsam aber sicher vom fünften Meistertitel in Folge träumen - statistisch gesehen könnte es bereits am 21. April klappen. Zuvor ist Luxus angesagt: acht Tage Pause bis zum nächsten Spiel. Dann aber wird's arg: zunächst die gefürchtete Länderspielpause, später der April voller Highlights. Im "Best Case" gibt's jeden Monat einen Titel, im "Worst Case" lange Gesichter.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Am kommenden Sonntag haben die Bayern einen ungewohnten Vorteil.
Wenn es für den FC Bayern München am 25. Spieltag auswärts gegen Borussia Mönchengladbach geht, sind die Bayern ausnahmsweise mal ausgeruhter als der Gegner, hatten dann acht Tage Pause hinter sich, während Gladbach am Donnerstag noch im Europa-League-Rückspiel gegen den FC Schalke 04 ran musste.
"Diese Woche können wir mal wieder durchatmen und uns gut auf das nächste Spiel vorbereiten", sagt Thomas Müller zum Spielplan-Luxus. "Die Saison ist noch lang, der April wird hochinteressant."
Zum einen, weil die Bayern da schon die Meisterschaft perfekt machen könnten.
Die einfache Rechnung: In den letzten 13 Spielen haben die Bayern 13 Punkte auf RB Leipzig gut gemacht - hält der Rekordmeister diesen 1,00-Schnitt pro Spiel weiter, läge er bereits am 30. Spieltag uneinholbar vorne, hätte folglich die fünfte Meisterschaft in Folge perfekt gemacht (zur Tabelle).
FC Bayern München: Meister am 21. April?
In anderen Worten: Bayern peilt die Meisterschaft zum 21. April im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 an.
Ganz so einfach wie statistisch errechnet wird's freilich nicht. Schon gegen Frankfurt hätte man sich in der ersten Halbzeit beinahe vertriplet, Bayern hätte nicht nur nach Einschätzung von Comebacker Jérôme Boateng "0:2 zurückliegen müssen" statt 2:0 zu führen.
"Zehn Punkte Vorsprung ist ein großes Polster, wobei wir aber noch sehr viele schwere Spiele vor uns haben", sagte Philipp Lahm.
Und die Länderspielpause, ein Quell bajuwarischer Furcht. Denn wenn die Spieler unterwegs sind, hat man deren Schicksal nicht selbst in der Hand. Beunruhigend die Verletztenstatistik der letzten Jahre, so manch Bayern-Coach und -Vorstand hat darüber laut geflucht.
Außerdem kommt das Team da leicht mal aus dem erarbeiteten Rhythmus. "Davor haben wir Angst", sprach's Ancelotti schon am Freitag unumwunden aus:
April voller englischer Wochen
Denn direkt danach geht's im April so richtig rund. Erst eine waschechte englische Woche in der Bundesliga, dann zweimal das Champions-League-Viertelfinale, abgerundet vom DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund (oder Lotte).
Kommt man europäisch weiter, geht's im Mai direkt ins Halbfinale der Königsklasse. Über Wochen heißt es: alle drei, vier Tage ein Top-Spiel. Im Worst-Case-Szenario spielt Bayern im April sogar viermal gegen den BVB.
"Wir sind in allen Wettbewerben gut dabei", sagte Boateng, garnierte den Satz aber mit einer simplen Erkenntnis:
FC Bayern: Auswärtsprogramm hat's in sich
"Wir sind im Flow, aber das waren wir schon in vielen Jahren. Wir müssen auf uns schauen und die Spiele gewinnen", sagte Manuel Neuer.
"Wir haben nun einen guten Vorteil in der Bundesliga, aber noch viele Spiele. Wir müssen fokussiert bleiben, die Saison ist in einem wichtigen Moment, im April haben wir viele Spiele, das Pokal-Halbfinale und das Champions-League-Viertelfinale", sagte Ancelotti.
Auch die kommenden Liga-Aufgaben für die Bayern sind tricky. Auswärts geht's nach Gladbach noch gegen die TSG 1899 Hoffenheim (4.4.), Bayer Leverkusen (14.-16.4.), VfL Wolfsburg (27.-29.4.) und eben Leipzig (13.5.) - auf dem Papier das deutlich strengere Restprogramm gegenüber RB.
"Das werden keine leichten Aufgaben", sagte Lahm am Samstag. Wobei:
Titel in April, Mai und Juni?
Und wo ein "Worst Case", da auch ein "Best Case": Meister im April, DFB-Pokal-Sieger im Mai (27.5.), Champions-League-Sieger im Juni (3.6.)? Alles möglich, 18 Spiele sind sie schließlich nun schon in Folge ungeschlagen, wenngleich Karl-Heinz Rummenigge zuletzt sehr oft das Wort "Demut" benutzte.
So schrieb er im Stadionheft zum Frankfurt-Spiel:
Was insbesondere Ancelotti nicht wirklich tut. Stoisch ist er, in sich ruhend, genau wissend, wie er mit den Kräften und Ressourcen des Teams haushalten muss. "Demasiada agua mata la planta", sagte er neulich zur dosierten Trainingssteuerung auf Spanisch: "Zu viel Wasser tötet die Pflanzen. Unsere Philosophie ist, die Spieler nicht im Training zu killen."
Damit sie bereit sind - möglicherweise für den Titel-Hattrick in April, Mai und Juni.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)